Falsch gefahren: Linie 26 sorgt in Nothberg für Unmut

Eltern ärgern sich über Fehlfahrten in Nothberg : Mathe verpasst, weil der Busfahrer falsch abbiegt

Immer wieder passiert es an der Katholischen Grundschule Bergrath, dass Schulkinder aus Nothberg zu spät zum Unterricht kommen. Zumindest jene, die morgens die öffentlichen Verkehrsmittel der Aseag nutzen. Jetzt will das Unternehmen endlich reagieren.

Einige Eltern beklagen seit längerem ständige Fehlfahrten der Linie 26, die die Kinder eigentlich pünktlich zur Schule bringen müsste.

Dabei handele es sich um die Fahrt, die um 7.38 Uhr ab der Nothberg Siedlung in Fahrtrichung Eschweiler fahre, erzählt Nicole Laurs-Simons. Bereits vor zwei Jahren haben sie und ihr Mann sich an die Aseag gewandt, weil es zu zahlreichen Falschfahrten gekommen ist. „Wir hatten uns dann dazu entschlossen, unseren Sohn, der damals die zweite Klasse besucht hatte, nicht mehr mit dem Bus fahren zu lassen, sondern ihn mit dem Auto zur Schule zu fahren“, sagt die Mutter.

Kurz vor den Sommerferien in diesem Jahr hatte man dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nochmal eine Chance gegeben. „Seit dem gab es vier weitere Vorfälle“, sagt Laurs-Simons. Entweder komme der Bus der Linie 26 erst gar nicht, oder er fahre eine ganz falsche Route, wodurch die Kinder zu spät zum Unterricht kommen würden.

Im Namen der gesamten Aseag bedauert Sprecher Paul Heesel die Vorkommnisse. „Wir möchten uns eindringlich bei den Eltern und Kindern dafür entschuldigen. Sowas sollte nicht passieren, das ist ganz klar“, sagt er.

Ziel ist es, jetzt Schritte einzuleiten, um die Situation so zu verbessern, dass das Befahren von falschen Strecken und Ausfälle nicht mehr vorkommt. So sollen beispielsweise die Kursbücher der Busfahrer verbessert werden. In einem solchen Kursbuch würden sowohl Linienweg als auch Fahrplan drinstehen. Manchmal seien dort aber nicht alle Haltestellen verzeichnet.

„Meistens sind es auch immer die gleichen Fahrer, die die Linie 26 bedienen. Dann reicht ein solches Kursbuch. Damit es aber keine Unklarheiten mehr gibt für diejenigen Fahrer, die dort nicht so oft unterwegs sind, werden wir die Fahrstrecken in den Kursbüchern besser beschreiben“, sagt Heesel. Außerdem sollen auch nochmal alle Fahrer eindringlich informiert werden.

Indes halten die betroffenen Eltern ein Sammeltaxi für eine gute Lösung. Dies würde sich für die Handvoll Schulkinder hervorragend eignen, findet Laurs-Simons. Weil es dort allerdings einen Linienbus gebe, sei das wirtschaftlich gesehen nicht sinnvoll, teilt Paul Heesel mit. „Wenn der Wunsch seitens der Kommune allerdings besteht, dann muss das auch von den Kommunen beauftragt und finanziert werden“, sagt er. Aber aufgrund des bestehenden Linienangebots auf dieser Strecke solle das dann natürlich auch hundertprozentig funktionieren.

Bei der Stadt Eschweiler liegen derzeit keine Beschwerden vor. Gibt es künftig jedoch keine Verbesserung, ist auch die Stadt gefragt. „Bei Problemen kann man sich auch immer direkt an uns wenden“, versichert Stadtsprecher René Costantini.

Nicht zuletzt sehen betroffene Eltern auch ein Problem darin, dass beide Bushaltestellen in Nothberg den gleichen Namen tragen. „Um Irritationen bei den Busfahrern zu vermeiden, wäre es sinnvoll, die Haltestellen unterschiedlich zu benennen“, schlägt Laurs-Simons vor. Laut Paul Heesel sei es aber im gesamten Liniennetz so, dass Haltepunkte in einem Bereich die gleichen Namen tragen, um bestimmte Punkte einheitlich zu kennzeichnen. „Wenn wir das punktuell aufheben, würde das zu zusätzlicher Verwirrung sorgen“, erklärt der Aseag-Sprecher. Die beste Lösung sei es also, die Kursbücher zu verbessern und so Verwirrungen bei nicht ortskundigen Busfahrern zu vermeiden.

(cap)
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