Eschweiler Schüler nehmen an politischen Veranstaltungen teil

Hinter Kulissen der Ratsarbeit : Schüler schnuppern beim Kids-Projekt politische Alltagsluft

Neun Wochen lang standen zahlreiche Termine auf ihrem Programm, die ansonsten und bisher nicht Teil des Tagesablaufs waren. Besuche der Rats-, Fachausschuss- und Fraktionssitzungen gehörten ebenso dazu wie Diskussionen über Politik und mit Kommunalpolitikern.

18 Schüler des Städtischen Gymnasiums, der Bischöflichen Liebfrauenschule, der Gesamtschule Waldschule, der Realschule Patternhof sowie erstmals des Berufskollegs Eschweiler waren bei der vierten Auflage des von der Mobilen Jugendarbeit des Jugendamtes der Stadt Eschweiler initiierten Projekts „Kommunalpolitik in der Schule“ (KidS) mit von der Partie. Ihnen standen seit Anfang Oktober Kommunalpolitiker aller sechs im Stadtrat vertretenen Fraktionen als Mentoren zur Seite, die den Jugendlichen Einblicke in ihre Arbeit und Aufgaben gewährten.

Bescheinigungen

Am Donnerstag fand im Ratssaal die Abschlussveranstaltung des Projekts statt, während der alle Beteiligten ein Resümee zogen, die Schüler ihre Teilnahmebescheinigungen erhielten und auch ein erster Ausblick in Richtung Zukunft des KidS-Projekts gegeben wurde.

„Sie haben in den zurückliegenden sehr intensiven Wochen Politik vor Ort erlebt, die hoffentlich ihr eigenes Lebensumfeld berührt hat“, begrüßte der Beigeordnete Stefan Kaever die jungen Projektteilnehmer und dankte auch den Verantwortlichen der Schulen, die ihren Schülern die Gelegenheit gegeben hätten, „Politik zum Anfassen“ zu erleben und den Schulalltag durch politische Bildung zu bereichern.

Gedanken, die die Jugendlichen mit einigen Wortmeldungen unterstrichen. „Beim Blick von außen auf die Politik sieht man nicht, wie viele Menschen sich ehrenamtlich für das Wohl der Allgemeinheit einsetzen. Dies nun aus nächster Nähe zu erleben, hat mich beeindruckt“, so das Fazit einer Schülerin. Insgesamt sei die Mitarbeit in den kleineren Fraktionen, jeder Teilnehmer wurde im Verlauf des Projekts nacheinander von zwei Mentoren unterschiedlicher Parteien betreut, ein wenig übersichtlicher gewesen, merkten andere Jugendliche übereinstimmend an.

Kommunalpolitiker und Mentor Erich Spieß (UWG) zeigte sich angenehm überrascht, dass sich „seine Schützlinge“ nach einer kurzen Zeit des Kennenlernens voller Elan in die Fraktionsarbeit eingebracht hätten. „Ich habe gespürt, dass die Arbeit von uns Kommunalpolitikern auf Akzeptanz gestoßen ist. Meinungen wurden geäußert, Diskussionen angestoßen“, so die Bilanz des Fraktionsvorsitzenden.

Blick in die Zukunft

Unmittelbar nachdem Jugendamtsleiter Jürgen Termath die Schüler mit Zertifikaten ausgezeichnet hatte, warf Christian Kolf von der Mobilen Jugendarbeit einen Blick auf die Zukunft des KidS-Projekts: „Dieses ist seit der Premiere im Jahr 2015 stetig gewachsen, die Zahl der Mentoren kontinuierlich gestiegen. Von daher gehen wir davon aus, dass 2019 die Fortsetzung folgt. Wir treten jedenfalls in die Vorplanungen ein.“

Vorher könnte es aber noch das eine oder andere Wiedersehen zwischen den Jugendlichen und ihren Mentoren geben. Die Schüler sind zur letzten Ratssitzung des Jahres 2018 am 18. Dezember genauso eingeladen wie zum Neujahrsempfang am 19. Januar. Und darüber hinaus steht es natürlich jedem KidS-Projektteilnehmer frei, sich politisch zu engagieren. Sei es innerhalb einer Partei des demokratischen Spektrums oder in einer anderen Institution. Der Anfang könnte in den vergangenen beiden Monaten gemacht worden sein.

(ran)
Mehr von Aachener Zeitung