Eschweiler: Eschweiler Judoka als Musterbeispiel der „Integration durch Sport“

Eschweiler: Eschweiler Judoka als Musterbeispiel der „Integration durch Sport“

Für den Regiosportbund ist ganz klar: Ein besseres Mittel zur Integration als Sport gibt es kaum. Das beweist sich einmal mehr bei den Judoka des Eschweiler Budo-Clubs. Für ihre Teilnahme am Programm „Integration durch Sport“ wurden die Kampfsportler vor dem letzten Turniertag ihrer Landesliga-Saison ausgezeichnet.

Der Budo-Club hatte sich sehr schnell zur Teilnahme bereiterklärt, erzählten Michael Degenhart vom Budo-Club und Regiosportbund-Mitarbeiter Stephan Mayer direkt nach der Urkundenverleihung. Am „Tag des Judos“ vor einem Jahr konnte Mayers Vorgängerin Anna Eich den Kontakt herstellen, der den Budo-Club jetzt zu einem Stützpunktverein der Aktion „Integration durch Sport“ macht, die durch den Deutschen Olympischen Sportbund und das Bundesministerium des Inneren gefördert wird.

Bei einem Spielplatzfest an der Gutenbergstraße konnten interessierte Kinder und Erwachsene ersten Kontakt zu den Judoka knüpfen. Drei Kinder mit Migrationshintergrund sind bisher angemeldet. Degenhart hofft, dass noch bis zu zehn Kinder aufgenommen werden können. Die Erfahrungen sind dabei bisher „durchweg positiv, es gibt quasi keine Distanz“. Wichtig ist allen Beteiligten, dass jeder in den ganz normalen Vereinsalltag eingebunden wird und nicht gesondert behandelt wird.

Gerade die Disziplin, das Körperbewusstsein und der Zusammenhalt, der im Kampfsport vermittelt wird, haben einen besonders positiven Einfluss auf die Entwicklung von Kindern und die Integration von Erwachsenen. Auch Sprachbarrieren können hier problemlos aus dem Weg geräumt werden, so dass sich auch ein Elternteil eines Kindes mittlerweile anmeldete und trotz fehlender Sprachkenntnisse begeistert die ersten Schritte in die spannende Sportart macht.

Das freute auch Raphael Kamp vom Quartiersbüro Eschweiler-West und Gerhard Kersten vom Stadtsportbund Eschweiler, die ebenso wie der Regiosportbund solche Bemühungen unterstützen. „Über soziale Träger wollen wir Menschen mit Integrationshintergrund zum Sportführen. Wir dienen dabei als Schnittstelle“, erklärte Mayer, der hofft, dass der Budo-Club weiterhin so positive Erfahrungen mit dem Vorhaben macht.Im Anschluss ging es dann in der Turnhalle am Berufskolleg aber auch richtig zur Sache.

Der JC Haaren (Kreis Heinsberg) und die dritte Mannschaft des Judo-Erstligisten Hertha Walheim waren angereist. In der Landesliga Köln trafen an insgesamt vier Turniertagen acht Mannschaften aufeinander, wobei die Walheimer zusammen mit der Zweitvertretung des JC Bushido Köln die Liga dominierten und auch in Eschweiler die Favoritenrolle inne hatten.

Pro Partie in der Sportart, deren Name soviel heißt wie „Siegen durch Nachgeben“ finden in Hin- und Rückrunde jeweils fünf Kämpfe statt, eine für jede Gewichtsklasse — auch wenn aufgrund von Kämpfermangels im Notfall auch mal über der eigenen Gewichtsklasse gekämpft werden muss. Die Kämpfe werden dann durch Ippons und Waza-Ari entschieden. Ein Ippon bedeutet einen sofortigen Kampfsieg — beispielsweise indem der Gegner aufgibt, mit einer bestimmten Technik geworfen wird oder über 20 Sekunden festgehalten werden kann.

Die kleinere Punktewertung ist dabei das Waza-Ari. Diese werden für Würfe vergeben, die nicht allen Kriterien des Ippons entsprechen. Entscheisinddabei drei Kampfrichter. Das Ziel ist es, dem Sportler beizubringen durch möglichst wenig Aufwand einen hohen Effekt zu erzielen. Nach maximal vier Minuten ist der Kampf dann vorbei.Trotz leichter Personalprobleme machten die Eschweiler Judoka eine mehr als gute Figur und konnten gegen die extrem starken Walheimer sogar zwei der zehn Kämpfe gewinnen.

Gegen die Haarener gelang es dann eine richtig starke Leistung abzurufen und sich den Sieg mit 7:3 zu sichern. Mit einem Endergebnis von 3:4 holten die Indestädter damit einen achtbaren fünften Platz zum Abschluss in der Tabelle und können sich jetzt auf die kommenden Herausforderungen vorbereiten.

(cheb)