Eschweiler: Nothberg im Forschungsprojekt für Energieeffizienz

Forschungsprojekt : Nothberg ist in Deutschland eines von vier Modellquartieren für Energieeffizienz

Anwohner werden zwei Jahre beraten, wie sie am besten sanieren können. Ein Vortrag im Rathaus zu barrierefreiem Umbau ist am 4. April.

Die Energieressourcen sind endlich, sparen täte also Not. Soweit die Theorie. Doch bei der Umsetzung hapert es. Stichwort Haussanierungen. Die Sanierungsquote liegt in Deutschland bei 0,8 Prozent und stagniert seit Jahren. Die Bundesregierung strebt bis 2050 eine Quote von zwei Prozent an, die EU hängt die Messlatte höher und blickt in Richtung Drei-Prozent-Marke. Im Rahmen des öffentlich geförderten Forschungsprojekts „3%plus: Energieeffizienter Sanierungsfahrplan 2050 für kommunale Quartiere“ wurde der Eschweiler Stadtteil Nothberg ausgewählt.

Während der Auftaktveranstaltung im Vereinsheim der KG Burgwache stellten die Verantwortlichen des Deutschen Verbands für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung, des Aachener Vereins altbau plus, eines Berliner Projektpartners sowie der Verbraucherzentrale NRW Beratungsstelle Alsdorf die Ziele und Angebote des mehrjährigen Projekts vor. Mit Corinna Bederke nahm auch die Leiterin der Fachdienststelle „Infrastrukturelles Gebäudemanagement“ der Stadt Eschweiler teil.

„Erkenntnisse gewinnen“

„Das grundsätzliche Ziel dieses Projekts liegt darin, Erkenntnisse zu gewinnen, warum die Sanierungsquote in Deutschland so niedrig ist“, erläuterte Uta Lynar von der Berliner Firma.Mit zahlreichen Veranstaltungen wollen die Verantwortlichen bis 2021 mit möglichst vielen Bewohnern Nothbergs ins Gespräch kommen, um ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen.

Das Hauptaugenmerk werde dabei auf Ein- und Zwei- sowie kleinen Mehrfamilienhäusern liegen. Jens Freudenberg vom Deutschen Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung wies auf die Bedeutung hin, die Bedürfnisse von Mietern und Vermietern in Einklang zu bringen und nannte das Ziel der Bundesregierung, bis 2050 80 Prozent des Gebäudebestands klimaneutral zu gestalten, „eine große Herausforderung“. Michael Stephan, Geschäftsführer des Vereins altbau plus , unterstrich, dass Kommunen, Kreise und Regionen ihre Ziele im Bezug auf die angestrebte Energiewende nur erreichten, wenn die Gebäudebestände einbezogen würden.

„Wir sehen unsere Aufgabe in der Beratung und möchten Menschen überzeugen, dass eine Sanierung in vielen Fällen sinnvoll ist.“ Hauptthemen seien das Energiesparen und die Reduzierung von Barrieren in Häusern. Zum Programm von altbau plus gehörten Vorträge in der Aachener Geschäftsstelle am AachenMünchener-Platz 5 (der nächste findet am Dienstag, 9. April, ab 19 Uhr statt und widmet sich dem Thema Dachsanierung) sowie in der gesamten Städteregion. Und im Rahmen des nun angelaufenen Projekts werde es für die Nothberger Bürger eine weitere Leistung geben. „Rund ein halbes Jahr lang wird einmal pro Woche ein Verantwortlicher von altbau plus im Nothberger Pfarrheim vor Ort sein und für Gespräche zur Verfügung stehen.

Die genauen Termine stehen noch nicht fest, werden aber in Kürze bekanntgegeben“, sagte Michael Stephan. Im Rahmen des Projektes bietet die Verbraucherzentrale Beratungsstelle Alsdorf eine Energieberatung zum halben Preis an. Ebenso im Angebot enthalten seien die Schimmel- und Solarstromberatung, der Heizungs- und Solarcheck sowie der kostenlose „Basis-Check“ für Mieter.

Das Projekt „3%plus“ findet am Donnerstag, 4. April, seine Fortsetzung. Ab 18 Uhr steht an diesem Tag im Raum 7 des Rathauses Eschweiler das Thema „Barrierefreier Umbau lohnt sich – für alle“ im Blickpunkt.

Informationen bei der Verbraucherzentrale gibt es unter Tel. 02404/9032775 sowie unter www.verbraucherzentrale.nrw

Mehr von Aachener Zeitung