Goldhochzeit: Gefunkt hat es dann bei einer „Fritte“

Goldhochzeit : Gefunkt hat es dann bei einer „Fritte“

Der Osten von Eschweiler ist ihre Heimat. Gertrud und Hermann Strauch haben sich hier im Sandkasten kennengelernt, vor mehr als einem halben Jahrhundert und vor genau 50 Jahren das Ja-Wort gegeben. Das Ehepaar feiert somit nun seine Goldhochzeit und blickt auf fünf Jahrzehnte gemeinsamer Zeit zurück.

Gertrud und Hermann sind zwar beide nicht gebürtig aus der Inde-stadt, doch haben sie Eschweiler genauso ins Herz geschlossen wie den Ehepartner. Nachdem Gertrud 1947 in Alsdorf und Hermann 1944 während des Zweiten Weltkriegs in Göttingen geboren wurde, kreuzte sich der Weg der beiden schon bald. Im Stadtteil Eschweiler-Ost wuchsen sie beide auf, lernten sich im Sandkasten kennen.

Hermann Strauch, so erinnert sich seine Frau Gertrud gerne zurück, war irgendwie der „Sandkasten-Playboy“, der damals nichts anbrennen ließ. So trafen sich die beiden immer wieder, richtig näher kamen sie sich allerdings erst dank einer Fritte. Auch heute müssen beide noch darüber lachen, dass der umherfahrende Frittenwagen dazu führte, dass es zwischen ihnen funkte. Hermann fragte: „Willst du eine?“ und so ging es los, Liebe geht bekanntlich ja durch den Magen.

1968 war das Jahr, in dem Gertrud und Hermann Ja sagten, am 27. September standesamtlich, einen Tag später kirchlich. Obwohl das Umfeld prognostizierte, dass die Ehe nur ein Jahr hält und auch alles recht schnell ging, hält ihre Ehe bis heute. Drei Söhne erblickten das Licht der Welt, Michael als Erstgeborener im Frühjahr 1969, Thomas als Zweiter 1972 und Stefan, der Jüngste, schließlich 1980. Dank Familienverflechtungen blicken Gertrud und Hermann heute stolz auf ihre zehn Enkel und Stiefenkel.

Das große Glück für die Familie war über all die Jahre stets der Stadtteil, denn hier konnten die Kinder gut groß werden. In Ost kennt man sich und so konnten die Eltern ihre Kinder laufen lassen, ohne sich Sorgen machen zu müssen. Kindergarten, Schule und das Bergmannshaus, das sie 28 Jahre bewohnt haben — so wohl sie sich in ihrem Viertel fühlen, so gerne sind Gertrud und Hermann Strauch auch verreist, häufig nach Spanien.

Nun lassen sie es mit ihrem Campingwagen am Rursee etwas ruhiger angehen, unter anderem wegen eines traurigen Grundes. Hermann Strauch erlitt einen Schlaganfall. Doch er erholte sich. Die Reise nach London und England vor zwei Jahren war dennoch eine Herausforderung für ihn im Rollstuhl und die Familie. Aber den Traum, immer einmal nach England zu verreisen, ließen sie sich nicht nehmen.

Im kommenden Jahr steht eine weitere Wunschreise an, zwei Wochen wird das Ehepaar in Berlin verbringen und so die Hauptstadt und den Spreewald erkunden. Ansonsten lassen Gertrud und Hermann Strauch das Leben mit all seinen Wendungen auf sich zukommen: „Wir warten, was noch kommt und hoffen, gesund zu bleiben.“

(mah)