Eschweiler-Kinzweiler: Fesche Buam und Madln heizen ordentlich ein

Eschweiler-Kinzweiler: Fesche Buam und Madln heizen ordentlich ein

Fröhlich feiern und dabei Gutes tun — das Trommler- und Pfeifercorps Kinzweiler hatte sich das vorgenommen. Und es klappte vorzüglich. Mit einem Gemeinschaftskonzert am Samstag halfen die Musikanten zu gleichen Teilen dem Förderverein Kinzweiler Festhalle und dem Förderverein des Regionalen Onkologischen Schwerpunktes Eschweiler.

Dabei verlangten die Trommler und Pfeifer noch nicht einmal Eintrittsgeld. Sie verließen sich auf die Spendenbereitschaft der Besucher, die zahlreich zur Kinzweiler Festhalle kamen und gerne spendeten. Der hübsch mit Lichtern dekorierte Saal war voll besetzt, als Michael Mathar, der 1. Vorsitzende des Kinzweiler Trommler- und Pfeifercorps 1931 e.V., die Gäste begrüßte und auf den Anlass des Konzertes hinwies: das 85-jährige Bestehen dieser Musikgruppe.

Gefeiert wird dieses Jubiläum mit mehreren Veranstaltungen. Das Konzert am Samstag war erst der Auftakt. Für Anfang September sind drei Tage währende Feierlichkeiten geplant, mit Festkommers, Sternmarsch, Jubiläumsparty, Festzug und Wertungsspiel.

Böhmisch-mährische Volksmusik

Die Kinzweiler Trommler und Pfeifer waren nicht allein auf der Bühne. Ihre musikalischen Mitstreiter waren die Oberländer Buam aus dem benachbarten Alsdorf, die sich schon seit ihrer Gründung 1990 aus unerfindlichen Gründen mit einem Apostroph im Namen „Oberländer Bua‘m“ nennen.

Diese Musikgruppe, die nicht nur aus Buam, sondern auch aus Madln besteht, hat sich einen exzellenten Ruf erarbeitet. Die 23 Musikerinnen und Musiker treten nicht nur bei Oktoberfesten und im Karneval auf, sie machen Konzertreisen und begeistern mit ihrer böhmisch-mährischen Volksmusik, vor allem mit Polkas und Walzern.

Das Eschweiler Publikum hatte die von Martin Collas geleiteten Buam noch seit deren Auftritt im Oktober des vorigen Jahres, ebenfalls in der Kinz-weiler Festhalle, in guter Erinnerung. Am Samstag traten die Oberländer Buam unentgeltlich auf — ein Zeichen der in den vergangenen Jahren gewachsenen Freundschaft zwischen den beiden Vereinen aus Kinzweiler und Alsdorf.

Auch alle anderen Mitwirkenden des Gemeinschaftskonzerts machten unentgeltlich mit. Zum Beispiel die Mitglieder des Karnevalsvereins Garderegiment Weiß-Rot Eschweiler, die hinter der Theke standen und dafür sorgten, dass alle Gäste vor der Theke und an den langen Tischen im Saal mit Getränken versorgt wurden. Vorsitzender Mathar bedankte sich bei ihnen herzlich.

Große Bandbreite

Ein ebenso herzliches Dankeschön mit Blumen gab es am Ende des Gemeinschaftskonzerts auch für die Ausbilderin der Kinzweiler Musikanten, Claudia Evenschor.

Mal abwechselnd, mal gemeinsam musizierten die beiden Gruppen, das Musikcorps und die Blaskapelle, und zeigten dabei die große Bandbreite ihres Könnens. Die Oberländer Buam begeisterten mit ihrer zünftigen Blasmusik, zu der auch beliebte Solisten-Partien wie das Trompetensolo aus „Die Post im Walde“ zählten.

Die Trommler und Pfeifer bewiesen, dass ihre Musikformation sich längst nicht auf Märsche beschränkt. Ihre Melodien führten rund um die Welt, mit irischen Weisen, südamerikanischen Klängen und sogar Filmmusik. Besonders heftig mit Beifall bedacht wurde die Komposition „Spectaculum“ mit mittelalterlich anmutender Spielmannsmusik. Durch das Programm führte am Samstag Clarissa Schüller.

Finanzielle Nutznießer des Konzertes sind der Förderverein Regionaler Onkologischer Schwerpunkt Eschweiler, am Samstag vertreten durch Dr. Elmar Wagenbach und Klaus-Dieter Bartholomy, und der Förderverein Kinzweiler Festhalle. Dessen Vorsitzender Rainer Joussen — er ist zugleich auch 1. Corpsführer des Trommler- und Pfeifercorps — bedankte sich herzlich für das Engagement aller Mitwirkenden und Gäste des Jubiläumskonzertes. Der Förderverein ist Träger der Festhalle Kinzweiler, die nur durch diesen privaten und ehrenamtlichen Einsatz betrieben und in ihrem Bestand gesichert werden kann.