Eschweiler: Simon & Jan präsentieren ihr Programm „Halleluja“

Ein diabolisches Programm : „Der Teufel sitzt am Teleprompter“

Sie werden gefeiert als „runderneuerte Liedermacher“ (Kölner Stadtanzeiger), ihre Videos im Netz werden hunderttausendfach geklickt, und sie haben sich die Bühne bereits mit Szenegrößen wie „Stoppok“, „Keimzeit“, Konstantin Wecker, Götz Widmann und „Monsters of Liedermaching“ geteilt.

Die Rede ist von Simon & Jan. Die Liedermacher sind am Freitag, 27. März, ab 20 Uhr mit ihrem Programm „Halleluja!“ im Talbahnhof zu Gast.

In der Laudatio zu dem Saire- und Kleinkunstpreis „Prix Pantheon“ 2014 heißt es: „Anrührend wie Simon & Garfunkel und überraschend wie Rainald Grebe schaffen es Simon & Jan mit ihren Texten liebevoll Herz und Hirn ihres Publikums zu erreichen. Sie verkörpern die Generation der Liedermacher 2.0 aufs Vortrefflichste.“ Sie spielen Gitarre „wie junge Götter“ (Kölner Stadtanzeiger), werden gelobt für ihren „engelsgleichen Harmoniegesang“ (NWZ), „klare Sache: für die beiden kann es nur nach oben gehen“ (Neue Presse).


Klingt doch eigentlich nach einem himmlischen Abend im Talbahnhof, oder? Da sollten sich Zuschauer nicht zu früh freuen, denn „der Teufel sitzt am Teleprompter“, schreiben sie selbst über ihr Programm. „Halleluja – was für ein Kontrast!“ Erwartungshaltung des klassischen Kabarettpublikums stellen die beiden Mittdreißigern mit diabolischem Spaß ein Bein nach dem anderen. Sie schauen dem Bürger aufs Maul, in den Kopf und in den Facebook- Account. Als Zuschauer fühlt man sich angesprochen und gemeint, genau so wie zuweilen ertappt und entlarvt.

Jan und Simon singen sich in die Köpfe ihrer Zuhörer, um sie vor selbigen zu stoßen. Und wenn sie ihr Publikum doch einmal bei der Hand nehmen, dann nur, um es sanft in den nächsten Abgrund zu reißen. Dabei sind ihre Texte saukomisch, teils ins Absurde überdreht, und gerne übertreten sie auch mal die zeitgeistigen Grenzen der politischen Korrektheit. Sie stehen mit Riesenmagneten vor Piercingshops, begeben sich auf die Suche nach der Eierleckenden Wollmilchsau, und das moralische Dilemma der Wohlstandsgesellschaft klingt bei ihnen in etwa so: „Mein Leben ist ein Ponyhof, doch leider find ich Ponys doof.“

Simon und Jan sind clowneske Chronisten unserer Wirklichkeit. Ihre weitreichende Diagnose lautet Weltschmerz. Doch sie wissen Rat: Tombola für Pessimisten – jeder kriegt ein Hoffnungslos.
 Der Zuhörer findet sich hin- und hergerissen zwischen symphonischen Klängen voller Gefühl und Quatsch-Programm, das den Verstand beansprucht. Wie man es auch dreht und wendet – Simon und Jan nehmen einen ganz schön mit.

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