Eschweiler: Eschweiler mutiert beim Herbststadtfest zur Gesundheitsmeile

Eschweiler : Eschweiler mutiert beim Herbststadtfest zur Gesundheitsmeile

In den vergangenen Monaten wurde oft diskutiert, wenn verkaufsoffene Sonntage in Kommunen nach einer Klage abgesagt wurden. In Eschweiler ist das nicht passiert. Aber die Möglichkeit einer Klage schwebte immer wie ein Damoklesschwert über jeden, der mit der Organisation der Stadtfeste beschäftigt war.

Während andere Städte die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage reduziert haben, ging man in Eschweiler in die Offensive. Mit Erfolg: Das Angebot des Herbststadtfestes unter dem Titel „Bleib gesund — mach mit!“ erreicht eine neue Stufe. Während sich vom 31. August bis zum 2. September die Innenstadt in eine einzige Gesundheitsmeile verwandeln wird, präsentieren sich ortsansässige Betriebe in der Indeschau auf dem Marktplatz.

Abgerundet wird das Festwochenende von der großen Fahrzeugschau am Auerbachcenter. Ganz ohne Musik findet in Eschweiler kein Fest statt: Deswegen veranstalten die Original Eschweiler am Stadtfestsamstag ihre 0 auf der Bühne an der Uferstraße. Sonntags wird dort das Orchester der Freiwilligen Feuerwehr spielen. Sämtliche Veranstaltungen am Stadtfestwochenende sind kostenlos.

„Super, dass viele mitmachen“

Heinz-Peter Wiesen zeichnet seit eineinhalb Jahren für die Stadtfeste in Eschweiler im Auftrag des Citymanagement-Vereins verantwortlich. Auch diesmal beschritt er einen neuen Weg, nachdem die Krankenkasse Actimonda mit der Idee an ihn herangetreten war, den Aspekt der Gesundheit und Prävention in den Mittelpunkt zu stellen.

Nicht nur in diesem Bereich tätige Firmen wurden angeschrieben, sondern auch Vereine. Die Resonanz bewertet Wiesen so: „Wenn ich bedenke, dass wir dies zum ersten Mal machen und die Vereine recht kurzfristig angeschrieben haben, ist es super, dass so viele mitmachen.“ Die Institutionen und Vereine werden sich in der gesamten Innenstadt präsentieren. Zumba, Yoga, Tanz, Torwandschießen, Handball, Ballett und vieles mehr wird zwischen Markt und Marienstraße zu erleben sein.

Im Zelt auf der Marienstraße melden sich zahlreiche Experten zu Wort, um über unterschiedliche Gesundheitstipps zu geben. Auch ein bekannter ehemalige FIFA-Schiedsrichter wird vors Mikro treten: Babak Rafati. Er geriet in seiner Karriere als Referee so unter Druck, dass er nur noch einen Suizid als Ausweg sah. Heute hilft er mit Vorträgen in der ganzen Republik Menschen, nicht in eine ähnliche Situation zu geraten. „Sein Vortrag ist emotional und macht nachdenklich“, sagt Ralf Steinbrecher von der Actimonda-Krankenkasse.

Referent Dr. Heinz-Wilhelm Esser ist den meisten Fernsehzuschauern als „Doc Esser“ in einem WDR-Gesundheitsmagazin bekannt. Er räumt in seinem Beitrag mit den „größten Gesundheitsmythen“ auf.

Fahrzeuge jeder Art

Zum neunten Mal werden sich Eschweiler Firmen bei der Indeschau vorstellen. Die Organisatoren Heinz Nießen, Michael Engelbrecht und Michael Esser haben wieder 25 ortsansässige Unternehmen dafür gewinnen können. Im Zelt auf dem Marktplatz wird auch die offizielle Eröffnung des Stadtfestes am kommenden Freitag mit Schirmherr und Bürgermeister Rudi Bertram erfolgen. Für die kleinen Stadtfestbesucher wichtig: An allen Tagen findet dort ein Malwettbewerb statt. Am Stadtfestsonntag wird zudem die „Duke of Brass Bigband“ von 13.30 bis 15.30 Uhr spielen.

