Eschweiler: Spätestens in der Karnevalszeit schlägt der Grippevirus zu

Hochzeit für Influenza-Viren : Grippeschutzimpfung macht sich bezahlt

Die Nase trieft, der Husten meldet sich auch wieder, sprich: die kalte Jahreszeit hat schon ihre ersten Opfer gefunden. Noch allerdings handelt es sich um vergleichsweise harmlose Erkältungserreger – und keine Grippeviren.

Die Grippewellen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass im Januar und Februar die Hochzeit der Influenza-Viren ist. Das führte bekanntermaßen in vielen deutschen Krankenhäusern 2018 zur Schließung von Fachbereichen, Funktionsdiensten und Stationen, weil keine Personalkräfte mehr gesund waren.

Das St.-Antonius-Hospital (SAH) hat es nicht ganz so arg getroffen wie die anderen Häuser; der Betrieb konnte aufrechterhalten werden. Zum einen lag das an dem ausgesprochen hohen Engagement der Mitarbeiter, ssagt die Verwaltung. Zum anderen gab und gibt es im Eschweiler Hospital das Angebot eines kostenlosen Impfschutzes von der Geschäftsführung. Die Investition in den zwar teureren, jedoch überlegeneren Vierfach-Impfstoff hat sich buchstäblich bezahlt gemacht. „Die Grippeschutzimpfung stellt die wirksamste Schutzmaßnahme zur Vermeidung einer Infektion mit Influenzaviren dar. Mit der Impfung schützt das medizinische Personal sich selbst und die Patienten, aber auch die familiäre Umgebung. Diesen Schutz geben wir gerne, weil unsere Patienten und Mitarbeiter uns wichtig sind“, sagt Geschäftsführer Elmar Wagenbach.

Die SAH-Mitarbeiter nahmen das Angebot 2017/18 gut an, und bereits jetzt liegt die diesjährige Impfrate erfreulich hoch. Hinsichtlich der Verabreichung ist das Haus flexibel aufgestellt und richtet sich nach den zeitlichen Bedürfnissen der Mitarbeiter. So gibt es neben der wöchentlichen Impfsprechstunde und dem Impfen durch die Betriebsärztin Dr. Rita Cranen auf Station auch einen Impfstand im Foyer des Hauses. Einmal im Monat und das jeweils zum Schichtwechsel des Fachpflegepersonals steht die Betriebsärztin dort für eine Impfung zur Verfügung. „Ich freue mich über die hohe Impfbeteiligung unserer Mitarbeiter“, so Cranen. „Und ich freue mich auch darüber, dass der aktuelle Impfstoff sehr gut vertragen wird.“

Die ersten Grippefälle gab es in den vergangenen Jahren meist um St. Martin, so Dr. Cranen. „Im Dezember, um Weihnachten herum, erfolgte eine zweite Grippewelle. Die Hochzeit kommt dann mit der Karnevalszeit.“ Die Influenza-Schutzimpfung sollte deshalb möglichst in den Herbstmonaten vorgenommen werden, sie kann aber auch noch danach durchgeführt werden. Die Influenzaviren verändern sich ständig, so dass auch Personen, die im Vorjahr eine Influenza durchgemacht haben oder geimpft wurden, in diesem Jahr erneut an einer Influenza erkranken können. Die Influenza‐Impfung muss also jährlich wiederholt werden. Erwachsene erhalten eine einmalige Impfung.

Die bietet zum Beispiel auch das Pharma-Unternehmen West Pharmaceutical Services, das am Standort Eschweiler/Stolberg gut 1100 Mitarbeiter beschäftigt und hier neben seiner Zentrale für Europa und Asien auch sein globales Kompetenzzentrum für Forschung und Entwicklung unterhält. Einmal im Jahr können sich die Mitarbeiter über den betriebsärztlichen Dienst impfen lassen. Mit der Resonanz unter den Mitarbeitern ist man „sehr zufrieden“: Bis zu 10 Prozent der Kollegen nutzen diese Gesundheitsvorsorge. Dass es nicht mehr sind, liege an der Altersstruktur der Belegschaft: „Wir haben überwiegend junge Mitarbeiter, die eine Impfung für sich noch nicht für nötig halten“, erläutert ein Unternehmenssprecher, der zudem auf eine weitere Vorbeugemaßnahme verweist: „Die Klima- und Lüftungsanlagen in den einzelnen Betriebsbereichen sind nicht miteinander gekoppelt. So kann sich ein Virus nicht über die Lüftung verbreiten.“

Keine jährliche Impfaktion gibt es dagegen bei der Eschweiler Stadtverwaltung. Aber auch hier muss sich niemand ungeschützt der Influenza-Gefahr aussetzen: Wer keinen Impfschutz durch seinen Arbeitgeber erhält, kann sich bei niedergelassenen Ärzten impfen lassen. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen. Der Influenza-Schutz setzt nach zehn bis 14 Tagen ein. Die Grippeimpfung bietet einen 60- bis 70-prozentigen Schutz vor einer Influenza, und somit verringert man das Risiko, an der Grippe schwer zu erkranken, durch die Impfung erheblich.

Die echte Virus-Grippe sollte nicht mit einem grippalen Infekt oder mit einer banalen Erkältung verwechselt werden. Typisch für eine Influenza sind ein rascher und heftiger Erkrankungsbeginn mit Fieber über 38 Grad Celsius, ein trockener Reizhusten, Muskel- und Kopfschmerzen, starke Müdigkeit und Appetitlosigkeit.

Zum Schutz vor Influenza ist neben der Impfung eine ausgeprägte Händehygiene besonders wichtig: gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife und das sorgfältige Abtrocknen der Hände mit einem sauberen Papiertuch. Daneben rät die SAH-Hygienefachkraft Beate Metterhausen: „Man sollte so wenig wie möglich mit seinen Händen die Schleimhäute von Augen, Mund und Nase berühren und Papiertaschentücher benutzen. Wenn möglich ist auch das Händeschütteln zu vermeiden und Abstand zu halten zu kranken Personen.“

(rpm)
Mehr von Aachener Zeitung