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Eschweiler: Weisweiler, Dürwiß und Laurenzberg wollen Fusion

Zusammenschluss dreier Fußballvereine : Die Fortuna gibt ihre Heimat in Weisweiler auf

Wenn die Mitglieder von Fortuna Weisweiler, Germania Dürwiß und vom SCB Laurenzberg zustimmen, dass die drei Vereine ihre Kräfte bündeln, würde die Fortuna nach Dürwiß ziehen. Das städtische Gelände, auf dem das Hubert-Bündgens-Stadion steht, stünde dann zum Verkauf.

Es ist alles andere als eine geheime Sache, dass gleich drei Fußballvereine ab der Saison 2020/21 ihre Kräfte bündeln wollen. Hans-Jürgen Kube zum Beispiel, der Jugendleiter vom SCB Laurenzberg, kündigte kürzlich beim Laurenzberger Jugendturnier durchs Mikrofon an, dass es sehr wahrscheinlich das letzte dieser Art gewesen sei. „Nächstes Jahr wird ein größerer Verein der Ausrichter sein“, sagte er. Damit meinte Kube, dass die Verantwortlichen beim SCB, von Germania Dürwiß und Fortuna Weisweiler sich über einen Zusammenschluss einig sind. Über den Vollzug müssen nach der Sommerpause im September die Mitglieder aller Vereine auf ihren eigenständigen Versammlungen abstimmen. Bis dahin soll ein externer Berater vom Landessportbund die juristischen Grundlagen gelegt haben.

Sollte jedes einzelne Votum positiv ausfallen, würde der neue Verein wahrscheinlich 20 Jugend- und drei bis vier Seniorenteams haben. Von den drei Vereinen wäre es nur die Fortuna, die etwas aufgeben müsste: ihre Heimat. Da die Germania und der SCB im Sportpark am See in Dürwiß angesiedelt sind, müsste die Fortuna mit ihren Seniorenteams umziehen. Das städtische Areal, auf dem das Hubert-Bündgens-Stadion steht, stünde dann mit anzunehmender Sicherheit zum Verkauf.

Weil dieser Umstand eine Zäsur in der Fortuna-Geschichte und im Eschweiler Fußball darstellen würde, weiß Manfred Bräuer, dass dieser Punkt und die traditionelle lokale Rivalität bei einer Mitgliederversammlung sensible Angelegenheiten werden können. „Aber ich sehe diese Situation lösbar. Wir werden Überzeugungsarbeit leisten und gut und vor allem transparent alles vorbereiten“, sagt Bräuer, der seit 2008 Fortuna-Vorsitzender ist. „Mir geht es um den Fußball in Eschweiler, wir wollen etwas Gutes für die Stadt tun, wieder für mehr Stabilität bei den Vereinen sorgen. So können wir in der Kreisliga A auch Abgänge von Leistungsträgern besser auffangen.“ Deswegen will Bräuer Gedankenspiele unterbinden, dass der Versuch der drei Vereine auf sportlichen „Größenwahn“ abziele. Im Leistungsbereich wolle man erst schauen, wie ein großer Verein das Niveau in der Jugend anheben könnte, danach würde man sich mit der Ausrichtung der Senioren befassen, sagt Bräuer.

Die Basis für ein Gelingen sehen Hans-Jürgen Kube, Manfred Bräuer und Frank Dickmeis – erster Ansprechpartner bei Germania Dürwiß – in den guten Gesprächen untereinander, in denen es „grundsätzlich keine Ungereimtheiten“ (Dickmeis) gegeben hätte. Dickmeis betont auch, dass es dieses Mal anders als bei der Anfang 2017 geplanten Fusion mit den Sportfreunden Hehlrath laufen würde. „Das war einfach nicht gut vorbereitet, nicht transparent genug.“

Bei Dürwiß und Laurenzberg ist es auch schon so, dass die Jugendmannschaften zusammenarbeiten. Da bei einem Zusammenschluss eine Abteilung mit rund 400 Kindern und doppelt so vielen Elternteilen entstehen würde, sei es laut Hans-Jürgen Kube denkbar, dass sich zwei Jugendleiter die Aufgaben teilen.

Welche Hoffnungen haben die Vereine mit einem Zusammenschluss noch? Abgesehen davon, dass geeinte Kräfte den Schwund an Trainern, Vorstandsmitgliedern und Nachwuchs auffangen würden und Dürwiß sowie Laurenzberg anstreben, wieder höher als C-Liga zu spielen. Hans-Jürgen Kube denkt primär an eine verbesserte Infrastruktur am Sportpark: „Wenn die Stadt alles mitmacht, hätten wir gerne einen Kunstrasen“, sagt er, weil die Asche in Dürwiß ein Wettbewerbsnachteil im Vergleich zu den Anlagen in Bergrath und beim SC Berger Preuß sei.

Wenn die Namen der beiden B-Ligisten fallen, sagt Kube, dass auch die Vereine in Zukunft „noch ihre Kräfte bündeln“ könnten oder gar sollten. „Der Bergrather Platz ist in einem Wohngebiet, der von Berger Preuß im Feld – dort gibt es alle Möglichkeiten.“ Hehlrath und St. Jöris sind seiner Meinung nach auch sichere Kandidaten für einen Zusammenschluss. Etwaige Gespräche ohne feste Vorgabe sollen dort nach 2020 geführt werden, sagte St.-Jöris-Vorsitzender Rolf Bittins im März.