Styroporfrosch und Wiederholungstäter: Fröhlicher Abschluss des Sommerleseclubs

Styroporfrosch und Wiederholungstäter : Fröhlicher Abschluss des Sommerleseclubs

Reichlich nachgedacht wurde auf beiden Seiten. Der Abschluss des Sommerleseclubs stand ganz im Zeichen der Kraft des Oberstübchens. Nachdem fast 400 Kinder und Jugendliche am Ferienprojekt teilgenommen hatten, wurde das Fest zum Ende mit einer Science Show im Rathaus gefeiert.

Dazu hatte das Team der Stadtbücherei ein mehrstündiges und umfangreiches Programm auf die Beine gestellt; dessen Höhepunkt waren die wissenschaftlichen Vorführungen von Joachim Hecker, bekannt aus Rundfunk und Print.

Wie klingt es wohl in einem drin, wenn man Chips isst? Joachim Hecker zeigte es bei seiner Science Show. Foto: Manuel Hauck

Bevor aber die sogenannte Science Show in den Bann zog, begrüßte Verwaltungschef Bürgermeister Rudi Bertram die Kinder, aber auch die ehrenamtlichen Lesepaten. Von den knapp 400 Anmeldungen für den Sommerleseclub nahmen 284 ein erfolgreiches Ende, denn diese Anzahl an Schülern hatte in den Ferien mindestens drei Bücher gelesen und wurde dabei von den rund 20 Lesementoren unterstützt und kontrolliert.

Bürgermeister Bertram dankte somit einerseits den ehrenamtlichen Lesepaten, andererseits aber auch den Teilnehmern und dem Organisationsteam rund um die Stadtbücherei für den regen Zuspruch. 1800 ausgeliehene Bücher sorgten dafür, dass mehr als 70 Prozent der Teilnehmer am Ende des vom Kultursekretariats NRW geförderten Projekts eine Urkunde in den Händen hielten.

Nach diesem Dankeschön schloss sich eine musikalische Darbietung der Adam-Ries-Schule an. Schüler Murat spielte auf einem Cajon, während Tara sang. Mit ihrem Lehrer Alexander Eichmann erspielten sie sich mit mehreren Stücken die Begeisterung der jungen Zuhörer.

Anschließend wurde es lehrreich und fröhlich zugleich. Joachim Hecker, studierter Elektro-Ingenieur, ist Autor der Sendereihe „Heckers Hexenküche — Experimente für Kinder“ des WDR-Hörfunks. Von ihm stammen zudem Bestseller, die Kindern mit Experimenten wissenschaftliche Phänomene nahebringen. Die Versuche hat Hecker zu einer interaktiven Science Show zusammengestellt, die er bei dem Abschluss des indestädtischen Sommerleseclubs vorführte, mit der aber auch im In- und Ausland auftritt.

Was mit dem Styroporfrosch „Aachen“ passiert, wenn man ihn eine halbe Stunde lang in 180 Grad Celsius heißem Wasser gart, wurde erst zum Ende der Show gelüftet. Die Kinder und Jugendlichen lauschten gebannt, als Hecker die Stimme mit einem Stethoskop erklingen ließ, so wie sie durch den eigenen Körper klingt. Für Lachen sorgten dabei die Geräusche, die der Mensch beim Verspeisen von harten Snacks wie Chips und Zwieback erzeugt. Tadel musste Hecker einstecken, als er ein Papier der Chips-Dose einfach auf dem Boden liegen lassen wollte. Eschweiler ist eben die nachhaltigste Kommune mittlerer Größe Deutschlands. Im Lauf seiner Show holte Hecker immer wieder neugierige junge Menschen als Assistenten nach vorne und bewies unter anderem mit dem menschlichen Stromkreis, dass „wir Stromleiter sind“. Nach weiteren Experimenten lüftete er das Geheimnis um „Aachen“, der Styroporfrosch war geschrumpft und steinhart geworden. Donnernder Applaus brandete ihm von dem jungen Publikum entgegen, dass danach die Chance nutzte, Autogrammkarten und Selfies von Hecker zu sammeln.

Nach der nervenaufreibenden Science Show lud Michaele Schmülling-Kosel, Leiterin der Stadtbücherei, zum Essen ein. Hot Dogs und Getränke warteten darauf, von der rund 250 großen Feiergesellschaft verzehrt zu werden. Ehe die zeremonielle Verleihung der Urkunden bevorstand, wurde das Resultat der Filmproduktion vorgeführt. Während der Ferien hatten sich ein Dutzend Teilnehmer zwei Tage lang in die Filmschmiede begeben und kreative Filme gedreht. Neben dieser Vorführung wurde auch der Radiobeitrag von „Radio Ragazzi“ präsentiert, bei dem ein Mitglied des Sommerleseclubs als Reporter über die Aktion berichtete.

Schließlich war der Moment gekommen, die Gewinner-Schulen des Leseclubs zu verkünden. Siegreich sollten die davon gehen, die gemessen an ihrer gesamten Anzahl an Schülern die höchste Quote an Teilnehmern zu verzeichnen hatte. Erneut holte die Bischöfliche Liebfrauenschule bei den weiterführenden Schulen den Wanderpokal und ebenso bei den Grundschulen gab es einen Wiederholungstäter. Zwar holte sich die KGS Dürwiß den Sieg, aber auch die Bergrather Grundschule bekam eine besondere Ehrung, denn verzeichnete sie eine Erfolgsquote von 100 Prozent, da alle 30 angetretenen Teilnehmer den Sommerleseclub erfolgreich abgeschlossen hatten.

Besonders sind die Urkunden, die die Schüler anschließend ausgehändigt bekamen, auch deswegen, weil sie auf ministerielle Anweisung bei dem Zeugnis helfen, wenn ein Kind im Deutschunterricht zwischen zwei Noten steht.

(mah)
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