Eschweiler: „Frittierte Fische“ verwandeln Markt ins French Quarter

Eschweiler: „Frittierte Fische“ verwandeln Markt ins French Quarter

Nur zweimal stoppte der Blues-Express: zur Pause nach dem ersten Set und als der laut dröhnende Maidisco-Traktor am Marktplatz vorbei rollte. Die restlichen zweieinhalb Stunden groovten Eschweilers Blues-Veteranen von Saturday Night Fish Fry ununterbrochen und setzten den kühlen Temperaturen auf der Terrasse vor dem Gastgeber „Der Grieche“ heiße Blues-, Rock- und Boogie-Rhythmen entgegen.

Ob „Peter Gunn Theme“, bandtitelgebender Klassiker von Louis Jordan, oder eigene Kompositionen à la „Me and the devil“ — die frittierten Fische um Frontmann und Gitarrist Wolfgang „Wahwah“ Wynands hatten in der Mainacht richtig Spaß. Ihr Publikum im übrigen auch, denn wirklich jeder, der aus der Schnellengasse in Richtung Marktplatz bog, blieb eine Zeit lang stehen und wippte im Takt mit.

Mit Dieter Nitsche am Bass, Drummer Winni Rüland und Majid Salama an der zweiten Gitarre verfolgt die Ende der 80er Jahre gegründete Bluesband schließlich ein langjähriges Erfolgskonzept: ein Augenzwinkern, ein kurzes Nicken genügt und schon legt der Saturday-Night-Fish-Fry-Blues-Express einen Zahn zu oder wechselt die Gleise in Richtung Rock‘n‘Roll. Die Männer verstehen schließlich ihr Geschäft und halten schon länger den indestädtischen Blues-Express unter Dampf. Wobei Routine führt bei den „Fischen“ nicht dazu, dass das Programm abgespult wird. Im Gegenteil: Der Blues wird mit jeder Note gelebt und belebt.

Der ein oder andere nervöse Blick in Richtung Markt in Erwartung des Ordnungsamts begleitete Gastgeber Jannis Argiriou zwar im Laufe des Donnerstagabends, dennoch durfte der Gastgeber auf die kleine Open-Air-Bluessession stolz sein, lag in der Mainacht doch ein Hauch der Gemütlichkeit des French Quarters in Luft rund um den Marktplatz.

(vr)