Auf der Bühne an der Uferstraße steht am Stadtfestwochenende ohnehin die Musik im Vordergrund: Die Original Eschweiler laden am kommenden Samstag zur Inde-Party ab 18 Uhr. Getreu dem Motto „Kölsche Tön“ sind mit von der Partie die Rabaue, Fiasko, La Mäng, Zack und JP Weber. „Es wird eine Barbecue-Meile aufgebaut, wir wollen also auch kulinarisch etwas Besonderes bieten“, verspricht der Vorsitzende der Original Eschweiler, Andreas Bergs.

Das Orchester der Freiwilligen Feuerwehr lädt für den Stadtfestsonntag ab 11 Uhr an die Uferstraße. Nachdem das Jubiläumskonzert im vergangenen Jahr buchstäblich ins Wasser gefallen war, hoffen die Musiker diesmal auf besseres Wetter. Wer sich für Fortbewegungsmittel verschiedener Art interessiert, kommt am Auerbachcenter beim Stadtfest auf seine Kosten. Dort findet die vierte Fahrzeugschau statt, bei der nicht nur hiesige Autohäuser vertreten sind.

„Wir sind sehr dankbar, dass auch die Hilfsdienste uns unterstützen“, sagt Alexander Zittel, der an der Organisation der Schau federführend beteiligt war. Diesmal werden allerdings nur die Feuerwehr und die Malteser Teile ihres Fuhrparks ausstellen. An den Ständen werden auch Vorführungen und Mitmach-Aktionen veranstaltet. Man hofft, noch die ein oder andere Hilfsorganisation zusätzlich zu gewinnen. Die Entscheidung, ans Auerbachcenter umzuziehen, fiel recht kurzfristig.

Die meisten Aussteller sind zufrieden damit: Auch die Bundeswehr hat dafür plädiert, weil der Raum in der Innenstadt sehr begrenzt ist. „Nun ist auch der Blick auf die Schaufenster nicht versperrt, was manche Händler bei den vorigen Autoschauen kritisiert haben“, sagt Heinz-Peter Wiesen. Am neuen Standort könne sich die Bundeswehr mit ihren Fahrzeugen „ausbreiten“. 700 Quadratmeter stehen dort zur Verfügung.

Dass bei der Fahrzeugschau auch E-Mobile und Fahrräder zu sehen sind, passt zur großen Aktion in Eschweiler, die mit dem Stadtfest starten soll: das Stadtradeln. Drei Wochen lang sollen die Indestädter vom Auto aufs Zweirad „für ein besseres Klima“ umsteigen. Die offizielle Startschuss erfolgt am Stadtfestsonntag ab 16 Uhr auf der Bühne an der Uferstraße. Der Infostand zu der Aktion ist von 10 bis 18 Uhr an der Marienstraße zu finden. Am 23. September endet das Stadtradeln, das von der Verwaltung initiiert wurde.

Bücherflohmarkt am Rathaus

Vors Rathaus lockt am Stadtfestsonntag von 11 bis 16 Uhr der Bücherflohmarkt der Stadtbücherei. Der Erlös kommt dem Förderverein zugute. Das Team der Bücherei würde sich über weitere gut erhaltene Kinderbücher und Romane freuen: Bücherspenden können am Donnerstag, 30. August, von 17 bis 19.30 Uhr und am Freitag, 31. August , von 12 bis 14 Uhr im Raum 2 des Rathauses abgegeben werden.

Nicht nur der Vorsitzende des City-Managementvereins, Klaus-Dieter Bartholomy, freut sich mit seinen Mitstreitern auf das Stadtfestwochenende und bittet die Anwohner um Verständnis: „Wir müssen aus Sicherheitsgründen die Ufer- und die Marienstraße sperren.“ Als Entschädigung wird ein buntes Programm zum Nulltarif geboten. Am Sonntag haben dann auch die Geschäfte geöffnet.

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