Eschweiler Prinzenwagen: Liebfrauenschule arbeitet mit Jacques Tilly

Eschweiler: Prinzenwagen: „Geheimes“ Gefährt löst Begeisterung aus

Was wäre unsere schöne Heimatstadt, wenn es nicht gelänge, eine ansonsten eher ernsthafte Kunst-Vernissage mit Hilfe des Karnevalsprinzen in ein jeckes Spektakel zu verwandeln? So geschehen am Donnerstagabend in den Räumen der Sparkassen-Geschäftsstelle Marienstraße.

Hausherrin Renate Jansen lud ein zur Eröffnung der Ausstellung „Grenzenlos jeck — das P-Wagen-Projekt“, bildlich in Szene gesetzt und dokumentiert von Fotografenmeisterin Brigitte Averdung-Häfner. Dahinter verbirgt sich die Idee von Prinz Patrick I., Entwurf und Gestaltung des prinzlichen Rosenmontags-Wagens in die Hände von Schülerinnen und Schülern der Bischöflichen Liebfrauenschule (BLS) zu legen.

Beim Workshop des renommierten Wagenbauers Jacques Tilly lernten die Schüler eine ganze Menge über den Bau eines Karnevalswagens. Foto: Petra Schmitz

Es ist nicht mehr lange bis Rosenmontag und natürlich sind viele Eschweiler Karnevalisten gespannt, wie der Prinzenwagen dieses Jahr wohl aussehen wird. Die 23 Schülerinnen und Schüler des Kunstkurses der Jahrgangsstufe EF der Bischöflichen Liebfrauenschule wissen es bereits. Denn sie haben im Rahmen ihres Kunstunterrichts bei der Gestaltung mitgewirkt und maßgeblich zum Endergebnis beigetragen. Damit war die BLS die erste Schule, die den Prinzenwagen mitgestalten durfte und wird voraussichtlich auch bis auf weiteres die einzige bleiben.

Jana Lothmann (links) und Nina Hassel arbeiten fleißig am Prinzenwagen. Foto: Petra Schmitz

Aus der Schule in die Halle

Auch Lia Massarczyk (links) und Hannah Büttgen sind konzentriert bei der Arbeit. Foto: Petra Schmitz

Nachdem Prinz Patrick und sein Zeremonienmeister Michael die Umsetzung des Projekts mit Schulleiter Carsten Gier abgesprochen hatten, trafen sich die Schüler mit ihrer Kunstlehrerin Petra Schmitz zu freiwilligen Workshops, um den Umgang mit den Baumaterialien zu erlernen. Dabei lernten sie den berühmten Karnevalswagenbaukünstler Jacques Tilly kennen, der schon seit langem die Motivwagen des Düsseldorfer Karnevalszuges entwirft. In Zweiergruppen entwarfen die Jugendlichen dann erste Skizzen für den Prinzenwagen und versuchten, Vorlieben des Prinzen und seines Zeremonienmeisters in die Gestaltung mit einfließen zu lassen. Aus all diesen Entwürfen entstand dann die fertige Vorlage, basierend auf den Vorschlägen von Prinz und Zeremonienmeister. Doch Genaueres dazu wird natürlich noch nicht verraten.

In den folgenden Wochen und Monaten arbeiteten die Liebfrauenschüler fleißig sowohl im Kunstunterricht, als auch bei zahlreichen außerschulischen Treffen weiter. Es wurde gedrahtet, kaschiert und bemalt und da die großen Paneelen nicht ins Schulgebäude passten, mussten die Schüler häufig nach Dürwiß gehen, wo in einer privaten Halle dann weiter gestaltet wurde. Natürlich ließen der Prinz und Zeremonienmeister es sich nicht nehmen, den Schülern und den übrigen Wagenbauern den einen oder anderen Besuch abzustatten.

Obwohl der Bau für die Jugendlichen zusätzliche Arbeit bedeutete und es nicht immer leicht war, all die Ideen und Wünsche unter einen Hut zu bekommen, sind trotzdem alle zufrieden mit dem Ergebnis. „Es war zwar immer recht anstrengend in der kalten Halle zu arbeiten, aber es war auch etwas Besonderes und ein tolles Projekt, bei dem wir mitwirken durften“, erzählte Laura Görtz. Zunächst waren viele der Schüler skeptisch und konnten sich kaum ein gutes Endergebnis vorstellen, doch je länger sie den Wagen gestalteten, desto zuversichtlicher wurden sie. Auch Pia Matull betont, dass ihr die praktische Arbeit besonders gefallen habe und dass sie jederzeit wieder an einem solchen Projekt teilnehmen würde.

Kunstlehrerin Petra Schmitz ist sehr stolz auf ihre Schüler, die bei ihrer Arbeit sehr viel Teamgeist und Kreativität bewiesen haben. „Ich freue mich schon darauf, wenn der Wagen an Rosenmontag durch die Stadt zieht. Es war zwar nicht immer leicht, so unter Zeitdruck zu arbeiten, aber es hat uns viel Spaß gemacht und ich bin dankbar für die ganze Hilfe, die wir bekommen haben.“ Natürlich musste das von Frank Löhmann geleitete Bauteam auch einige Schwierigkeiten bewältigen, aber weil alles so strukturiert von statten ging, sei sie immer optimistisch geblieben.

Eine wichtige Basis für das gute Ergebnis sei die positive Atmosphäre und das Gemeinschaftsgefühl gewesen, betonten die Schüler. Sie fühlten sich durch das Vertrauen des Prinzen und des Zeremonienmeisters sehr geehrt, da es keine Selbstverständlichkeit ist, als Schüler ohne Erfahrungen mit diesen Materialien den Prinzenwagen mitgestalten zu dürfen.

„Etwas ganz Großes geleistet“

Auch Prinz Patrick und Zeremonienmeister Michael drückten ihre Begeisterung deutlich aus. „Als wir den Wagen bei der TÜV-Abnahme in der Halle des Tannenhofs in Dürwiß dann gesehen haben, waren wir absolut begeistert. Alle Beteiligten haben hier etwas ganz Großes geleistet. Und wir würden es auch immer wieder so machen.“

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