Eschweiler: Gemeinsame Ausstellung: Vielfalt als künstlerische Trumpfkarte

Eschweiler: Gemeinsame Ausstellung: Vielfalt als künstlerische Trumpfkarte

Fremd sind sich Marion Steuer, Barbara Irmen und Petra Janßen keineswegs. Darum können sich die drei Künstlerinnen und vor allem ihre Bilder problemlos nahe kommen. Den Raum dazu bietet ihnen der Kunstraum „Sale e Pepe“ an der Dürener Straße 12 in der Innenstadt von Eschweiler.

Die Atmosphäre des Kellerraumes unter dem gleichnamigen Restaurant (die dort gepflegte Küche hat die drei Künstlerinnen zusammengeführt) wird von großer Dicht geprägt — die insgesamt 23 Werke kommen einander ebenso nahe wie der Betrachter seinerseits der Kunst. Auch die präsentierten Bilder sind jedes für sich von großer Intensität getragen. Abgebrühte ach so moderne Coolness liegt den drei Kreativen jedenfalls denkbar fern, wie schon der erste Blick zeigt.

Barbara Irmen beispielsweise lässt Ströme von freundlich wirkendem Rot und Grün die Fassade alter Häuser hinunter laufen. Die Zuschreibung an der Oberkante des Bildes zeigt in Großbuchstaben, wo die Handlung spielt: „Venedig“. Überhaupt bildet Architektur oder die Erinnerung daran ein wichtiges Element ihres Schaffens: Eine weitere von Irmens Schöpfungen zeigt mit Dom und Hohenzollernbrücke eine unverwechselbare Kölner Szenerie.

Mögen sich auf ihren Bildern zumindest noch Reste figürlicher Umgebungen finden, treten diese bei den anderen Ausstellungsstücken in dieser „Visionäre Vielfalt“ betitelten Schau weiter in den Hintergrund. Marion Steuers „Swans in Winter“ („Schwäne im Winter“) werden von einer schwanenhals-förmigen Geste in der Mitte des Bildraums getragen und sind um diese herum zentriert. Eine große Liebe zur Ornamentik von Gold umlegten kreisrunden Scheiben auf dunkelrotem Grund zeigt Marion Scheuers „Atomium“, das mit seinem Titel verrät, wo es sich seine Malerin der Wirklichkeit abgeschaut hat. Es ist eine Kreation fernab jeder Abbildhaftigkeit, eher ein Spiegel einer fiktiven kosmischen Ordnung als die Darstellung von irgendetwas Realem. Petra Janßen wiederum verbindet bei „Es war ein schöner Tag“ mit Acrylfarbe auf Leinwand Abstraktion mit künstlerischem Ausdruckswillen.

Farben und Gesten erzählen, was figürliche, lesbare Elemente nicht genügend transportieren können.Die Stimmung ist trotzdem oder vielleicht gerade deshalb mit Händen zu greifen. „Vielfalt“ heißt die Trumpfkarte, die die drei Malerinnen auf ganz unterschiedliche Weise ausspielen. Petra Janßen etwa bekennt: „Ich experimentiere gerne mit anderen Materialien.“ Marion Steuer ihrerseits hat für ihre Werke „gerupft, gekratzt, gemalt und geschabt“ und äußert: „Ich muss das malen, was aus dem Herzen kommt.“ Und sie spricht mit Sicherheit auch für ihre Kolleginnen, wenn sie ergänzt: „Spannend, dass wir uns zusammengefunden haben.“

„Visionäre Vielfalt“ ist bis zum 20. November im Kunstraum „Sale e Pepe“, Eschweiler, Dürener Straße 12, zu sehen. Die Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags von 12 bis 14 und 18 bis 22 Uhr, samstags nur von 18 bis 22 Uhr.