Eschweiler: Weisweiler VR-Bank-Filiale schließt

Onlinebanking ändert Kundenverhalten : VR-Bank schließt fünf ihrer Geschäftsstellen

Die VR-Bank Region Aachen schließt Ende Mai ihre Filialen in Linden-Neusen (Würselen), Broicher Siedlung (Alsdorf), Verlautenheide (Aachen), Atsch (Stolberg) und Weisweiler (Eschweiler). Diese Filialen werden mit anderen im Geschäftsgebiet zusammengelegt.

Die Vorstände, Siegfried Braun und Christof Klein, sowie Prokurist Frank Lüder erklärten den Schritt am Dienstagmorgen gegenüber unserer Zeitung mit einem sich verändernden Nutzerverhalten von Mitgliedern und Kunden.

„In den Filialen ist längst nicht mehr so viel los, wie das in früheren Zeiten der Fall war“, sagte Braun. Immer mehr Bankgeschäfte erledigten Kunden per Telefon oder über das Internet. Personelle Konsequenzen sollen die Schließungen nicht haben, Arbeitsplätze gingen nicht verloren. Der Bankautomaten in Weisweiler bleibe erhalten. Die dortige Filiale wird mit Langerwehe zusammengelegt, weil die Erreichbarkeit dort sehr gut sei, wie Braun erklärte.

„Mittlerweile bekommen 30 Prozent unserer Kunden ihre Kontoauszüge in ein elektronisches Postfach eingestellt“, erklärte Lüder. „Zurzeit führen wir 60 Prozent unserer Girokonten online, sowohl bei den Firmenkunden wie bei den Privatkunden. 2010 waren das gerade mal 36 Prozent.“ Schlangen am Schalter gehörten der Vergangenheit an, und das bereite auch der größten Genossenschaftsbank in der Region Probleme, weil „in den Filialen nicht mehr die Auslastung stattfindet, wie wir sie früher kannten“, sagte Braun.

Hinzu komme, dass sich einige der Filialen in kleinen Ortsteilen befinden und aufgrund dessen bei dem Anteil, den die VR-Bank – Region Aachen am Markt habe (nach eigener Aussage etwa 20 bis 21 Prozen), die Kundenzahlen auch entsprechend klein seien. Bei der Zusammenlegung von Filialen gehe es nun darum, zukunftsfähige Standorte zu schaffen, die eine kritische Größe erreichen.

„Mit der Verlegung der fünf Geschäftsstellen wollen wir Beratungskompetenz bündeln und ein vernünftiges Kundenpotenzial auf eine Geschäftsstelle konzentrieren“, erklärte Klein.

Die vier Mitarbeiter der betroffenen Filialen waren Anfang Januar bereits über die Entscheidung, die Ende vergangenen Jahres getroffen wurde, unterrichtet worden. Braun: „Für die Mitarbeiter hat das im Grunde überhaupt keine Auswirkung. Sie wandern zwei Kilometer weiter in die nächste Geschäftsstelle und das war es.“ Die übrigen Mitarbeiter wurden vergangene Woche Mittwoch in einer Betriebsversammlung über die Schließungen informiert.

Drei der Immobilien, in denen die betroffenen Geschäftsstellen noch untergebracht sind, hat die VR-Bank angemietet. Bei dem Objekt in Verlautenheide handelt es sich um Teileigentum der Bank. Denkbar sei, es in Zukunft zu vermieten. Das Gebäude in Atsch gehört der VR-Bank alleine, allerdings sei noch nicht abschließend geklärt, wie künftig damit verfahren werde. Auch dieses Gebäude könne man vermieten, „es kann aber auch sein, dass wir es zu bankeigenen Zwecken verwenden“.