Finanzen: Stadt-Bücherei Eschweiler kann wieder mehr Geld ausgeben

Mehr finanzieller Spielraum : „Gutes Jahr“ für die Stadtbücherei

Das Jahr 2018 war für die Stadtbücherei ein gutes, sagt Michaele Schmülling-Kosel, weil sie als Leiterin wieder uneingeschränkter investieren durfte – denn das vergangene war das erste, in dem die Stadt Eschweiler nicht mehr im Haushaltssicherungskonzept verharren musste.

„Deswegen konnte ich Dinge anschaffen, die ich mir sonst verkniffen hätte“, sagt Schmülling-Kosel. „Und ich konnte individuelle Leserwünsche einfacher erfüllen.“ Einen wichtigen Teil der neuen Ein- und zukünftig immer wichtiger werdenden Ausrichtung macht die Medienkompetenz aus, also das Angebot, Kinder und Jugendliche für den digitalen (Schul-)Alltag zu rüsten.

Bislang ist es so, dass die Stadtbücherei auf punktuelle Wünsche von Schulen reagiert, wenn es um Unterstützung in Sachen Medienkompetenz geht – auch weil manche Schulen nur „rudimentär“ mit der entsprechenden Technik ausgestattet seien. Das soll sich demnächst „verselbstständigen“, wie Schmülling-Kosel betont: „Wir wollen ein ganzheitliches Konzept und ein ausgefeiltes, aufeinander aufbauendes Angebot erstellen.“ Medienkompetenz-Konzepte werden für Schule ohnehin ab Sommer verpflichtend.

Große Hoffnung setzt die Leiterin in diesem Zusammenhang auf einen eigenen Medienpädagogen. Diese Stelle ist für die Stadtbücherei ausgeschrieben, jetzt wartet Schmülling-Kosel auf Bewerbungen.

Anstieg hat mehrere Gründe

Zu den Finanzen: Die Stadtbücherei bleibt ein Zuschussgeschäft für die Stadt Eschweiler, sie trägt sich finanziell also nicht aus eigener Kraft. Der Anteil der Stadt beträgt für das vergangene Jahr 350.770 Euro. Im Vergleich zum Jahr 2017 sind das rund 32.000 Euro oder umgerechnet zehn Prozent mehr. Das habe mehrere Ursachen, erläutert Michaele Schmülling-Kosel in der Jahresbericht-Vorlage für den Kulturausschuss am Donnerstag, 2. Mai, 17.30 Uhr: Anhebung der Büchereiausstattung insgesamt, Kostensteigerung bei Datenbankangeboten, tarifliche Anhebung der Bezüge. Die eigenen Einnahmen der Stadtbücherei sind um rund 3,5 Prozent auf 15.555 Euro gesunken.

Ein langfristiges Ziel bleibt es, die Bücherei „zeitgemäß“ auszustatten. Dazu gehören neue Möbel für den Erwachsenenbereich. Landesmittel dafür seien beantragt, die Genehmigung stehe noch aus. Sollte die erteilt werden, stehe die lange geplante „massive Medienreduzierung von Altbeständen“ an. Im Vergleich zum Jahr 2017 hat sich der Bestand 2018 von 42.816 auf 43.063 Medien erhöht – die Erneuerungsquote lag bei 7,5 Prozent. Die Printmedien machen einen Anteil von 59 Prozent aus, Kindermedien 24, Nicht-Bücher (wie etwa Spiele) 16 und E-Books zwei Prozent.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund 4000 Medien – also vier Prozent – weniger ausgeliehen als 2017 (Rückgang von 94.370 auf 90.413). Dabei ist der Anteil der Print- und Kindermedien quasi gleich geblieben (rund 24.000 beziehungsweise 31.000). E-Books waren etwas beliebter als 2017 (8976 anstatt 7674 Ausleihen), Nicht-Bücher wurden dagegen rund 5000 Mal weniger ausgeliehen (26.700 anstatt 31.300).

Die Zahl der Besucher summierte sich 2018 auf 38.193, nach Angaben der Stadtbücherei besitzen 9725 Menschen einen Bibliotheksausweis, was 16,6 Prozent der Bevölkerung ausmacht. Die eigentliche Zahl sei höher, da Kunden Ausweise gemeinsam nutzen würden. Zu den 182 Veranstaltungen kamen 4834 Besucher. „2018 war auch ein spannendes Jahr, weil wir viele neue Kontakte in Bereichen wie Schule und soziale Medien geknüpft haben, mit denen wir in Zukunft zusammenarbeiten möchten“ betont Michaele Schmülling-Kosel.

(cro)