Stadtrat berät: Freibad Dürwiß könnte bald eine Dachkonstruktion erhalten

Stadtrat berät : Freibad Dürwiß könnte bald eine Dachkonstruktion erhalten

Mit einem Dach oder einer Halle über dem Schwimmerbecken könnte man das Freibad Dürwiß rund ums Jahr betreiben, selbst im Winter. Diese Idee ist zwölf Jahre alt, jetzt kommt sie neu auf den Tisch. Der Sportausschuss des Stadtrats beschloss, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben.

Davon unabhängig wird das Freibad im nächsten Jahr deutlich aufgehübscht; über 400.000 Euro sollen dafür eingeplant werden.

Zwei Fraktionen, zwei Anträge, ein Ziel: Sowohl die UWG als auch die SPD hatten sich in den vergangenen Wochen und Monaten intensiv mit der Zukunft des Freibads Dürwiß, des benachbarten Freizeitgeländes und der Zukunft des Schwimmsports in Eschweiler befasst. Das Ziel: Ein besseres Freizeitangebot in Eschweiler, ein solides Angebot für Vereins- und Schulschwimmen und eine sichere Zukunft für beide Eschweiler Bäder.

Die sichere Zukunft steht im Vordergrund beim Antrag der UWG: Wie lange hält das Hallenbad Jahnstraße noch? Die exakte Restlaufzeit wird ein Gutachter ermitteln. Im Juli soll dieses Gutachten fertig sein. Die Stadtverwaltung hofft auf mindestens 15 Jahre.

Der zweite Punkt, der für die Unabhängigen Wähler wichtig ist: Sie schlagen vor, ein Gesamtkonzept für Freibad und Blausteinsee erstellen zu lassen. Und drittens greifen sie ihren Vorschlag von 2007 wieder auf, eine Traglufthalle über das große Becken im Dürwisser Freibad zu stülpen, dann könnten die Badegäste bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit dort schwimmen. UWG-Ratsherr Manfred Waltermann hat sich kundig gemacht: Solche Hallen stehen bereits in vielen Ländern und haben sich dort bewährt.

Auch die SPD-Fraktion nimmt Blausteinsee und Freibad Dürwiß zusammen in den Blick. In einem Antrag vom Mai dieses Jahres werden viele Verbesserungen für den Freizeitbereich nördlich von Dürwiß zur Prüfung vorgeschlagen: Verleih von Tretbooten und Stehpaddelbrettern, eine Verbesserung des kaum genutzten Jugendzeltplatzes, Stellplätze für Wohnmobile, Modernisierung der Jugendverkehrsschule und manches mehr. Der Kiosk des Freibads, so ein weiterer Vorschlag, könnte so eingerichtet werden, dass auch Besucher außerhalb des Freibad-Geländes bedient werden. Das möchte auch die Pächterin. Damit das möglich ist, wurde im Frühjahr bereits ein Gitterzaun umgesetzt.

Ein Arbeitskreis Freibad in der Stadtverwaltung hat eine Liste von Verbesserungen erarbeitet, die bereits im kommenden Jahr finanziert werden sollen. Teuerster Teil ist die Erneuerung der Pflasterflächen im Freibad. Hinzu kommen unter anderem: 50 Fahrradständer, neuer Rasen auf 9.500 Quadratmetern, Spielgeräte für mehr als 50 Kinder und zehn Picknick-Tische samt Bänken. Alles zusammen kostet über 400.000 Euro. Die Umkleiden, Duschen und Toiletten müssen noch mindestens ein Jahr warten, dann sollen auch sie erneuert werden.

 „Einhausen“ ja, aber wie?

Die Eschweiler Sportpolitiker sind sich weitgehend einig, dass es sinnvoll ist, das Hauptbecken im Freibad einzuhausen, also zu überdachen. Der wichtigste Grund: Der Nutzungsplan im Hallenbad Jahnstraße ist ausgereizt. Wenn alle Eschweiler Kinder Schwimmen lernen sollen und alle Vereinssportler trainieren wollen, wird die Zeit für die „normalen“ Besucher immer knapper. Die Sportler brauchen das Hallenbad, denn das Dürwisser Freibad ist für Sportveranstaltungen wenig geeignet. Für Wettkämpfe ist es zu flach und für die Nichtschwimmer-Ausbildung zu tief.

Deshalb liegt es nahe, das Hallenbad vorrangig für Schul- und Vereinssport zu nutzen und das Freibad zu einem Freizeit- und Spaßbad auszubauen, mit überdachtem Becken und Ganzjahresbetrieb. „Das ist schon ein charmanter Gedanken“, fand Oliver Liebchen, der Vorsitzende des Sportausschusses.

Nur: Was für eine „Einhausung“ soll das große Schwimmbecken bekommen? Die UWG favorisiert eine Traglufthalle. Das sei eine inzwischen bewährte Technik. Dr. Christoph Herzog, SPD-Ratsherr und Vorsitzender der Wasserfreunde Delphin, kritisierte, eine Traglufthalle wirke doch eher wie ein Hallenbad. Er erinnerte an einen früheren Vorschlag: Eine Überdachung zu schaffen, die man bei schönem Wetter wegrollen kann.

Entscheiden müssen sich die Kommunalpolitiker erst, wenn die Machbarkeitsstudie vorliegt. Sie soll nicht nur zeigen, wie viel der Umbau kostet, sondern auch die Betriebs- und Personalkosten für das Ganzjahres-Freibad errechnen.