Eschweiler: Eschweiler ist für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert

Eschweiler : Eschweiler ist für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert

Dass die Vereinten Nationen zum wiederholten Mal Nachwuchs- wie Führungskräfte aus aller Welt zu Schulungen in Sachen Nachhaltigkeit ausgerechnet nach Eschweiler einluden, das kam nicht von ungefähr: „Eschweiler ist die Stadt, die in punkto Nachhaltigkeit und Strukturwandel am meisten zu bieten hat“, konstatiert Patrick van Weerelt.

Van Weerelt ist Leiter des Bonner Schulungszentrums der Vereinten Nationen, kurz: Head of Office of the United Nations System Staff College (UNSSC) Knowledge Centre for Sustainable Development Bonn.

Ebenso wenig ist es ein Zufall, dass der UN-Vertreter in Vietnam die Hafenstadt Ha Long, die dabei ist, von Kohleindustrie zu „grünen“ Jobs umzustrukturieren, Eschweilers als Partnerstadt anbot, die von den hiesigen Erfolgen einiges lernen können. Und last not least ist es auch kein Zufall, dass das brasilianische Alta Floresta auf eine Kooperation mit Eschweiler setzt, um die anstehenden Herausforderungen in Sachen Nachhaltigkeit, Wasserwirtschaft und Renaturierung zu meistern.

Eschweiler gilt als Top-Adresse, wenn es um die Bewältigung der Aufgaben geht, die für die Zukunft der Stadt entscheidend sind. Und das trägt ihr jetzt einmal mehr besondere Beachtung ein: Als eine von drei Städten in der Kategorie Mittelstädte ist Eschweiler für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert.

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis ist die nationale Auszeichnung für Spitzenleistungen der Nachhaltigkeit in Wirtschaft, Kommunen und Forschung. Mit fünf Wettbewerben (darunter der Next Economy Award für „grüne Gründer“), über 800 Bewerbern und 2000 Gästen zu den Veranstaltungen ist der Preis der größte seiner Art in Europa. Vergeben wird die Auszeichnung von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V. in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschaftsvereinigungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Forschungseinrichtungen. Rahmen für die Verleihung ist der Deutsche Nachhaltigkeitstag in Düsseldorf, die meistbesuchte jährliche Kommunikationsplattform zu den Themen nachhaltiger Entwicklung.

Aus einem starken Bewerberfeld nominierte die Jury in diesem Jahr die Großstädte Heidelberg, Mannheim und Münster. Unter den Kommunen mittlerer Größe setzten sich Buxtehude, Eschweiler und St. Ingbert durch. Bei den Kleinstädten und Gemeinden ziehen Bad Berleburg, Eltville am Rhein und Saerbeck ins Finale ein.

Globale Verantwortung

Experten des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu), des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie und des Europasekretariats von ICLEI, dem mit mehr als 1500 Mitgliedskommunen und -regionen weltweit führenden Netzwerks zur Schaffung einer nachhaltigen Zukunft, bewerteten zunächst Fragebögen. Nun werden die Kommunen für vertiefende Interviews besucht. Anschließend entscheidet die unabhängige Expertenjury unter Vorsitz von Prof. Dr. Günther Bachmann, Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung, über die Sieger.

Was Eschweiler betrifft, so lautet die Begründung der Jury für die Nominierung wie folgt: „Nachhaltigkeit in Eschweiler bedeutet vorrangig, das Erbe der Braunkohleära neu zu gestalten. Wirtschaftlicher Wohlstand, soziale Sicherheit und Stabilisierung der ökologischen Systeme bilden daher die Eckpfeiler der Nachhaltigkeitsstrategie, die aktuell in einem breiten Beteiligungsprozess erarbeitet wird. Ein weiteres wichtiges Ziel ist hierin die Übernahme globaler Verantwortung, die sich bereits in einer intensiven Zusammenarbeit mit einer Partnerstadt im globalen Süden widerspiegelt. Des Weiteren punktet die Stadt im Westen Nordrhein-Westfalens mit einer Vielzahl an Projekten. Ein Highlight ist eine ressourcen- und klimaschonende Wohnsiedlung, die auf alternative Baustoffe setzt und ca. 50 Prozent der nichtnachwachsenden Rohstoffe und Primärenergie einspart. Nicht zuletzt setzt Eschweiler auf Bildung für Nachhaltige Entwicklung und fördert die Integration von Geflüchteten unter anderem durch ein aktives Vereinsleben und Kulturangebote.“

Auch wenn die Preisverleihung in Düsseldorf eine Großveranstaltung ist, sollen diesmal auch die beteiligten Kommunen stärker als bisher direkt eingebunden werden: Schon vor der Hauptveranstaltung wird der Preis direkt vor Ort vergeben. „So können alle an den Nachhaltigkeitsleistungen Beteiligte, Interessierte und Medienvertreter unmittelbar teilnehmen“, betont die Stiftung. Die Sieger erhalten von der Allianz-Umweltstiftung eine Fördersumme von jeweils 30.000 Euro für Projekte zur nachhaltigen Stadtentwicklung. Bei der Verleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises am 7. Dezember 2018 in Düsseldorf stellen die Sieger bereits ihre Projektideen vor.

Auch wenn Eschweiler nicht auf Platz 1 landen sollte — schon die Nominierung ist ein Riesenerfolg.