Eschweiler: Fronleichnam: Gläubige tragen das Allerheiligste durch die Stadt

Eschweiler: Fronleichnam: Gläubige tragen das Allerheiligste durch die Stadt

„Wir tragen gleich das Allerheiligste, das wir haben, durch unsere Stadt als Zeichen dafür, dass wir zu ihm gehören und er zu uns“, sprach Pfarrer Datené in seiner Predigt. Am Donnerstagmorgen feierte er mit zahlreichen Gläubigen das Fronleichnamsfest, das Hochfest des Leibes und Blutes Christi, in der Pfarrkirche St. Peter und Paul.

Als Christen seien sie jedoch noch nicht angekommen, führte der Pfarrer aus: „In uns Menschen steckt eine tiefe Sehnsucht nach Geborgenheit, Sehnsucht, angenommen zu werden, Sehnsucht nach einem Du, das die Einsamkeit aufhebt, Sehnsucht nach einem Beruf und Lebensinhalt, der uns ausfüllt, Sehnsucht nach Zärtlichkeit und Liebe, Sehnsucht nach einer heilen Welt.“ Jedoch werde nicht jedes Sehnen erfüllt, Enttäuschungen seien oft groß.

„Religion ist Ausdruck von Sehnsucht danach, dass es bei dem Unrecht, durch das unsere Welt gekennzeichnet ist, nicht bleibe“, zitierte er schließlich den jüdischen Philosophen Max Horkheimer. Religion und Glaube seien somit immer Ausdruck der Sehnsucht und Hoffnung nach Gerechtigkeit. „Als Kirche und als Christen müssen wir als Sachverwalter auftreten für die ungerecht Behandelten, die Entrechteten, die an den Rand Gedrängten, die Fremden, die Asylsuchenden, die unschuldig Verfolgten, und wir müssen uns einsetzen für eine Kultur mit christlichen Werten. So kann sich hier auf Erden schon ein Teil unserer Sehnsucht erfüllen. Aber letztlich sind wir auf einer rastlosen Pilgerschaft unterwegs, darum wissend, dass unsere letzte und tiefste Sehnsucht nur in Gottes Geborgenheit Erfüllung finden wird.“

Im Anschluss an die heilige Messe trugen die Gläubigen das Allerheiligste in einer feierlichen Prozession unter Gebet und Gesang durch die Stadt.

Musikalisch wurden sie dabei von der Feuerwehrkapelle begleitet, auch zahlreiche Kommunionkinder sowie die Schützen aus Herz Jesu und St. Peter und Paul nahmen an dem Festzug teil.

So zogen sie zunächst über die Marktstraße zur Indestraße, Neustraße, Englerthstraße und letztlich zur Grabenstraße, wo eine Statio stattfand. Aufgrund der sommerlichen Hitze wurde der folgende Weg verkürzt; die Prozession ging über die Marien- und die Martin-Luther-Straße zur Realschule Patternhof, auf deren Schulhof schließlich der Schlusssegen erteilt wurde.

Mehr von Aachener Zeitung