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Eschweiler: Kein Programm in Event- und Kulturkirche Herz-Jesu

Genehmigung fehlt : Vorerst keine Events im Gotteshaus Herz-Jesu

In der Herz-Jesu-Kirche werden in absehbarer Zeit keine größeren Kunst- und Kulturveranstaltungen stattfinden. Das im August von Kircheneigentümer Max Krieger und Eventveranstalter Peter Jumpertz aus Herzogenrath vorgestellte Programm wird zunächst ersatzlos gestrichen. Der Grund scheint banal.

Die Sache ist – neutral formuliert – mit einem Missverständnis zwischen Krieger und Jumpertz zu begründen: Die nötigen Auflagen liegen nicht vor. Konkret ist keine Nutzungsänderung bei der Stadt Eschweiler beantragt worden, damit die Kirche auch als Veranstaltungsort für größere Angebote mit größerem Publikum genutzt werden darf. Die Kirche ist also noch: eine Kirche. Bei der Frage, warum es im Prinzip an der wichtigsten Hausaufgabe gescheitert ist, schieben sich Kulturmanager Krieger und Eventveranstalter Jumpertz gegenseitig den schwarzen Peter zu.

Peter Jumpertz erklärt, dass er seit Beginn der Zusammenarbeit mit Max Krieger davon ausgegangen sei, dass die Kirche bereits als Veranstaltungsort ohne größeres bürokratisches Prozedere genutzt werden könne. „Mir ist die Kirche als Eventkirche angeboten worden, deswegen bin ich davon ausgegangen, dass alles geregelt ist“, betont Jumpertz. „Es kann nicht meine Aufgabe sein, dass ich die Änderung beantragen muss. Das war auch nicht so vereinbart.“

Max Krieger widerspricht: Er habe von vornherein „schriftlich vereinbart“, dass er die Kirche „zeitlich freibleibend, mietfrei nutzen kann“, solange Jumpertz sich um die nötigen Auflagen und Genehmigungen kümmert. „Er musste die Nutzungsänderung beantragen.“ Als Krieger vor Kurzem das endgültige Programm für das große Eröffnungswochenende vom 11. bis 13. Oktober mit Musiker-Wettbewerb, Konzerten und Kleinkunst vorgelegt bekam, habe er Jumpertz „nochmals auf die erforderliche Genehmigung der Stadt Eschweiler hingewiesen“. Dafür habe Krieger auch vor einer Woche „auf eigene Kosten“ einen Termin mit einem renommierten Aachener Büro angeboten, das die nötigen Brandschutz- und andere Konzepte für die Nutzungsänderung erstellt. Veranstalter Peter Jumpertz war an diesem Tag jedoch verhindert. Und auch danach habe Jumpertz nicht die nötigen Schritte auf sein Anraten hin erledigt hin, betont Krieger.

Eigentümer der Kirche in Eschweilers Osten: Kulturmanager Max Krieger. Foto: Irmgard Röhseler

Peter Jumpertz sagt, er sei erstaunt, sauer und verärgert über die Situation und darüber, wie es gelaufen ist. Für ihn ist klar: „Ich habe mich korrekt verhalten. Ich bin von anderen Voraussetzungen ausgegangen. Die Kirche ist auch einfach super.“ Sein Team und er hätten Wochen gebraucht für die Organisation, die „Kirche renoviert und sauber gemacht“. Und für die Künstler sei es natürlich auch schade –„ und für die Stadt, weil wirkliche sehr gute Veranstaltungen nicht mehr stattfinden“, sagt Jumpertz. Dass er seine geplanten Programme absagen muss, habe er kürzlich von der Stadt erfahren, als er sich diese genehmigen lassen wollte – für eine Genehmigung muss aber eben eine abgesegnete Nutzungsänderung vorliegen.

Die zu erhalten dauert im besten Fall einen Monat, erklärt Eschweilers Technischer Beigeordneter Hermann Gödde. „Wenn ein Antrag vorliegen würden, würden wir das auch sicherlich genehmigt bekommen“, sagt er. Auch er finde es im Namen der Stadt schade, dass erst einmal kein Programm in der Herz-Jesu-Kirche gefahren werden kann. „Ich finde es generell gut, dass dort etwas passieren soll, und wir begleiten das auch positiv.“

Für Peter Jumpertz ist das Kapitel in Eschweiler-Ost damit beendet. Und Max Krieger wird sich wieder auf die Suche machen nach einem Veranstalter, es ist also nicht so, dass das Projekt Event- und Kulturkirche beendet ist. „Es wird nur verlegt.“