Eschweiler: Europaverein GPB lädt zum 55. Jahrestag des Élysée-Vertrags

Eschweiler: Europaverein GPB lädt zum 55. Jahrestag des Élysée-Vertrags

18 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg schlossen Deutschland und Frankreich einen Freundschaftsvertrag. Am 22. Januar 1963 unterzeichneten Konrad Adenauer und Charles de Gaulle den Vertrag über die deutsch-französische Zusammenarbeit. Der Élysée-Vertrag markiert den offiziellen Beginn der deutsch-französischen Freundschaft; seither wird der Unterzeichnungstag Jahr für Jahr feierlich begangen.

Zwar gab es insbesondere auf zivilgesellschaftlicher Ebene schon vor 1963 zahlreiche freundschaftliche Annäherungen, aber als „Erinnerungsort“ bietet das Datum immer wieder Anlass innezuhalten und sich der gegenseitigen Partnerschaft zu vergewissern. Ein besonderer Platz wurde der Jugend beider Länder eingeräumt, der „eine entscheidende Rolle bei der Festigung der deutsch-französischen Freundschaft“ zukomme. Gleichzeitig wurde betont, dass die bilaterale Kooperation ein unerlässlicher Schritt zum vereinigten Europa sei.

Schwach, langsam, ineffizient

Der Europaverein GPB ist davon überzeugt, dass Europa eine Idee ist, die von Optimisten und Visionären angetrieben wurde und wird. Europa sei unter dem Schutz der USA selbstgefällig geworden und habe lediglich versucht, das Wirtschaftswachstum der Schutzmacht zu imitieren. Während Brüssel nach wie vor eine gewichtige Rolle im alltäglichen Leben der Bürger spiele, sei die EU momentan „zu schwach, zu langsam und zu ineffizient“. Es müssten neue Wege beschritten werden, die Menschen direkt nach ihrer Meinung zu fragen.

Mit einem feierlichen Empfang aus Anlass des 55. Geburtstages des Élysée-Vertrages möchte der Europaverein GPB Eschweiler Mut für Europa machen. Bereits bei der Präsentation der Ausstellung „Von Rom nach Rom“ anlässlich des 60-jährigen Jubiläums der Römischen Verträge von 1957 hat der Europaverein GPB mit der Abschlusstafel der Ausstellung zur Diskussion des Weißbuches zur Zukunft der Union durch die Bürger dieser Union aufgerufen. Es geht um mehr als das Bekenntnis zur Europäischen Union, es geht hier um Diskussion der bereits in Umlauf befindlichen Reflektionspapiere des Weißbuches und um die Basis der Europäischen Union, nämlich seinen Bürgern.

Der Europaverein erklärt weiter: In diesen finsteren Zeiten ist es fast schon ein großer Sieg, das seit 1945 aufgebaute Europa zu erhalten. Zur Entwicklungsgeschichte der Europäischen Union gehört dieser Élysée-Vertrag, der heute als Dreh- und Angelpunkt jeglicher deutsch-französischer Zusammenarbeit angesehen wird. Selbst 1963 schien dieser Vertrag zunächst in Vergessenheit zu geraten. Es dauerte einige Jahre, bis die mit ihm begründeten Mechanismen über die augenblicklichen Umstände hinaus ihre mächtige Wirkung entfalteten.

Der Erfolg dieser Partnerschaft werde schon lange nicht mehr allein an den bilateralen Beziehungen gemessen, sondern vor allem auch daran, inwiefern beide Länder gemeinsam imstande seien, die europäische Integration als „Motor“ voranzutreiben. Der Bundestag und die französische Nationalversammlung wollen in einer gemeinsamen Resolution einen neuen deutsch-französischen Freundschaftsvertrag auf den Weg bringen.

Zum 55. Jahrestag — am 22. Januar — kommen die Parlamente in Berlin und Paris zu Sondersitzungen zusammen.

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