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Eschweiler: Ganztagsschule ja - aber ohne Mogeln

Eschweiler : Ganztagsschule ja - aber ohne Mogeln

Die Frage, ob Bergrather Kinder zukünftig in Bohl zur Schule gehen sollen, stand im Mittelpunkt des Bürgergesprächs zum Thema „Ganztagsgrundschule”, zu dem der CDU-Stadtverband in die Gaststätte Stolberger-Pütz eingeladen hatte.

Neben Bürgermeisterkandidat Manfred Groß, dem Kreisvorsitzenden Axel Wirtz und dem Stadtverbandsvorsitzenden Oliver Steven, der die Diskussion leitete, war auch der Landtagsabgeordnete und Europapolitiker Herbert Reul vor Ort, um den Bergrather Bürgern Rede und Antwort zu stehen.

Zentrale Bildungsfrage

Der langjährige Generalsekretär der NRW-CDU betonte, dass die Bildungsfrage zentral für unser Land sei. „Es geht darum, ob wir junge Menschen ausreichend qualifizieren können, damit sie im internationalen Vergleich konkurrenzfähig sind.” Allerdings bezweifelt der Schulexperte, ob die offene Ganztagsgrundschule in ihrer jetzigen Form ein Schritt in die richtige Richtung ist. „Momentan beinhaltet das Konzept keine Qualitätssteigerung.”

Andererseits erklärte er, dass sich die CDU den Veränderungen innerhalb der Gesellschaft stellen müsse. „Familien, in denen beide Eltern berufstätig sind, werden immer mehr zur Selbstverständlichkeit. Und das Problem der ganztägigen Betreuungsangebote konnte von der Politik bisher noch nicht zufriedenstellend gelöst werden”, räumte Herbert Reul ein.

Kein generelles Nein

Die momentan ablehnende Haltung der CDU zur offenen Ganztagsgrundschule, deren Kosten nicht das Land, sondern die Stadt zu tragen habe, sei aber kein generelles Nein, so Herbert Reul. „Ich schließe eine Weiterentwicklung des Konzepts nicht aus. Aber die Qualität muss stimmen.”

Bürgermeisterkandidat Manfred Groß ging auf die Situation in den Ortsteilen Bergrath und Bohl ein. „Wir haben Bedenken, wenn einem Ortsteil wie Bohl eine offene Ganztagsgrundschule quasi aufgedrängt wird.”

Dem widersprach Ursula Gerards, Schulleiterin der KGS Bergrath: „Unsere Schulkonferenz hat sich zum jetzigen Zeitpunkt gegen die Einführung der offenen Ganztagsgrundschule ausgesprochen. In Bohl hat man anders entschieden. Was spricht gegen den Vorschlag, dass Eltern, die ihre Kinder auf eine offene Ganztagsgrundschule schicken wollen, dies auch tun können?”, lautete ihre Frage.

Ebenso wurde von den Bürgern betont, dass bei einer anderen Entscheidung der Verantwortlichen in Bohl, für Familien, die auf eine derartige Betreuung angewiesen sind, gar kein Angebot vorhanden wäre.

Manfred Groß hielt dagegen, dass die in Eschweiler bereits vorhandenen Betreuungsangebote wie „13plus” oder die „Kids-Klubs” sehr gut funktionierten. „Was passiert mit diesen nach 2007, wenn es keine Zuschüsse mehr gibt?”

„Auf hohem Nivaeu”

Auch Herbert Reul stellte die Frage, ob die sonstigen Betreuungsangebote wirklich schlechter seien. „Ich bin dafür, dass diese, wo sie ausreichend sind, beibehalten werden. Wo sie nicht ausreichen, muss natürlich etwas geschehen. Aber dann auf qualitativ hohem Niveau”, lautete seine Forderung.