Eschweiler: Riesen-Bärenklau größeres Problem als Drüsiges Springkraut

Aufruf des NABU : „Invasive Arten“ drohen heimische Pflanzen zu verdrängen

Das Drüsige Springkraut ist eine schöne Pflanze: kräftig grün, mit zahlreichen pinken Blüten und einer enormen Wuchskraft. Und genau das ist das Problem. Das Drüsige Springkraut stammt aus dem Himalaja, wo es im rauen Hochgebirgsklima nur wenige Wochen Zeit hat, vom Keimling zur ausgewachsenen Pflanze zu reifen.

In unserem milden Klima findet es ideale Bedingungen, so dass es sich rasant ausbreitet und andere, ökologisch wichtige Pflanzen zu verdrängen droht. Seit 2017 steht das Drüsige Springkraut auf einer EU-Liste „invasiver Arten“, deren Besitz und Freisetzung verboten ist. Im Gegensatz zu anderen invasiven Arten wie dem Riesenbärenklau oder dem japanischen Knöterich lässt sich das Drüsige Springkraut dank seiner flachen Wurzeln leicht ausreißen. In Aachen ruft der NABU zur Bekämpfung auf.

In Eschweiler hat sich das Drüsige Springkraut noch nicht so ausgebreitet, aber es wächst beispielsweise an der Inde in Weisweiler. Eine Gefährdung für den Menschen besteht nicht, wohl aber für die Natur, da es andere krautige Pflanzen verdrängt. Größere Bestände entlang des gesamten Indeverlaufes bildet allerdings die Herkulesstaude (Riesenbärenklau). Diese Pflanze kann bei Berührung zu schweren Verbrennungen führen.

Die Stadt Eschweiler beseitigt die Pflanzen entlang der städtischen Wege durch Mähen oder Abstechen der Knollen im Frühjahr. „Leider sind im Boden so viele Samen vorhanden, dass eine gänzliche Bekämpfung nicht möglich ist”, sagt Stadtsprecher René Costantini. Jede Pflanze produziert etwa 10.000 Samen, die insbesondere an der Inde bei höheren Wasserständen sehr schnell verbreitet werden. Der Wasserverband handelt in ähnlicher Weise.
Informationen zu den besagten Pflanzen gibt es unter: www.städteregion-aachen.de

(red)
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