Eschweiler: Erster Tag der Ehejubiläen gefeiert

Feier für Ehejubilare : Ein besonderer Tag, der einen eigenen Chor verdient

Erstmals treffen sich Ehejubilare aus der ganzen Stadt. 25 Paare haben die Einladung wahrgenommen und feiern zusammen in St. Bonifatius. Eine Wiederholung mit möglicher Erweiterung hängt von den Rückmeldungen ab.

„Liebt einander“ lautete das „neue“ Gebot, das Jesus seinen Jüngern laut Johannes-Evangelium in der Nacht vor seiner Auslieferung auftrug. Ein Gebot, das für Frauen und Männer, die sich vor Jahrzehnten auf den Weg machten, ihr Leben gemeinsam zu meistern und sich vor Gott das Ja-Wort gaben, von zentraler Bedeutung sein dürfte.

Am Sonntagvormittag kamen nun 25 indestädtische Ehepaare in der Pfarrkirche St. Bonifatius Dürwiß zum 1. Eschweiler Tag der Ehejubiläen zusammen, um zunächst mit zahlreichen weiteren Gläubigen im gut besuchten Gotteshaus eine stimmungsvolle Eucharistiefeier zu erleben, im Anschluss einige gemeinsame Stunden zu verbringen, bevor eine kurze Andacht mit (auf Wunsch) persönlicher Segnung den Abschluss eines außergewöhnlichen Tages bildete.

Letzteres wurde bereits in den ersten Sekunden des Gottesdienstes deutlich, denn neben Pfarrer Michael Datené und dessen Konzelebranten Pfarrer Dr. Rainer Hennes und Diakon Günter Schiffeler zog auch Pfarrer Peter Müllenborn, der von 1990 bis 2007 insgesamt 17 Jahre lang die Geschicke der Pfarre St. Peter und Paul geleitet hatte, in die Dürwißer Pfarrkirche ein, nicht zuletzt, um im Verlauf der Heiligen Messe eine die Herzen seiner Zuhörer treffende Predigt zu halten.

All dies geschah unter dem mitreißenden Gesang des eigens zum 1. Tag der Ehejubiläen von Achim Prinz ins Leben gerufenen Projektchors, der von Pfarrer Michael Datené gleich zu Beginn mit einer gehörigen Portion Vorschusslorbeeren bedacht wurde. Rund 75 Minuten später konnte der Geistliche, sicht- und hörbar erleichtert, unter dem Applaus der Gottesdienstbesucher feststellen, dass die Sängerinnen und Sänger diesem Druck scheinbar mühelos Stand gehalten hatten.

In seiner Predigt stellte Pfarrer Peter Müllenborn das Jesus-Gebot „Liebt einander“ in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Auch im Hinblick auf das Sakrament der Ehe. „Liebe ist alles auf dem gemeinsamen Unterwegssein eines Ehepaars, das im Miteinander durch Höhen und Tiefen, durch Dick und Dünn führt“, so der Geistliche.

Doch das wirklich Neue am Auftrag Jesu an seine Jünger werde in der Fortführung des Bibelzitats spürbar: „Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben!“, zitierte Peter Müllenborn. Unsere Liebe solle an der Liebe Jesu maßnehmen, dann werde die Welt besser. „Zwischen Gott und uns Menschen steht eine Mauer als Zeichen der Trennung. Doch Jesus hat durch seinen Tod eine Tür geöffnet und uns für immer einen Zugang zu Gott verschafft.“ Diese Tür, die stets offen stehe, sei ein großer Trost.

Gemeindereferentin Angela Pohl trug zum Abschluss der Eucharistiefeier die Erzählung „Philemon und Baucis“ des römischen Dichters Ovid vor, in der die langjährigen Ehepartner die Wünsche äußern, als Hüter des Tempels den Göttern zu dienen und in derselben Stunde sterben zu dürfen, so dass weder Baucis noch Philemon das Grab des anderen erblicken müssen. Vom Alter gebeugt stirbt das Paar schließlich miteinander redend gemeinsam auf den Stufen des Tempels. Philemon verwandelt sich in eine Eiche, Baucis in eine Linde. „Eine Sage aus der vorchristlichen Mythologie in einem christlichen Gottesdienst. Warum dies?“, stellte Angela Pohl eine Frage in den Raum, die sie umgehend selbst beantwortete. „Weil diese unterstreicht, dass sich in der Liebe zweier Menschen die Liebe Gottes widerspiegelt“, sagte die Gemeindereferentin.

Nach dem Gottesdienst und dem gemeinsamen Mittagsmahl im Bonifatius-Forum erhielten die Jubilare die Gelegenheit, die Zeit bis zur Andacht mit Segnung nach individuellen Wünschen zu gestalten. Zur Auswahl standen eine Führung zu historischen Orten in Dürwiß, Teilnahmen an einem Kunstworkshop oder einer GPS-Rallye sowie die meditative Besinnung in der Pfarrkirche, die musikalisch von Achim Prinz begleitet wurde. Darüber hinaus blickte Kabarettistin Monika Hintsches humoristisch auf den Stand der Ehe.

„Ich hoffe, dass der 1. Tag der Ehejubiläen positive Rückmeldungen erfährt. Dann könnten wir uns sehr gut vorstellen, der Premiere auch Fortsetzungen folgen zu lassen. Dann vielleicht auch um weitere runde Jubiläen erweitert“, blickte Pfarrer Michael Datené am Sonntag bereits auch in die Zukunft.

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