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Eschweiler-Weisweiler: Fortuna Weisweiler will ihr Stadion auf Vordermann bringen

Eschweiler-Weisweiler : Fortuna Weisweiler will ihr Stadion auf Vordermann bringen

110 Jahre wird die Fußballabteilung des SV Fortuna Weisweiler in diesem Jahr alt und die Zeiten sind nicht spurlos am Club und dem 56 Jahre alten Hubert-Bündgens-Stadion vorbeigezogen. Bei der Jahreshauptversammlung wurden deshalb die Weichen für eine Frischzellenkur der Blau-Gelben gestellt — bei der auch eine mögliche Fusion in Zukunft nicht ausgeschlossen wird.

Mit neuem Platz und neuer Aufstellung im Jugendbereich will man der erfolgreichen 1. Mannschaft gerecht werden. Das Vertrauen dafür schenkten die Mitglieder einmal mehr dem Team von Manfred Bräuer, der seit zehn Jahren an der Spitze der Fortunen steht.

Der neue Vorstand der Fortuna um den Vorsitzenden Manfred Bräuer (vorne, 2.v.l.) hat viel Arbeit vor sich. Ehrenvorsitzender Hans Ferfer (vorne links) hatte zuvor jede Menge Lob für die bisher geleistete Arbeit übrig. Foto: Christian Ebener

Richtungsweisend

Bräuer erinnerte zum Auftakt der richtungsweisenden Versammlung an die Feiern zum 100-jährigen Bestehen, als er sein Amt antrat. Aber auch daran, dass die 1. Mannschaft damals um den Klassenerhalt in der Kreisliga B kämpfte. Das sieht nach heutigem Stand schon ganz anders aus. Das Aushängeschild des Clubs etablierte sich erfolgreich in der Kreisliga A, wo man aktuell im Aufstiegsrennen ganz vorne mitspielt.

„Die 1. Mannschaft macht nicht nur auf dem Platz Freude“, ergänzte der Vorsitzende mit Blick auf die vielen Aktivitäten, die die Mannschaft gemeinsam angeht.

Er ließ angesichts des Erfolges anschließend wenig überraschend durchblicken, dass das Trainerteam Besnik Sabani, Sascha Jesse und Sebastian Braun auch in der kommenden Saison an der Seitenlinie stehen wird.

Auch auf die vielgestellte Frage, ob die Fortuna überhaupt aufsteigen möchte, gab es eine klare Antwort: „Ja, wir wollen! Wenn nicht diese Saison, dann nächste Saison oder übernächste Saison!“

Nicht nur mit Hinblick auf die sportlichen Ziele betonte Bräuer: „Wir sind noch nicht zufrieden, können wir auch noch nicht sein, denn die Fortuna hat viele Ideen.“ Diesen Worten will er mit seinem neugewählten Vorstand Taten folgen lassen. Als sicherlich größte Neuerung erwartet die Fortuna eine Herkulesaufgabe: Der komplette Umbau des Hubert-Bündgens-Stadions.

Aktuell verfügt der Verein über einen großen Naturrasenplatz mit umrandender Laufbahn, dazu kommt ein Ascheplatz. Insgesamt ein erheblicher Pflegeaufwand für den Club. Das größte Problem stellt aktuell die Beleuchtung dar, denn der Rasenplatz verfügt über kein Flutlicht.

Das führt nicht nur im Trainingsbetrieb zu Engpässen, auch viele Gegner sind nicht gerade erfreut, im Winter auf dem Ascheplatz antreten zu müssen. Neben der Fortuna spielt nur Richterich in der Kreisliga A unter diesen Bedingungen, so Bräuer, der ergänzt, dass man mit Blick auf die Bezirksliga diesen Zustand nicht länger hinnehmen kann.

Nach aktuellen Planungen soll auf dem jetzigen Ascheplatz ein Kunstrasenplatz entstehen. Die Beleuchtung und eine kleine Tribüne wären dann bereits vorhanden. Das Vereinsheim könnte an die Längsseite des neuen Platzes wandern. Der Leichtathletik soll keinesfalls der Garaus gemacht werden, belegen die Planungen der Fortuna, denn ein Bereich mit Laufbahn und Springkasten könnten weiterhin Schulsport und Bundesjugendspiele im Hubert-Bündgens-Stadion möglich machen.

Der aktuelle Naturrasenplatz würde unter diesen Bedingungen verkauft werden, so dass die finanzielle Belastung für den Sportverein des drittgrößten Eschweiler Ortsteils komplett aufgefangen werden könnte.

Die Kalkulation der Fortuna umfasst Einnahmen durch den Verkauf von 711.600 Euro, einen Zuschuss des Landessportbundes von 50.000 Euro und Kosten von 480.000 Euro für den neuen Platz — soweit die Planungen, die allerdings noch auf ihre Absegnung durch die Stadt warten.

Ebenfalls denkbar ist laut der Projektbeschreibung eine Fusion mit dem FV Eschweiler. Die Schwarz-Weißen, die nur wenige hundert Meter entfernt am Wetterschacht spielen, ermöglichten mehr Spielern und Zuschauern vom neuen Platz zu profitieren. Zudem betont die Fortuna, dass sich damit einige Probleme des FV — kaum Parkplätze, kein Flutlicht, neues Vereinsheim — lösen ließen. Gemeinsam ließe sich zudem ein Kleinfeldplatz in Weisweiler für die Jugend umsetzen.

Kooperation gekündigt

Die Jugend soll bei der Fortuna in Zukunft einen größeren Stellenwert einnehmen, auch das war Bestandteil der Marschroute von Bräuer und seinem Team. So wurde die Kooperation mit Jugendsport Wenau aufgekündigt, um sich besser auf den Aufbau der eigenen Jugendabteilung zu fokussieren.

Mit einem neuen Platz wäre die Fortuna automatisch deutlich attraktiver, betonte Bräuer, da man nicht mehr auf dem leidigen Ascheplatz trainieren müsse. Federführend für den Aufbau der Jugendabteilung ist ab jetzt Thomas Schepp, der als Jugendleiter gewählt wurde. Freuen kann sich dieser bereits auf die A-Jugend, die in der kommenden Saison gestellt werden kann. Jedoch, bekräftigte Bräuer, liegt noch ein langer Weg vor den Blau-Gelben, um im Nachwuchsbereich durchgehend Mannschaften anzubieten.

Um darauf hinzuarbeiten appellierte er an die Mitglieder, sich ehrenamtlich zu engagieren. So könne man zwar eine A-Jugend stellen, die Trainersuche laufe aber noch auf Hochtouren.

Hilfe der Mitglieder sei ebenso von Nöten, um eine erfolgreiche Hallenmeisterschaft ausrichten zu können, doch für Derartiges könne man sich ohnehin auf die Fortunen-Familie verlassen. Das machte auch Ehrenvorsitzender Hans Ferfer klar, der sich an den Vorstand mit seiner Hoffnung wendete: „Führt das Fortuna-Schiff weiterhin zu Erfolgen!“ Eine der spannendsten Amtszeiten dürfte es für den Vorstand allemal werden.

Durch und durch blau-gelb

Fabian Neffgen, der Marc Stuhlsatz als Geschäftsführer ablöste, ist als einziger neu im Team; eingespielt ist der Vorstand, der durch und durch blau-gelb ist, mit Sicherheit. Und wenn zu den ganzen Aufgaben am Ende noch die Unterbringung einer Aufstiegsfeier innerhalb der Feierlichkeiten zum 110. Geburtstag der Fortuna käme, dann würde sich im Hubert-Bündgens-Stadio sicherlich niemand beklagen.

(cheb)