Eschweiler: Kein muslimischer Gebetsraum im St.-Antonius-Hospital

Bitte um Gebetsraum im Hospital : Ein Teppich in der offenen Kapelle könnte für „böses Blut“ Sorgen

Die Bitte wurde vor einiger Zeit geäußert: Die Mitglieder der muslimischen Gemeinschaften wünschen sich einen Gebetsraumes im St.-Antonius-Hospital. Geschäftsführer Elmar Wagenbach erteilte diesem Ansinnen schriftlich eine Absage. Nun war er Gast in der Sitzung des Integrationsrates, um persönlich Rede und Antwort zu stehen.

„Das Hospital befindet sich in katholischer Trägerschaft und verfügt über eine Kapelle, in der Mitglieder jeder Religionsgemeinschaft willkommen sind, sich zum stillen Gebet zurückzuziehen“, begann Elmar Wagenbach seine Ausführungen. Das Prinzip der Gleichbehandlung aller, „auch jeder Minderheit“, werde dabei absolut berücksichtigt.

In der Indestadt seien zahlreiche Religionsgemeinschaften vertreten, die Wünsche äußerten. „Auch die Zeugen Jehovas sind bei uns vorstellig geworden“, sagte der Diplom-Betriebswirt, der zudem betonte, dass es, entgegen anderslautender Meinungen, auch im Stolberger Krankenhaus keinen muslimischen Gebetsraum gebe. Weiterhin sei der generelle Raum im St.-Antonius-Hospital knapp bemessen. „Einige Büros von Ärzten und Teile der Technik sind außerhalb unseres Haupthauses untergebracht. Auch die Ablaufstrukturen sind vorgegeben. Die Absage Ihrer Bitte besteht somit aus einem Paket von Faktoren“, schloss Wagenbach zunächst.

Die Integrationsratsvorsitzende Nora Hamidi erläuterte im Anschluss noch einmal kurz das Ansinnen der Muslimische: „Unsere Bitte fußt auf der Anzahl der Muslime in Eschweiler, die sich auch in der Anzahl der Patienten des Hospitals niederschlägt. Um zu beten, benötigt ein Moslem einen Gebetsteppich. Wir befürchten, dass es zu bösem Blut führt, wenn ein Moslem in der Kapelle einen Gebetsteppich ausbreitet und zuvor womöglich einen Stuhl weggeräumt hat“, erklärte die Vorsitzende.

Integrationsratsmitglied Abdelhamid Hamidi äußerte die Vermutung, dass bei Elmar Wagenbach und den weiteren Verantwortlichen des Hospitals „falsche Vorstellungen“ in Sachen muslimischer Gebetsraum vorhanden seien. „Es geht nicht darum, eine Moschee zu bauen. Ein Raum von 2x2 Metern, in dem wir unsere Religion praktizieren können, reicht uns.“

Elmar Wagenbach, der die Anzahl der muslimischen Patienten im zweistelligen Prozentbereich ansiedelt, nahm die Aussagen der Mitglieder des Integrationsrates zur Kenntnis. „Ich sage Ihnen zu, ein weiteres Gespräch mit Pfarrer Michael Datené zu führen und dabei Ihre Anregungen vorzutragen. Eine Entscheidung kann ich aber hier und heute nicht treffen“, sagte er. Nora Hamidi unterstrich abschließend, dass es gut sei, über das Thema offen zu sprechen und sich gegenseitig zuzuhören.

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