Eschweiler: Team Cadillac zieht sich aus Squash-Bundesliga zurück

Fokus auf die Jugend : Team Cadillac sagt der Bundesliga Ade

Die Eschweiler Squash-Spieler haben noch ein letztes Mal gejubelt: Mit einem 3:1-Sieg gegen die Reserve des Paderborner SC beendete das Team Cadillac seine dritte Saison der Squash-Bundesliga Nordstaffel auf Platz acht von zehn.

Auf das Saisonziel Top Fünf, das die Eschweiler in ihren ersten beiden Saisons erreicht hatten, fehlten elf Punkte. Viel schwerer als jeder Satz- und Punktverlust wirkt jedoch der Verlust von Teammanager Marco Schoeppers. Der starke Spieler und Organisator im Hintergrund tritt aus privaten Gründen kürzer. „Ein solches Projekt bedarf einer Menge ehrenamtlicher Arbeit, die leider oft auch unangenehm und undankbar ist“, erklärte Schoeppers. „Ich habe gemerkt, dass mein Hobby langsam aber sicher zur Arbeit wurde, und ich den Spaß daran verloren habe.“ Er blicke dennoch gerne auf eine schöne Zeit zurück.

Ein Ersatz ist nicht in Sicht, die Konsequenz daher gravierend: Das Team Cadillac Eschweiler zieht sich vorerst aus der Eliteliga zurück.

Präsident Udo Dackweiler machte jedoch auch deutlich, dass das nicht das Ende bedeute. Mit einem deutlich stärkeren Fokus auf die Talentförderung will er den Verein neu aufstellen und eine Rückkehr in den Profi-Bereich anpeilen – gegebenenfalls auch über den Umweg Regionalliga. Allein ist er damit nicht, denn der Zusammenhalt in der Mannschaft könnte besser nicht sein, wie Julian Kischel klarmachte.

Spielten am letzten Bundesliga-Wochenende gegen Hamburg (die ersten vier Spieler von links): Marco Schoeppers, Julian Kischel, Joeri Hapers und Piedro Schweertman (dreimaliger Niederländischer Meister 2017, 2018, 2019). Foto: ZVA/Andreas Bücksteeg

Er kommt aus Paderborn, der Stadt des deutschen Serienmeisters und Europapokal-Rekordsiegers. Der Squash-Profi, der in 15 von 18 Spielen antrat, sei „echt traurig“, dass die Mannschaft sich auflösen wird. „So ein Team hatte ich lange nicht mehr. Die Leistung war da, die Leute hatten Bock.“ Kein Wunder, dass er Dackweiler direkt zusagte: Sobald es wieder ein Profi-Team beim Team Cadillac gebe, könne er auf ihn setzen.

Doch nicht nur bei den deutschen Spielern hat die Zeit an der Nothberger Straße Eindruck hinterlassen. Joeri Hapers freute sich besonders über die Wertschätzung, die die Spieler in Eschweiler erfuhren: „Es ist eins der spaßigsten Teams, in dem ich gespielt habe. Der tolle Teamspirit macht es so schade, dass jetzt Schluss ist.“ Und auch die Zuschauer seien immer eine große Unterstützung gewesen. Nach Vereinsangaben waren pro Spieltag zwischen 30 und 50 in der Halle. Für Bundesligaverhältnisse sei das relativ viel, beim Spitzenverein Hamburg mit einem besonderen Glascourt seien nicht wesentlich mehr Zuschauer.

„Ich bin stolz, dass wir so ein Team hatten“, betonte Dackweiler, der „mit zwei weinenden Augen“ auf die Entscheidung blickt. Jedoch sei es besser einen „richtigen Schlussstrich“ zu ziehen, um den Fokus auf die 13 Jugendlichen im Verein zu legen, von denen viele am kommenden Samstag auch bei den NRW-Jugendeinzelmeisterschaften in Duisburg antreten werden und dort den Grundstein für eine Rückkehr in den Profi-Bereich legen sollen.

Der große Jugendbereich sei „für uns schon eine Hausnummer“, betont Dackweiler. Alle seien stolz, dass man die Squash-Fahne in Eschweiler hochhalten konnte. Nun heißt es: viel im Hintergrund arbeiten, damit aus den weinenden bald wieder lachende Augen werden.

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