Eschweiler: Küche im St.-Antonius-Hospital soll schließen

Pläne des St.-Antonius-Hospitals : Küchenmitarbeiter sammeln Hunderte Unterschriften gegen drohendes Aus

Silvia Heuser und Sascha Weber sagen offen, dass es „realistisch gesehen“ wohl keine Möglichkeit gibt, das drohende Aus von Küche und Restaurant im St.-Antonius-Hospital abzuwenden. „Aber wir wollen alles ausschöpfen, um wenigstens noch einige Arbeitsplätze zu sichern“, sagt Weber.

Er gehört wie Heuser zum Vorstand des Betriebsrates der ZVA GmbH gehört. Die betreibt die Hospitalküche und das Restaurant „Akzente“. Rund 100 Mitarbeiter wären von den Schließungen betroffen, die spätestens bis Ende des Jahres vollzogen werden sollen. 40 davon seien nach Angaben von Sascha Weber Vollzeitkräfte, 20 weitere in Teilzeit oder Minijobber, die übrigen rund 40 Jobs entfielen auf Servicekräfte und Rezeptionisten auf den Stationen. Jedoch laufen einige befristete Verträge dieses Jahr ohnehin aus.

Küche und Restaurant sollen nach Angaben der Hospital-Geschäftsführung schließen, um zum einen vom Land nicht geförderte Investitionen von sechs Millionen Euro und hohe Betriebskosten zu vermeiden. Zum anderen würde die Küche einer dringend benötigten Notaufnahme weichen, deren Bau wiederum bezuschusst würde. Das Essen soll in Zukunft von einem externen Dienstleister geliefert werden. Noch handelt es sich bei den Plänen um Absichtserklärungen, die nötigen Details müssen noch unter anderem mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft ausgearbeitet werden.

Die Nachricht hat die Belegschaft am Montag vor einer Woche in einer kurzen Betriebsversammlung nach Feierabend erhalten. „Viele Mitarbeiter waren geschockt, weil sie wissen, dass sie so schnell keinen neuen Job finden. Sie sind über 50, ungelernt, fallen durchs Raster“, sagt Sascha Weber. Der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende macht auch deutlich, welche Konsequenzen der Wechsel zu einem externen Zulieferer haben würde: „Der Externe kann nicht unsere Flexibilität anbieten. Es sind keine kurzfristigen Änderungen möglich, keine Wünsche mehr zu erfüllen.“ Zudem werde Patienten und Besuchern ohne Restaurant ein Rückzugsort fehlen, auch den Mitarbeitern würde ein Pausenraum genommen.

Weil auch neun von elf Grundschulen bald nicht mehr von der Hospitalküche beliefert würden (rund 800 Essen pro Tag), hoffen Betriebsrat und Mitarbeiter auf Unterstützung des Bürgermeisters und der lokalen Politik. Von Samstag bis Montagnachmittag haben zig Mitarbeiter nach Angaben von Sascha Weber rund 700 Unterschriften in der Stadt gesammelt, die sie Bürgermeister Rudi Bertram und der Hospital-Geschäftsführung überreichen wollen.

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