Eschweiler: „Eschweiler Lok“: Erstmals gibt es einen Publikumspreis

Eschweiler: „Eschweiler Lok“: Erstmals gibt es einen Publikumspreis

Ob Sebastian Pufpaff mit dem Trio „Das Bundeskabarett“, Martin Zingsheim oder das Damen-Duo „Top Sigrid“ mit Eva Eiselt und Christine Prayon, die seit 2011 die Rolle der Birte Schneider in der „ZDF heute show“ inne hat — die Sieger des Kabarett-Wettbewerbs „Eschweiler Lok“ haben ihren Weg gemacht.

Am Freitag, 19. September, nehmen ab 20 Uhr nun erneut vier Bewerber Anlauf, den von der Sparkasse Aachen und dem „Kleinkunstförderverein Talbahnhof Eschweiler“ präsentierten einzigen Kabarett-Preis der Region zu gewinnen.

Wer wird den Kabarett-Wettbewerb „Eschweiler Lok“ gewinnen? Am 19. September stellen sich „Ozan und Tunc“ (oben), das Duo „Fußpflege Deluxe“, Lars Redlich (mit Klarinette) und Michael Feindler im Kulturzentrum Talbahnhof dem Urteil der fünfköpfgien Jury und des Publikums.

Mit „Ozan&Tunc“ und „Fußpflege Deluxe“ sowie Michael Feindler und Lars Redlich stellen sich zwei Duos und zwei Solokünstler im Kulturzentrum Talbahnhof den gespitzten Ohren beziehungsweise den kritischen Blicken sowohl der fünfköpfigen Jury als auch des Publikums. Und dies im wahrsten Sinne des Wortes. Denn bei der fünften Auflage der „Eschweiler Lok“ gibt es erstmals zwei Preise zu gewinnen! Die Jury, die von Klaus Wohnaut, Gebietsdirektor der Sparkasse Aachen, Heinz-Peter Keutmann, Mitglied des Kleinkunstfördervereins, dem Schauspieler und Autor Stéfan Horn, Patrick Nowicki, Redakteur dieser Zeitung, und einem noch zu bestimmenden aktiven Künstler bestehen wird, entscheidet wie gewohnt über den Gewinner der „Eschweiler Lok“. Doch auch die Zuschauer küren per Stimmzettel einen Sieger. Dieser wird der erste Preisträger des „Eschweiler Lökchens“.

Wer wird den Kabarett-Wettbewerb „Eschweiler Lok“ gewinnen? Am 19. September stellen sich „Ozan und Tunc“ (oben), das Duo „Fußpflege Deluxe“, Lars Redlich (mit Klarinette) und Michael Feindler im Kulturzentrum Talbahnhof dem Urteil der fünfköpfgien Jury und des Publikums.

„Die Zuschauer werden einen unterhaltsamen, abwechslungsreichen und wohl auch spannenden Abend mit einer Mischung aus politischem Kabarett, Musikcomedy und Slapstick erleben“, verspricht Walter Danz, Betreiber des Kulturzentrums Talbahnhof. Peter Adrian, Vorsitzender des Kleinkunstfördervereins, betont auch im Namen seiner Mitstreiter, glücklich zu sein, bereits zum fünften Mal den in der Region einzigartigen Wettbewerb dem Publikum präsentieren zu können. „Der Preis hat sich in der Szene bestens etabliert. Und mit der Hinzunahme des Publikumspreises glauben wir, die Attraktivität noch einmal erhöht zu haben“, blickt er mit Vorfreude auf den 19. September und hofft, an diesem Abend (fast) allen Meinungen gerecht zu werden. „Schließlich gab es in der Vergangenheit bereits Entscheidungen der Jury, die beim Publikum auf Unverständnis stießen“, erinnert sich Peter Adrian.

„Bei den Bewerbern handelt es sich um Künstler, die bisher noch nicht mit Preisen überhäuft wurden, die aber dennoch ein beachtliches Niveau auf die Bühne bringen“, nennt Walter Danz den nach wie vor vorhandenen Aspekt der Nachwuchsförderung, der dem Wettbewerb „Eschweiler Lok“ inne wohne. „Der Werdegang der bisherigen Lok-Sieger ist der eindeutige Beleg der Qualität, die bei diesem Wettbewerb geboten wird“, unterstreicht auch Klaus Wohnaut.

Die Bewerber

Ozan (Akhan) und Tunc (Denizer) sind Vertreter der „Hybrid Comedy“ mit einer Bandbreite von politischer Comedy bis Slapstick. Das Duo zeigt die Welt aus seiner Sicht von ernst über komisch bis hin zu total bescheuert. Darüber hinaus beweisen Ozan und Tunc Mut, wenn sie mit einem verdächtig blinkenden Koffer ein vermeintliches Bekennervideo drehen oder als Bodyguards von Angela Merkel im ständigen Funkkontakt mit den „Großen“ dieser Welt stehen. Die Beiden haben stets alles im Griff, selbst wenn ein linksextremer, islamistischer Ex-Stasi-Anti-Anti-Umwelt-Aktivist angreifen würde.

Wer sich auf „Fußpflege Deluxe“ freut, muss zunächst mit dem Aufwärmprogramm der hochqualifizierten Weiterbildungskräfte Gundula Klein-Schulze-Redling und Horst Ponz vorlieb nehmen. Denn „Fußpflege Deluxe“ verspäten sich oder kommen gar nicht mehr. Diesen Umstand nutzen unter anderem ein „lyrisches Duo“, das die Gelegenheit wahrnimmt, Gedichte eines unendlichen Zyklus einem Publikum vorzutragen, das nicht flüchten kann, sowie eine Fleischfachverkäuferin, die sich endlich ihren Traum als Stand-Up-Comedian erfüllen möchte. Sollten „Fußpflege Deluxe“ dann aber doch noch erscheinen, kommt mit Sicherheit alles ganz anders als gedacht.

Michael Feindler schweift nicht in die Ferne oder geht nach Pisa, um festzustellen, dass die Bildungspolitik in eine gehörige Schieflage geraten ist. Er gehört zur Generation, die zwischen Facebook, Werbeblocks und Euro-Krise langsam ahnt: Die ausgerufene Bildungsrepublik ist nur eine Fata Morgana der Wissensdurstigen. Nach seinem Debüt-Programm „Allein unter Menschen“ präsentiert Michael Feindler ein kompromissloses Stück Kabarett, das scharf und gleichzeitig feinfühlig, augenzwinkernd und doch melancholisch daherkommt. Er reimt, singt und stellt etwas auf seine eigene Art fest, die selbst dann noch harmlos wirkt, wenn die wortgewaltige Waffe längst geladen ist.

Lars Redlich verbindet als „singender Comedian“ die Liebe zur Musik mit dem Hang zur Komik. Der 1981 in Berlin Geborene genoss die für viele deutsche Kinder obligatorische musikalische Früherziehung — Blockflöte! Um bei den Mädels zu punkten, wechselte er an die Klarinette, um schließlich bei der noch attraktiveren Gitarre zu landen. An der Universität der Künste zum Bühnendarsteller ausgebildet, fiel er bereits durch selbstironische Programme mit vielversprechenden Namen wie „Lars but not least“ oder „Penisneid“ auf. Eine Kombination aus Kabarett, Musikcomedy und Show, die durch intelligenten Humor überzeugt.