Eschweiler-St. Jöris: Fünf Künstler stellen im St. Jöriser Kloster aus

Eschweiler-St. Jöris : Fünf Künstler stellen im St. Jöriser Kloster aus

Einen spannenden Mix von fünf Künstlern aus drei Ländern mit völlig unterschiedlichen Stilen gab es im Zisterzienserinnenkloster St. Jöris zu entdecken.

Die Vernissage der Ausstellung „5 aus 3“ lockte eine Handvoll kunstinteressierte Kenner in das außergewöhnliche Ambiente des Klosters, in dem der Aachener Kunsthistoriker Dr. Dirk Tölke informativ, charmant und unterhaltend eine kleine Einführung in Werk und Gestaltungsphilosophie der Ausstellenden gab.

Der 37-jährige Tobias Hartmann aus Leinefelde etwa setzt sich unter anderem mit der Frage auseinander, wie zerbrechliches Glas und harter Stein miteinander kombinierbar sind. Seine gläsernen Skulpturen strahlen vor allem mit einer dezent Beleuchtung ihre Wirkungskraft aus. Der aus den Niederlanden stammende Leo Horbach schafft vornehmlich in Stein gehauene Skulpturen. Er lässt sich sowohl von männlichen, weiblichen wie auch tierischen Körpern inspirieren, die er gern in einer Symbiose darstellt. Horbach setzt sich über seine dreidimensionalen Arbeiten hinaus auch mit zweidimensionalen Phantasiewelten auseinander, wobei oft Fotos von Steinen, Wänden und Fliesen den Startpunkt bilden.

Der Würselener Willi Lemke ist ein Multi-Interessierter im wahrsten Sinne des Wortes. Er malt, zeichnet, radiert, fotografiert, collagiert, schafft Wandobjekte, Plastiken und Rauminstallationen. Ausgangspunkte seiner Metallplastiken sind oft Objekte, die er auf Schrottplätzen findet. Als Zeichner ist er zudem seit etwa sieben Jahren aktiv. Seine markanten Landschaftsdarstellungen auf der Basis von Fotos erteilen einen neuen Blick auf die Art und Weise, wie man seine gewohnte Umgebung wahrnehmen kann. Andrea Radermacher-Mennicken aus Eupen ist eine mehrfach preisgekrönte Künstlerin aus dem Nachbarland. Sie hat sich nach ihrem Job als Kunsterzieherin an der „Académie des beaux-arts“ in Lüttich zur Künstlerin ausbilden lassen und ist seitdem erfolgreich mit Ausstellungen in Europa unterwegs.

Ihre Objekte und Installationen lassen sich per se zwar schwer beschreiben, laden den Betrachter jedoch zu einer Art spannendem Dialog ein. Ihre Beobachtungen münden aus ihrer individuellen Perspektive heraus oft in einer Art Denksportaufgabe für den Betrachter, anstatt ihm oder ihr nur ein rein ästhetisches Urteil anzubieten.

Die fünf mittelformatigen Bilder der in der Region lebenden Andrea Zang gaben nur auf den ersten Blick einen Orientierungspunkt durch die Verwendung einer Maltechnik, die an die Werke großer Renaissance-Meister erinnert. Die für ihre faszinierenden „Tiere in Menschengestalt“ bekannte Künstlerin, zeigte in St. Jöris vor allem eindrucksvoll belichtete und realistisch dargestellte Objekte wie Tassen und Schalen, die vor einem Unendlichkeit suggerierenden dunklen Hintergrund und leicht verfremdet eine geradezu magische Wirkung entwickeln.

Fazit der Ausstellung: eine wirklich aufregende, sehenswerte und grenzüberschreitende Kunst-Mischung im Zisterzienserinnenkloster, die mehr als nur eine Dauer von drei Tagen verdient gehabt hätte.

(psi)