Eschweiler Rathaus begrüßt die Zulassung der Elektro-Tretroller

Klein, wendig, flott : Eschweiler Rathaus begrüßt die Zulassung der Elektro-Tretroller

Sie gelten als das Mittel gegen Stau und Parkplatzsuche, gegen dicke Luft und Kolonnenfrust: E-Scooter. Kleine, wendige, oft zusammenklappbare und bis zu 20 km/h schnelle Elektro-Tretroller, die in Großstädten wie Tel Aviv und Barcelona schon zu Abertausenden das Verkehrsgeschehen dominieren und jetzt auch in der Bundesrepublik zugelassen werden.

Was hält man im Eschweiler Rathaus von dem, was da auf uns zurollt? Rudolf Müller fragte Bürgermeister Rudi Bertram.

Der E-Scooter wird von vielen als eine wichtige Chance auf dem Weg zu klimafreundlicher, schadstoffarmer Kurzstrecken-Mobilität angesehen. Sieht man das im Eschweiler Rathaus genauso?

Rudi Bertram: E-Scooter können dazu beitragen, die Mobilität in den Städten nachhaltiger zu gestalten, wenn diese als Alternative zum Pkw für Kurzstrecken genutzt werden. Die E-Scooter sind in anderen Ländern bereits etabliert und gehören dort zum alltäglichen Stadtbild. Die dort gemachten Erfahrungen und Anpassungen an die Voraussetzungen können hier genutzt werden.

Manche Städte planen die Einrichtung von Leihstationen für E-Scooter. Ist so etwas auch hier denkbar?

Bertram: Sicherlich ist die Einrichtung solcher Leihstationen auch in Eschweiler bei Bedarf sinnvoll.

Gibt es auch Überlegungen, zum Beispiel die Mitarbeiter des Ordnungsamtes mit den praktischen Zweirädern auszustatten?

Bertram: Die betriebliche Mobilität im Rathaus soll zukünftig nachhaltiger gestaltet werden. So soll im ersten Schritt ein Teil der Dienstfahrzeuge im Rathaus durch E-Fahrzeuge ersetzt werden. Zudem sind bereits Elektroräder im dienstlichen Einsatz. Der Einsatz von alternativen elektrischen Kleinstfahrzeugen wie E-Scootern, Segways oder E-Rollern wird aktuell geprüft und soll zukünftig die klassische Mobilität mit dem Pkw, auch in anderen Dienststellen, ergänzen.

E-Scooter sollen grundsätzlich auf Radwegen fahren, in Ausnahmefällen auch auf Fahrbahnen. Nehmen Straßenplanung und Mobilitätskonzept in Eschweiler darauf Rücksicht?

Bertram: Das „Eschweiler Klimaschutzteilkonzept Mobilität“ (ESKLIMO), das Ende Mai fertiggestellt wird, sieht zahlreiche Maßnahmen zur Attraktivierung und Steigerung des Radverkehrs in Eschweiler vor. Somit werden auch die Anforderungen an eine „E-Scooter-Infrastruktur“ abgedeckt. Eine Umsetzung muss in den zukünftigen, auch finanziellen Planungen, berücksichtigt werden.

Wie sehen Sie die rechtliche Lage beim Fahren in den Fußgängerzonen? Würde man die ausklammern, würde der E-Scooter-Einsatz in Eschweiler wenig Sinn machen.

Bertram: Der Bundesrat stimmte der Verordnung der Bundesregierung unter der Bedingung zu, dass E-Scooter nicht auf Gehwegen und nicht in Fußgängerzonen fahren dürfen. Das Befahren des Fußgängerzonenbereichs mit einem E-Scooter würde aufgrund der Geschwindigkeit (erlaubte Geschwindigkeit von bis zu 20 Kilometern pro Stunde) zunächst kritisch gesehen, zumal der Fokus der Fußgängerzone auf dem Einkaufserlebnis und dem Verweilen durch Fußgänger und eben nicht auf einer Kurzstreckenverbindung durch die Innenstadt liegen sollte.

Inwieweit spielen alternative Fortbewegungsmittel wie E-Scooter eine Rolle bei den Plänen zur Umgestaltung der Indestraße in Höhe des Rathauses, sprich: Tunnellösung und dadurch Schaffung wertvoller neuer, vom Autoverkehr unbelasteter Flächen?

Bertram: Bei einer Teiluntertunnelung der Indestraße könnte ich mir sehr gut vorstellen, dass darüber ein vom herkömmlichen Verkehr befreiter Bereich entstehen könnte. Maßnahmen zur Attraktivierung und Steigerung des Radverkehrs bei gleichzeitiger Einbindung neuer, alternativer Verkehrsmittel werden bei zukünftigen Planungen berücksichtigt.

Wo sehen Sie in Eschweilers innerstädtischem Verkehrswegenetz den dringendsten Handlungsbedarf mit Blick auf E-Scooter?

Bertram: Die im „Eschweiler Klimaschutzteilkonzept Mobilität“ vorgesehenen Maßnahmen dienen schwerpunktmäßig der Attraktivierung und Steigerung des Radverkehrs. Diese Maßnahmen betreffen dann auch gleichermaßen die Nutzung von E-Scootern.

Könnten Sie sich vorstellen, privat auch einen E-Scooter zu nutzen?

Bertram: Natürlich, ich könnte mir gut vorstellen, einen E-Scooter auch privat zu nutzen.

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