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10+1 Bäume: Eschweiler möchte Zeichen gegen rechte Gewalt setzen

10+1 Bäume : Eschweiler möchte Zeichen gegen rechte Gewalt setzen

Der Eschweiler Integrationsrat möchte sich der Kampagne „10+1 Bäume für die Opfer des NSU“ des Landesintegrationsrats NRW anschließen. Ein genauer Standort konnte bisher allerdings nicht festgelegt werden.

Als Zeichen gegen rechte Gewalt ruft der Landesintegrationsrat NRW Kommunen zur Beteiligung an der Kampagne „10+1 Bäume für die Opfer des NSU“ auf. Diesem Aufruf folgt nun auch die Stadt Eschweiler. Ein Erinnerungsort mit elf neu eingepflanzten Bäumen soll entstehen. Die Zahl elf ergibt sich aus zehn Bäumen für die insgesamt zehn Opfer des NSU, der elfte Baum soll für alle Opfer rechter Gewalt stehen. Wo genau die Gedenkstätte in Eschweiler entstehen soll, konnte in der Sitzung des Integrationsrats allerdings noch nicht geklärt werden.

Die Stadtverwaltung hatte vorab bereits die Rahmenbedingungen für die Aktion ausgearbeitet. Aus der Vorlage des Integrationsrats ging hervor, dass alle Bäume zusammenhängend an einem Ort gepflanzt werden müssten, um der Zielsetzung der Kampagne gerecht zu werden. Dazu müsste eine größere freie Fläche von mindestens 500 Quadratmetern zur Verfügung stehen. Zwei Standorte wurden in Betracht gezogen: der Erweiterungsteil des Friedhofes in Dürwiß und eine Fläche am Blausteinsee. Darüber sollte der Integrationsrat eigentlich in seiner Sitzung abstimmen, doch die Entscheidung wurde vertagt.

Der Vorsitzende des Integrationsrats Menderes Özdal sprach sich deutlich gegen den Standort am Friedhof Dürwiß aus: „Man geht zum Friedhof, um seine verstorbenen Angehörigen zu besuchen. Da geht so eine Gedenkstätte unter. Es ist aber Ziel der Sache, dass die Bäume an einem Ort mit viel Menschenverkehr gepflanzt werden.“

Am Blausteinsee sei bislang noch kein genauer Standort für die Bäume festgelegt worden. In Abstimmung mit dem Stadtrat soll eine Ortsbegehung stattfinden, um eine passende Stelle für das Mahnmal zu finden. „Uns ist es wichtig, dass die Bäume nicht irgendwo versteckt hingepflanzt werden. Möglichst viele Menschen sollen die Aktion mitbekommen und informiert werden“, betonte Özdal. Zusätzlich zu den Bäumen soll eine Gedenktafel errichtet werden, die über die Bedeutung des Mahnmals aufklärt.

Einer Vertagung der Entscheidung über den finalen Standort der Kampagne stimmten die Mitglieder zu. Erst nach der Ortsbegehung am Blausteinsee soll eine Entscheidung getroffen werden. Die Abstimmung soll voraussichtlich in der nächsten Sitzung des Integrationsrats am 17. November stattfinden.

Die Kosten für die Baumpflanzung und -pflege werden etwa 1500 Euro pro Baum betragen. Die erforderlichen Kontrollen und die sich daraus ergebenden Maßnahmen müsse die Stadt übernehmen, da hierfür spezielle Fachkenntnisse erforderlich seien. Diese Personalkosten seien bei den genannten Kosten pro Baum bereits berücksichtigt.