Eschweiler: CBW erntet ersten Honig aus Caritas-Bienenvölkern

Arbeitsbegleitende Maßnahme begeistert : CBW erntet den ersten Honig der eigenen Bienenvölker

Das Ergebnis kann sich sehen lassen, riecht gut und schmeckt lecker: 50 Gläser Honig zum Verkauf und 30 Probiergläser für Kunden sind der Ertrag des ersten Honig-Bienenjahres der Caritas Betriebs- und Werkstätten GmbH (CBW).

Ein Bienenvolk hat diesen Honig in zehn Waben abgelegt. „Unsere beiden anderen Bienenvölker werden erst im nächsten Jahr zu einem Wirtschaftsvolk und einen Ertrag für uns bringen“, sagt Alexander Wächter-Schnapka von der CBW, der als Gruppenleiter für die Gartengruppe im Eschweiler Werk zuständig ist.

Seit einem Jahr kümmert er sich gemeinsam mit Beschäftigten um die Bienenvölker. „Wir gehen jeden Freitag zu den Bienenkästen, die Bienen-Beuten heißen, und gucken nach, ob alles in Ordnung ist“, beschreibt Sebastian Rheinberg (31). Der Eschweiler arbeitet seit zweieinhalb Jahren bei der Gartengruppe. „Die Arbeit mit Pflanzen und freitags mit den Tieren macht mir großen Spaß“, urteilt Rheinberg.

Angst davor, gestochen zu werden, hat er nicht. „Bevor man zu den Bienen geht, muss man ganz ruhig sein. Durchatmen und allen Stress ablegen, dann passiert nichts“, sagt Imker Guido Dondorf (53), der ehrenamtlich seit vergangenem Jahr wöchentlich in die Max-Planck-Straße 19 in Weisweiler kommt, um den Mitarbeitern der CBW sein Bienen-Wissen weiterzugeben.

Breites Spektrum in Caritas-Werkstatt

„Wir bieten unseren Beschäftigten neben der Arbeit auch arbeitsbegleitende Maßnahmen an, die nicht unbedingt was mit der Arbeit zu tun haben“, sagt Alexander Wächter-Schnapka, „denn je breiter das Spektrum der Maßnahmen ist, um so attraktiver wird die Arbeit in einer Werkstatt.“

Derer gibt es in der Städteregion acht an sechs verschiedenen Standorten. In Weisweiler arbeiten 109 Beschäftigte in der Montage und Verpackung, in der Büro-Organisation, der Näherei, der Küche, der Wäscherei und eben der Gartengruppe. „14 Beschäftigte arbeiten in dieser Gruppe für Privatkunden und Unternehmen“, sagt Wächter-Schnapka.

Freitags nach Arbeitsende sind die Bienen-Beuten dran. „Wir schauen nach, ob die Königin Eier legt, ob die Arbeitsbienen gut arbeiten oder ob sie gehen wollen und Schwarmzellen gebildet haben. Wenn was nicht stimmt, greifen wir ein, damit unsere Bienenvölker arbeitsam und harmonisch miteinander leben“, sagt Sebastian Rheinberg, der auf das Ergebnis des Honigschleuderns sehr gespannt ist.

Honig muss geschleudert werden

Dabei muss zuerst per Hand das Wachs von den Honigwaben entfernt werden, bevor die Honigschleuder in drei Minuten den flüssigen Honig von den Waben trennt. „Nachdem der Honig gesiebt wird, muss er sich noch eine Woche legen, bevor wir ihn in Gläser abfüllen können“, weiß Imker Dondorf, der in diesem Jahr nicht so viel Honig ernten konnte.

Im Frühjahr war es zu kalt und zu viel Regen hat den Raps nicht gut wachsen lassen. Auch die Akazie stand nicht in voller Blüte, weil es zu viel geregnet hat. „Nun, nach der Linde, ist das Imkerjahr beendet“, erklärt Guido Dondorf. Den Honig, den die Bienen jetzt noch sammeln, lässt er den Tieren, damit sie im Winter genügend Nahrung haben.