Eschweiler: Exzellente Schauspielerin beschäftigt sich sensibel mit einem Tabuthema

Eschweiler: Exzellente Schauspielerin beschäftigt sich sensibel mit einem Tabuthema

Ein sehr bewegendes Theaterstück hat die Schauspielerin Eva-Ingeborg Scholz am Mittwochnachmittag im Senioren- und Betreuungszentrum der Städteregion Aachen an der Johanna-Neuman-Straße präsentiert.

In dem Stück „Oskar und die Dame in Rosa” widmet sie sich dem Thema Tod. Sie interpretiert die Erzählung nach dem gleichnamigen Buch von Éric-Emmanuel Schmitt auf ihre ganz eigene Weise und macht sie zu einem tragisch-komischen Einpersonenstück auf einer völlig minimalistischen Bühne.

Damit rückt sie ein Tabuthema in die Öffentlichkeit. Der zehnjährige Oskar wird an Leukämie sterben. Weil seine Eltern mit dieser Situation überfordert sind, nimmt sich ein Engel seiner an. Die liebevoll „Oma Rosa” genannte ehrenamtliche Helferin und Ex-Catcherin besucht ihn regelmäßig in seinem Krankenzimmer und macht ihm Mut. Anders als seine Familie begegnet sie ihm mit viel Fantasie, Humor und Würde. Sie rät ihm, sein Leben im Zeitraffer zu erleben. „Von heute an betrachtest du jeden Tag, als wären es zehn Jahre.”

Und sie fordert ihn auf, Briefe zu schreiben. Briefe an Gott, in denen er über seine Sorgen, Ängste und große Freude spricht. Oskar erlebt in zwölf Tagen die Pubertät, das Eheleben, die Midlife-Crisis und das Älterwerden. Und er lernt, sein Leben zu genießen. „Schaue jeden Tag auf diese Welt, als wäre es das erste Mal!”, befiehlt Oma Rosa.

Einzigartiger Schriftverkehr

In ihrem Theaterstück stellt Eva-Ingeborg Scholz als Dame in Rosa den einzigartigen Schriftverkehr des kleinen Oskar vor. Sie schlüpft in die Rollen der Dame, Oskars und seiner Freunde und macht sie mit ihrer brillanten Gestik und Mimik lebendig. Es ist ihr anzumerken, dass sie sich - wie sie selbst sagt - direkt in alle Figuren des Buches verliebt hat. Denn das Stück stellt nicht nur das Thema Tod in den Vordergrund, sondern möchte auch die Grenzen zwischen Jung und Alt überwinden. Es stellt einen Kontakt zwischen den Generationen her und führt zusammen, was sonst so weit voneinander entfernt scheint.

Eva-Ingeborg Scholz ist bekannt aus frühester Nachkriegsfilm- und Theatergeschichte. In der Einfachheit der Darstellung schafft sie viel Raum für die Fantasie des Publikums. Sie gibt der Menschlichkeit in diesem Theaterstück ein Gesicht. Sie macht damit all jenen Mut, die vergessen haben, dass man nur ein einziges Leben auf dieser Welt hat. Dies gilt es zu genießen.

Gerne möchte Scholz das Stück auch in die Schulen bringen. Weitere Informationen dazu erteilt die Schauspielerin auf Anfrage unter seyscho@gmx.de.