Eschweiler: Kein negatives Echo auf Pläne von Fortuna Weisweiler

Fusion dreier Vereine? : Helena Stormanns sieht Gespräche über Fortuna-Zukunft gelassen

Die pessimistischen Reaktionen auf die Fusionspläne dreier Fußballvereine halten sich in Weisweiler in Grenzen. Und auch die Pferdezüchterin Helena Stormanns sieht die Gespräche gelassen.

Die Woche der Stadtmeisterschaft ist der ideale Anlass, um über den Eschweiler Fußball zu philosophieren, wenn sich doch schon mal alle Mannschaften präsentieren. Genügend Grund zum Gespräch gab definitiv der Vorstoß aus Dürwiß, Laurenzberg und Weisweiler, dass die drei Vereine ab der Saison 2020/21 das gleiche Trikot und einen Namen tragen. So kam etwa die Frage auf, wie die Stadtmeisterschaft denn künftig aussehen wird, wenn in Summe zwei Teams wegfallen würden.

Und wie waren die Reaktionen vor allem in Weisweiler? Denn die Fortuna würde im Falle eines Zusammenschlusses in den Sportpark am See ziehen. „Der erste Bericht hat auf jeden Fall für große Reichweite gesorgt“, sagt Fortuna-Vorsitzender Manfred Bräuer. „Und natürlich waren auch einige Stimmen dabei, die das kritisieren. Aber es waren nur wenige. Von daher werden wir unseren Weg weitergehen.“ Also: Erst einmal die Sommerpause abwarten, Gespräche mit dem Landessportbund führen und im September die Mitglieder aller drei Vereine separat entscheiden lassen.

Rund um das Thema Vereinsfusion fällt auch gerne mal ein Name, der mit Fußball gar nichts zu tun hatte, dafür aber mit Weisweiler: Helena Stormanns. Die bekannte Pferdezüchterin und Initiatorin des Eschweiler Jumping Festivals ist mit ihrer Firma „HS Sportpferde“ direkte Nachbarin des Fortuna-Geländes und wird umgehend als potenzielle Käuferin des Areals genannt, sollte es denn frei werden. Es scheint aber alles andere als so zu sein, dass Stormanns öffentlich mit den sprichtwörtlichen Hufen scharrt.

„Vor sechs Jahren haben die Stadt und ich mal über einen möglichen Kauf gesprochen, dann war im letzten Jahr ein Kunstrasen im Gespräch“, sagt Stormanns auf Anfrage. „Und jetzt ist ja noch nichts entschieden, von daher sehe ich die Situation gelassen. Es hat auf jeden Fall keine weiteren Gespräche gegeben.“ Stormanns spricht damit die Jahreshauptversammlung der Fortuna im März 2018 an, als anlässlich des 110. Geburtstag von einem großen Umbau des Hubert-Bündgens-Stadion die Rede war.

Bertram hält sich bewusst zurück

Eschweilers Bürgermeister Rudi Bertram möchte sich über eine mögliche Zukunft des Stadions und eventuelle Gespräche mit Helena Stormanns, ohne dass es eine Entscheidung über einen Zusammenschluss gibt, auf Anfrage nicht äußern. Zudem möchte er die laufenden Gespräche der Fußballer nicht kommentieren, teilt Bertram schriftlich mit: „Der Prozess, der vor den Vereinen liegt, sollte nicht bereits im Anfangsstadium durch voreilige öffentliche Statements unseriös begonnen werden.“ Es handele sich um eine „weitreichende sportliche Entscheidung“, die sportpolitisch noch zu bewerten und zu beraten sei.

Während die Zukunft des Weisweiler Stadions noch alles andere als entschieden ist, sieht es beim Gut Kugel am Ortseingang von Hehlrath anders aus. Die Anlage samt Pferdepension ist seit wenigen Monaten im Besitz von Helena Stormanns beziehungsweise ihrer Firma. Im Moment stehen alle Boxen leer, denn es müsse einiges getan, vor allem sauber gemacht werden, betont Stormanns. In diesem Zusammenhang weist sie darauf hin, dass – anders als von manchen Bürgern vermutet – derzeit kein Umbau stattfindet, sondern die Arbeiten auf dem Feld südlich des Hofes zum deutsch-belgischen Stromtrassen-Projekt „Alegro“ gehören. „Bis auf eine Modernisierung des Wohnhauses, das von 1963 ist und noch ein Asbestdach hat, haben wir derzeit keine Umbaupläne auf dem Gelände“, sagt Helena Stormanns. Wenn die Ställe gesäubert sind, werde die Pferdepension wieder betrieben.

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