Figurentheater Fithe tritt im Städtischen Gymnasium Eschweiler auf

„Freunde frisst man nicht“ : Figurentheater Fithe tritt im Städtischen Gymnasium Eschweiler auf

Afrika! Weites Land und flirrende Hitze. Inmitten der Savanne, die von zahlreichen Tieren vom großen Nashorn bis zur winzigen Termite bewohnt wird, steht im hohen Gras ein riesenhafter Baum, in dessen Schatten ein Löwe einer seiner Lieblingsbeschäftigungen nachgehen möchte. Er beabsichtigt, zu schlafen. Doch die beiden Mäuse Sieglinde und Toni haben andere Pläne. Sie beginnen, den König der Tiere zu necken und zu ärgern. Die beiden werden immer übermütiger. Bis...

Mehr als 2500 Jahre alt ist die Erzählung des griechischen Fabeldichters Äsop, die am Samstagnachmittag vom in Ostbelgien beheimateten Figurentheater Fithe im Rahmen der Reihe „Nixx wie hin! Kinderkultur in Eschweiler“ altersgerecht auf die Bühne der Aula des Städtischen Gymnasiums gebracht wurde. Doch damals wie heute galt und gilt, dass der Starke auch schwache Seiten hat, jeder Kleine eben auch Stärken besitzt.

Darüber hinaus ließen die beiden Figurenspieler Olga Blank und Heinrich Heimlich mit Einfallsreichtum, ansteckender Spielfreude, Musik, Gesang und beeindruckendem Schattenspiel ihre zahlreichen jungen und junggebliebenen Zuschauer erkennen, welch große Bedeutung Freundschaft, Großherzigkeit, Mitgefühl und Hilfsbereitschaft haben (sollten). Zum Wohle aller.

Doch zunächst tut der Übermut der Maus Toni gar nicht gut. Denn der Löwe packt auf einmal zu und hat den kleinen Nager fest im Griff. „Mich zu ärgern wird dich teuer zu stehen kommen. Für eine Vorspeise bist du gerade richtig. Ich werde dich fressen!“, kündigt der Löwe an. Toni lässt sich aber nicht einschüchtern und nimmt all seinen Mut zusammen. „Wäre es nicht schlauer, mich nicht zu fressen?“, fragt er den Löwen. Er sei „gut im Retten“ und dies könne dem Löwen einmal von größtem Nutzen sein, wenn dieser einmal in der Patsche stecke. „Wann sollte ich schonmal in der Patsche stecken?“, gibt sich der Löwe (zu) selbstsicher, besinnt sich dann aber. „In Schwierigkeiten kommt jeder einmal. Du kannst gehen“, stellt er seine Großherzigkeit unter Beweis.

Kurze Zeit später lässt ein markerschütterndes „Au“ die Savanne beinahe erbeben. Auf der Jagd hat sich der Löwe einen Dorn tief in die Pfote getrieben, von dem er sich selbst nicht befreien wird können. Die Fortsetzung der Nahrungssuche ist ausgeschlossen. Eine Nachricht, die sich im Tierreich schnell herumspricht und für Freude sorgt. „Die Kunde von der Wunde macht die Runde in der Stunde. Und dann weiß jeder Bescheid, wenn der Löwe so laut schreit“, heißt es.

Schließlich erreicht die Kunde auch Sieglinde und Toni. „Seine Verletzung ist gut für uns, denn nun droht uns keine Gefahr mehr von ihm. Soll er ruhig leiden“, meint Sieglinde. Doch Toni ist anderer Auffassung. „Er verhungert! Ich muss ihm helfen“, so sein Entschluss, der bei Sieglinde das blanke Entsetzen hervorruft. „Spinnst du? Denk doch mal an uns!“, fordert sie. Ohne Erfolg!

Die Maus macht sich auf die Suche nach dem Löwen, dessen Pfote nach drei Tagen mit Dorn mehr und mehr anschwillt. Als Toni den nun gar nicht mehr so starken König der Tiere antrifft, gibt dieser zu: „Ich kann nur die großen Sachen.“ Für Filigranarbeit zeigt sich aber Toni bestens gerüstet. Er zieht den Dorn aus der Pfote, verbindet sie, verschreibt als Therapie drei Tage ohne Jagd und mit kurzen Spaziergängen. „Kleine Maus, große Hilfe!“, ist der Löwe überglücklich und unterstreicht den Grundsatz „Freunde frisst man nicht!“