Eschweiler: Polizei kritisiert Aktion an Marienstraße

Aktion an der Marienstraße : Polizei kritisiert scharf, dass Bürger zu schnelle Autos angehalten haben

Nach den weitestgehend positiven Rückmeldungen von Bürgern auf die Aktion der „Sensibilisierungsgruppe“ an der Marienstraße am 1. April reagiert die Polizei mit einer Stellungnahme. Die enthält eine eindeutige Nachricht.

„Die Polizei ist von solchen Aktionen alles andere als angetan. Solche Eigeninitiativen sind für die, die es machen und auch für die, die angesprochen werden oder werden sollen, gefährlich.“

Fünf Mitglieder der Gruppe hatten in dem verkehrsberuhigten Bereich am Montag in Höhe der Sparkasse dutzende Autos angehalten, die nach ihrem Ermessen und auch offensichtlich zu schnell gefahren waren. Die Aktion dauert etwa eine Stunde. Aus Sicht der Polizei kann solch ein Eingriff für die, die angehalten werden, „absolut missverständlich sein und für den, der widerrechtlich anhält, unkalkulierbare Risiken bergen und Reaktionen hervorrufen“.

Da es nur der Polizei erlaubt ist, in den fließenden Verkehr einzugreifen, kommen außerdem die, die Autofahrer widerrechtlich anhalten, „in den Verdacht, eine Straftat zu begehen“. Der Tatbestand lautet in solchen Fällen Nötigung. Die Polizei warnt ausdrücklich davor, solche Aktionen zu wiederholen oder nachzuahmen.

Vier Unfälle in zwölf Monaten

Darüber hinaus stehe die Verkehrssituation an der Marienstraße und der Moltkestraße seit Jahren im Fokus der Polizei, betont die Behörde. „Genauso lange tauschen wir uns darüber mit der Stadt Eschweiler aus. In den vergangenen zwölf Monaten registrierten wir vier Verkehrsunfälle mit Verletzen im verkehrsberuhigten Bereich der Marienstraße“, heißt es in der Stellungnahme von Donnerstagnachmittag.

Die Unfallursachen waren nach Angaben der Polizei jeweils unterschiedlich: Es gab einen Auffahrunfall zweier Pkw, in einem anderen Fall stieß ein alkoholisierter Pkw-Fahrer mit einem geparkten Fahrzeug zusammen, außerdem verletzte sich eine Fußgängerin leicht, als sie von einem Radfahrer angefahren wurde, der daraufhin flüchtete. Fall vier: Bei regem Fußgängerverkehr übersah ein Pkw-Fahrer einen Fußgänger, der sich beim Zusammenstoß schwer verletzte.

„Die Verkehrsregelung auf der einen Seite und die bauliche Situation auf der anderen Seite sind aus unserer Sicht nicht eindeutig, so dass polizeiliche Maßnahmen an dieser Stelle derzeit nicht angebracht erscheinen. Wir wünschen uns insgesamt eine Verbesserung der Einheit von Bau und Betrieb, die für alle Verkehrsteilnehmer verkehrssicher und eindeutig ist“, betont die Polizei. Dies sei die Voraussetzung, dass Fehlverhalten zukünftig gezielt von der Polizei überprüft und geahndet werden könne.

(cro)