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Eschweiler: Fahnenschwenker Dark Explosion richten WM aus

Außergewöhnliches Turnier : Die Weltmeisterschaft, bei der die Fahnen fliegen

Fahnenhochwurf-Weltmeisterschaft in der Indestadt

In Eschweiler-Kinzweiler hält eine Gruppe die Fahne hoch: Die Fahnenschwenker Dark Explosion sammeln seit Jahren in den unterschiedlichsten Disziplinen im Umgang mit den Fahnen Titel bei Deutschen Meisterschaften. Am 21. September richten sie erstmals eine Weltmeisterschaft selber aus.

Eine Weltmeisterschaft der ungewöhnlichen Art wird in wenigen Tagen in Eschweiler stattfinden: Am Samstag, 21. September, messen sich zahlreiche Fahnenschwenker im Fahnenhochwurf mit der kleinen Fahne am St. Jöriser Kloster.

Hinter diesem kurios anmutenden Hobby steckt die Fahnenschwenker Gruppe „Dark Explosion“ aus Eschweiler, die seit Jahren auf zahlreichen Wettkämpfen beweist, was alles mit einer Fahne gemacht werden kann, denn langweilig oder altbacken ist die Sportart sicher nicht, betont die Gruppe bei ihrem Training in der Turnhalle am Maxweiher einhellig.

Vorbereitung für den 21. September: Die Fahnenschwenker des Vereins Dark Explosion trainieren in der Turnhalle am Maxweiher. Foto: Christian Ebener

„Was heißt eigentlich Fahnenschwenken? Wir werfen Fahnen, wir schwenken Fahnen. Im Synchron und in der Show und das in der Gruppe“, erklärt Harald Visser, der die Gemeinschaft von Anfang an unter seinen Fittichen hat. Früher als Teil des Schützenvereins gegründet, wurde daraus schnell mehr als einfach nur bei Festzügen mitzugehen, und so war es nur konsequent, dass man sich 2014 als eigener Verein gründete.

Auf zahlreichen Wettbewerben zeigten die Eschweiler seitdem ihr Können, dabei sind die Anforderungen je nach Disziplin durchaus unterschiedlich, so Visser. „Das ist schon sehr komplex. Wir schwenken meistens in der Gruppe, und das heißt: Alles muss gleich sein, die Bewegung muss korrekt sein, die Würfe der Fahnen müssen gleich hoch sein. Anders ist es in der Show, da wird viel geworfen, da wird Akrobatik gemacht, da werden Figuren gebaut.“

Kleine Gruppe, große Gemeinschaft: die Fahnenschwenker des Vereins Dark Explosion. Foto: Christian Ebener

Doch auch im Einzel oder im Duett werden die Schwierigkeit der gezeigten Würfe und die Abstimmung zur Musik bewertet, die sich die Sportler jeweils selbst aussuchen können.

Etwas anders ist da der Fahnenhochwurf, der nun als Weltmeisterschaft in Eschweiler stattfindet. Hier muss die Fahne, die zum Werfen mit einem Kontergewicht ausgestattet ist, über eine Latte geworfen und wieder gefangen werden. So geht es immer 50 Zentimeter höher – bis der Sieger gefunden ist. „Wichtig ist, dass beim Wurf auch das Fahnentuch aufgeht“, ergänzt Visser, der mit seinen treuen Mitstreitern schon so einige Erfolge auf Deutschen Meisterschaften feiern konnte in den unterschiedlichen Disziplinen.

„Es wird leider nicht häufig gesehen, in der Gruppe sieht man dann erst wie interessant der Sport ist“, betont Visser. Auch Michael Mertens bekräftigt das. Seit elf Jahren ist er dabei, nachdem er über den Schützenverein Visser kennengelernt hatte. Es dauerte nicht lange, und dann waren auch schon seine Geschwister Anna und Thomas „Feuer und Flamme“, beschreibt er.

„Wir fahren auf alle Wettkämpfe, die wir können“, sagt Mertens, dem besonders die Zusammengehörigkeit der Gruppe viel Spaß macht, schließlich sind darüber auch schon so einige Freundschaften entstanden bei den vielen Touren, die sie nach Oldenburg, Plauen oder auch Tauberbischofsheim führten.

Bei allem Spaß bleibt der sportliche Ehrgeiz hoch: Wird einmal eine Fahne fallen gelassen, dann ist der erste Frust natürlich groß. Spätestens beim „geselligen Teil der Veranstaltung“ sei die Stimmung aber wieder bestens. Das gilt auch für die kleinsten Teilnehmer. „Ich habe mir mal das Training angeguckt und wollte das auch machen“, sagt Haralds Sohn Max, das jüngste Mitglied von Dark Explosion. „Das Werfen und Springen, das macht mir wirklich viel Spaß.“

Nun freuen sich die Mitglieder, die erst vor Kurzem an der Deutschen Meisterschaft im Fahnenschwingen in Konstanz teilgenommen haben, auf das erste selbst ausgerichtete Turnier – und natürlich viele Zuschauer. „Das ist interessant zu sehen, und auch der Weltrekord von 15,30 Meter ist ja imposant. Natürlich lohnt sich das Vorbeikommen auch, um uns einfach mal kennenzulernen und sich selbst an der Fahne auszuprobieren.“