Familie aus Eschweiler wehrt sich gegen Strompreiserhöhung der BEV

Nothberger Familie von Schreiben überrascht : Trotz Garantie soll Strompreis drastisch steigen

Die Nothberger Familie Fröhling bekam kurz vor Weihnachten wenig erfreuliche Post: Ihr Stromanbieter, die Bayerische Energieversorgungsgesellschaft (BEV) teilte mit, dass der Preis zum 1. Februar 2019 drastisch steigt. Dabei ist in dem Vertrag mit der Familie Fröhling, der am 1. Juli 2018 begann, eine eingeschränkte Preisgarantie über zwölf Monate enthalten.  Dies ist kein Einzelfall, wie die Verbraucherzentrale bestätigt. Die BEV ist nun sogar ein Fall für die Bundesnetzagentur.

Regelmäßige Wechsel des Stromanbieters klingen für viele Kunden verlockend, denn manche Betriebe locken mit saftigen Neukundenrabatten. Auch die Familie Fröhling wählt oft diesen Weg. „Ein solches Geschäftsgebahren habe ich jedoch noch nie erlebt“, meint der Indestädter. Den Vertrag mit der BEV hat er schon zum 1. Juli gekündigt und allen Preiserhöhungen widersprochen.

Aber der Reihe nach: Mit Schreiben vom 15. Dezember des vergangenen Jahres sandte die BEV eine „Information zur Preisanpassung“. Darin wird angekündigt, dass der Arbeitspreis zum Februar von derzeit 23,33 auf 25,52 Cent/Kilowattstunde angehoben wird. Der Grundpreis soll von 6,60 auf 35,06 Euro monatlich steigen. „Die Änderung umfasst 28,46 Euro/Monat“, rechnet der Anbieter im Schreiben selbst vor. Begründet wird dies mit den steigenden Kosten der Energieanbieter.

Familie Fröhling hat reagiert und die BEV angeschrieben. Die Antwort erfolgte in einem Brief, datiert vom 11. Januar 2019. Darin gibt der Energieversorger zu: „Die in der oben erwähnten Information zur Preisanpassung aufgeführten Kosten gehören nicht zu diesen hoheitlichen Belastungen und berechtigen uns daher nicht, vor Ablauf der Garantie Ihnen gegenüber eine Preiserhöhung vorzunehmen.“ Diese soll nun ab dem 1. Juli gelten, wenn die Preisgarantie endet. Im gleichen Schreiben bietet das Unternehmen eine „einvernehmliche Preiserhöhung“ an. Weiter heißt es: „Bitte beachten Sie: Wenn Sie mit der vorzeitigen freiwilligen Erhöhung nicht einverstanden sind, können Sie uns natürlich jederzeit – auch nach dem 1. Juli 2019 – mitteilen, dass Sie dies nicht wünschen. Wir werden Ihnen dann selbstverständlich – jeweils für die Dauer der eingeschränkten Preisgarantie – unverzüglich die volle etwaig eingezogene Differenz zwischen den bisherigen und den dann erhöhten Abschlägen erstatten und auch im Rahmen der Jahresabrechnung die bisherigen Vertragskonditionen zu Grunde legen.“ Der Kunde soll also widersprechen, sonst wird deutlich mehr abgebucht.

Die NRW-Verbraucherzentrale hat dazu eine eindeutige Haltung: „Wenn Sie durch ein Schreiben der BEV zu einer einvernehmlichen Preiserhöhung aufgefordert werden, hat Ihr Schweigen rechtlich keine Auswirkungen.“ Aufgrund dessen sei BEV nach Ansicht der Verbraucherzentrale nämlich nicht berechtigt, den Abschlag während der Preisgarantie zu erhöhen. Dennoch sollen Kunden der Erhöhung ausdrücklich widersprechen und dies per Einwurf-Einschreiben versenden. Im Zweifel solle man sich bei der Verbraucherzentrale beraten lassen.

Die nächste Beratungsstelle befindet sich in der Luisenpassage in Alsdorf. Die Öffnungs- und Beratungszeiten sind montags von 9 bis 14.30 Uhr, mittwochs und donnerstags von 9 bis 13 und von 14 bis 18 Uhr sowie freitags von 9 bis 14.30 Uhr. Telefonisch ist sie unter Tel. 02404 / 9032775 erreichbar.

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