Eschweiler: Fläche für Segler und Surfer soll bleiben

Eschweiler: Fläche für Segler und Surfer soll bleiben

Zwischen der Stadt und der Städteregion deutet sich ein längeres Tauziehen an. Der Landschaftsplan VII sieht eine kleinere Fläche als bisher für Segler auf dem Blausteinsee vor.

Dem will sich die Ratsmehrheit widersetzen. Lediglich Dietmar Widell von den Grünen sprach sich gegen ein Beibehalten der derzeit bestehenden Bojenlinie aus. Die Entscheidung der Mehrheit könnte ein Nachspiel haben, weil Widell geltendes Recht verletzt sieht und den Bürgermeister zur Prüfung des Beschlusses aufforderte. Damit wurde das Votum formaljuristisch aufgehoben.

In der Planungs-, Bau- und Umweltausschusssitzung stand der Grünen-Stadtverordnete Dietmar Widell mit seiner Haltung alleine: „Die Bojenkette gehört dahin, wo sie laut Plan auch liegen müsste. Auch bei Landschaftsschutz muss geltendes Recht vertreten werden”, argumentierte er. Man habe einen Fehler gemacht, den es zu korrigieren gelte.

Der Technische Beigeordnete Hermann Gödde versuchte den Knoten zu lösen: „Beim Flächennutzungsplan ist man von einer Stauhöhe von 129 Meter über Normalnull und einer Wasserfläche von 101,9 Hektar ausgegangen.” Man habe das Stauziel jedoch nie erreicht, wodurch die Wasserfläche nun lediglich 94 Hektar betrage. Die Stadt habe mit den Behörden damals vereinbart, die Bojenlinie erst mit dem Landschaftsplan genau festzulegen.

Für die übrigen Kommunalpolitiker steht außer Frage, dass der „Mensch im Vordergrund stehen soll”, wie es CDU-Ratsherr Wolfram Stolz formulierte. Leo Gehlen (SPD) und Erich Spies (UWG) erinnerten daran, dass der Blausteinsee als Ausgleich für die Menschen geschaffen worden sei, die unter dem Braunkohleabbau leiden mussten. „Trotz der Nutzung durch die Menschen hat die Natur nicht gelitten, im Gegenteil”, meinte Gehlen. Auch für CDU-Fraktionschef Bernd Schmitz habe sich der See „gut entwickelt”.

Einen Alternativvorschlag brachte die FDP ins Spiel. Sie stellte einen Kompromiss vor, der allerdings abgelehnt wurde.

Der Beschluss des Ausschusses, der auch die Möglichkeit von Grillplätzen am Süden des Sees vorsieht, muss auf Antrag der Grünen nun von Bürgermeister Rudi Bertram geprüft werden. Sollte er geltendem Recht widersprechen, so muss der Verwaltungschef ihn beanstanden und es muss neu beraten werden.

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