Eschweiler: Fairtrade-Schule: Erneute Zertifizierung für die Liebfrauenschule

Eschweiler : Fairtrade-Schule: Erneute Zertifizierung für die Liebfrauenschule

Eigentlich ist es eine Selbstverständlichkeit: Unmittelbare Produzenten von Waren erhalten für den Verkauf ihres Produkts einen Preis als Lohn, von dem sie leben können. Doch die Realität sieht (zu) häufig anders aus. Vor allem Menschen aus Entwicklungsländern, deren Waren in den hochentwickelten Industriestaaten an den Mann beziehungsweise die Frau gebracht werden, arbeiten oft für unfassbare Hungerlöhne.

Die weltweite Initiative „Fairer Handel“ (englisch „Fair Trade“) setzt sich für eine gerechte Entlohnung der Produzenten ein. Seit 2001 ist die Bischöfliche Liebfrauenschule Teil dieser Bewegung. Damals wurde der „Eine-Welt-Arbeitskreis“ ins Leben gerufen. Zwölf Jahre später erhielten die Schüler und Lehrer des Arbeitskreises von den Verantwortlichen des gemeinnützigen Vereins „Trans Fair“ erstmals den Status „Fairtrade-Schule“ verliehen. Eine Auszeichnung, die nach 2015 nun vor wenigen Tagen zum dritten Mal der Bischöflichen Liebfrauenschule zuteil wurde. Am Mittwochvormittag reichte Schulleiter Carsten Gier die Urkunde an die Arbeitskreisleiterinnen Birgit Herkenhoff-Portik und Rita Weiskorn sowie an die engagierten Schüler weiter.

„Mit unserem Eintreten für den fairen Handel verfolgen wir das Ziel, einen Beitrag zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von benachteiligten Bauern- und Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika zu leisten“, beschreibt Birgit Herkenhoff-Portik das tägliche Engagement der 30 Schüler, die zusammen mit Lehrern, Schulseelsorger Frank Klinkenberg und Eltern ein Team bilden und damit eine Voraussetzung erfüllen, das Prädikat „Fairtrade-Schule“ tragen zu dürfen.

Weitere Bedingungen sind der Verkauf und Verzehr von fair gehandelten Produkten, regelmäßige Aktionen zum Thema innerhalb jedes Schuljahres sowie die Dokumentation der Aktionen auf dem „Fairtrade Schools Blog“. Darüber hinaus soll das Thema jahrgangs- und fachübergreifend im Unterricht behandelt werden. „Dies tun wir in den Fächern Religion, Politik, Erdkunde, Sozialwissenschaften und Englisch“, berichtet Birgit Herkenhoff-Portik, die den „Eine-Welt-Arbeitskreis“ auch für die Zukunft gut aufgestellt sieht. „Viele Schüler steigen schon in der Unterstufe ein und bleiben bis zum Abitur. Momentan ist die Stufe Q2, also der Abiturjahrgang, besonders stark vertreten. Aber die nächste Generation aus den Klassen sieben und acht steht schon bereit, um nachzurücken, wenn die Abiturienten die Gruppe verlassen“, so die Pädagogin, die erklärt, dass das Sortiment des Fairtrade-Verkaufs immer wieder erweitert wurde und wird.

So bieten die Schüler täglich in der zweiten großen Pause fair gehandelte Produkte wie Schokolade, Kaffee, Tee, Orangensaft, Maniok-Chips und Fair-Mail-Karten an. Auch beim Sommerfest, dem Weihnachtsbasar, an Elternsprechtagen sowie dem Tag der offenen Tür ist der Arbeitskreis präsent. Schwerpunkte setzen die „Fair Trader“ der Bischöflichen Liebfrauenschule auch mit dem Verkauf fair gehandelter Rosen am Weltfrauentag/Weltgebetstag der Frauen im März, während der Muttertagsaktion im Mai sowie während der Adventszeit mit dem Verkauf von „fairen“ Nikoläusen und Adventskalendern.

Generell habe sich das Bewusstsein vieler Menschen in Sachen fairer Handel seit 2001 zum Besseren gewandelt, sind sich Birgit Herhenhoff-Portik und Carsten Gier einig. Nicht zufällig trägt die Stadt Eschweiler seit dem 13. Juni des vergangenen Jahres die Auszeichnung „Fairtrade-Stadt“. Eine positive Entwicklung, bei der die Bischöfliche Liebfrauenschule Pate stand.

(ran)