Art Open: Feinste Kunst, wohin das Auge schaut

Art Open : Feinste Kunst, wohin das Auge schaut

Viel internationales Flair wehte am Samstagmorgen durch den Ratssaal bei der Eröffnungsveranstaltung der diesjährigen Art Open.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Helen Weidenhaupt und Dieter Kamp, Chef des Wirtschaftsförderungsamtes, begrüßten im Namen der Stadt Eschweiler lokale, regionale und internationale Künstler und die ersten neugierigen Besucher der diesjährigen Kunst-Meile. Helen Weidenhaupt erinnerte sich angesichts des unschönen Regenwetters spontan an die erste Art Open vor Jahren, bei der es auch etwas ungemütlich für die zwischen den einzelnen Stationen wandelnden Besucher herging.

Jugend heranführen

Eines der Ziele der Ausstellung, so Dieter Kamp, sei bereits im Vorfeld mit dem Nachwuchsförderpreis erreicht. Junge Menschen an Kunst heranzuführen, könne gar nicht hoch genug bewertet werden. Angesichts der über 80 ausstellenden Künstler kann man, ohne respektlos zu sein, auch in diesem Jahr durchaus von einem großangelegten Kunst-Spektakel sprechen, das Kulturmanager Max Krieger mit seinen vielen Helfern hinter den Kulissen in Szene gesetzt hat.

Art Open machte die Indestadt wieder einmal zum Mekka für Kunstliebhaber. Foto: Paul Santosi

Mit Albert Koch von der Stiftung Vargas besuchte zudem ein Repräsentant einer anerkannten Stiftung und Denkfabrik die Art Open, mit dem die ohnehin schon gut etablierten Beziehungen zu Freunden und Künstlern in Brasilien noch ein weiteres Stück engmaschiger werden dürften.

Bronze-Skulpturen

Art Open machte die Indestadt wieder einmal zum Mekka für Kunstliebhaber. Foto: Rudolf Müller

Rafael Ramirez Máro, der auch selbst einige seiner großformatigen Werke von Weltklasse im Ratssaal zeigte, erledigte die schöne Aufgabe, die Preisträger des diesjährigen Nachwuchspreises „Kunstdünger“ auszuzeichnen. Die jungen Leute genossen sichtlich die Aufmerksamkeit des Publikums im Ratssaal. Man hoffe, mit dem Preis vielleicht den Grundstein für die eine oder andere Karriere legen zu können, so Máro.

Bei einem Glas Sekt und beschwingter Gitarrenmusik erfreuten sich Dutzende  Besucher im Anschluss an die Eröffnung gleich vor Ort an den großformatigen Werken von Gastkünstlern aus aller Welt. Die aus Argentinien stammende Natalia Sisto etwa bereicherte die Ausstellung im Ratssaal mit ihren Bronze-Skulpturen. Die junge Dame, die mittlerweile in Belgien lebt, erhofft sich von der Art Open Kontakte, die ihr vielleicht einmal den Weg zu einer richtig großen Skulptur, vielleicht gar eines Springbrunnens, öffnen. Hoffentlich hat sich jemand aus der Stadtverwaltung die Visitenkarte der jungen Dame geben lassen.

Art Open machte die Indestadt wieder einmal zum Mekka für Kunstliebhaber. Foto: Rudolf Müller

Sonderaktionen

Max Krieger hatte am Samstagmorgen noch jede Menge damit zu tun, zahlreiche Hinweise zur Organisation, den verschiedenen Anlaufpunkten und den Sonderaktionen zur Art Open unters Volk zu bringen.

Art Open machte die Indestadt wieder einmal zum Mekka für Kunstliebhaber. Foto: Rudolf Müller

Sonderaktionen wie die Verlosung einer Kunstreise für zwei Personen in eine europäische Kunststadt. Wer gewonnen hat, das  stand am Sonntagabend fest: beim Ausklang der Art Open im Ratssaal in Anwesenheit der Künstler und zahlreicher Kunstinteressierter. Bei Getränken und Musik bot sich dort Gelegenheit, die Ausstellungstage Revue passieren zu lassen  und Kontakte auszutauschen.

Gastland Brasilien

Ausgezeichneter Nachwuchs: Art-Open-Macher Max Krieger mit den „Kunstdünger“-Preisträgern Jana Hoffmann, Julia Janowski und Fynn-Louis Knapp. Die Preisverleihung war nur eine von vielen Facetten der Art Open, an der sich  80 Künstler aus mehreren Ländern an vielen Veranstaltungs- und Ausstellungsorten  beteiligten. Dazu zählte der Ratssaal ebenso wie die Peter-Paul-Kirche und der Markt. Fotos aus dem brasilianischen Alta Floresta gehörten ebenso zum Programm wie Sambarhythmen. Foto: Paul Santosi

Ein besonderes Highlight der an Attraktionen alles andere als armen Art Open war die Ausstellung von zwölf Künstlerinnen und Künstlern aus dem diesjährigen Gastland Brasilien. Hier paarte sich profundes Können mit geballter Lebensfreude.

Letztere manifestierte sich am Samstagabend auch auf dem Marktplatz, wo die in Heerlen beheimatete Sambatruppe Animoso den im Herbstregen fröstelnden Besuchern mit rasanten Rhythmen kräftig einheizte und den musikalischen Rahmen für eine Freiluft-Ausstellung von bunten Frauenfiguren der aus Brasilien stammenden, längst aber in Deutschland beheimateten Künstlerin Lucia Hinz bot.

Frauenfiguren, mit denen Hinz an 100 Jahre Frauenwahlrecht erinnern wollte. Die Ausstellung war kurzfristig an die Stelle der ursprünglich geplanten Schau von Gerda Zulegers „13 Mänteln“  getreten, die das nasse Wetter nicht überlebt hätten.

Fotos aus Alta Floresta

Eine Sonderschau im Rathaus zeigte Dutzende von Fotos aus Alta Floresta am Rande des brasilianischen Regenwaldes. Von Indestädtern wie Einheimischen geschossene Eindrücke aus der Umgebung der Stadt, mit der Eschweiler eine bundesweit beachtete Projektpartnerschaft eingegangen ist. Was nicht von ungefähr kommt: Immerhin ist Eschweilers Kulturmanager und Art-Open-Macher Max Krieger brasilianischer Honorarkonsul.

Wenn es eines besonderen Beweises für kulturelle Vielfalt, Völkerverständigung und künstlerischen Anspruch in der Indestadt bedurfte, die Art Open hat ihn erneut und zweifelsfrei angetreten.

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