Eschweiler: Brücke für Unterführung Burgstraße eingeschoben

Linie Aachen-Düren : Neue Brücke wird in die Bahnstrecke geschoben

Die Bahnlinie zwischen Düren und Aachen ist auch deshalb gesperrt, weil am frühen Donnerstag in Eschweiler die Brücke für eine neue Fußgängerunterführung eingeschoben worden ist. Ein Betonkoloss, der nebenan gebaut wurde.

An die 50 Personen in grellen Jacken standen und werkelten am frühen Donnerstagmorgen auf und neben den Schienen rund um den Bahnübergang Jägerspfad und zwischen Florianweg und Burgstraße. Gegen 7 Uhr hatte der Einschub der Brücke begonnen, die nach Bahnangaben ab dem Frühjahr 2020 für den Fuß-, Fahrrad- und auch Tierverkehr (siehe Röthgener Reitanlage) geöffnet wird. Der Betonkoloss mit einem Gewicht von 1000 Tonnen ist mit der sogenannten Fluidtechnik auf seinen Platz geschoben worden, wie Bauleiter Niklas Küpper erklärte.

Das 25 Meter lange, fünf Meter breite und 2,5 Meter hohe Bauwerk ist per Unterdruck „geringfügig angehoben“ und dann auf einer 60 Meter langen Gleitschiene fortbewegt worden. Sechs Monate hat es nach Aussagen von Niklas Küpper gedauert, bis die Brücke fertiggestellt worden ist – und zwar unmittelbar neben der Bahnlinie quasi in einer großen Grube am Ringofen. Nun hat sie ihren Platz wenige Meter weiter nördlich eingenommen.

Bis zum 21. Oktober, also bis kommenden Montag, werden die neuen Schienen über die rund vier Millionen Euro teure Brücke gelegt. Dann läuft der Zugverkehr wieder normal; seit vergangenen Sonntag ersetzen Busse die Linien RE1 und RE9. Nach der Fertigstellung der Brücke müssen die nötigen Straßen und Wege gebaut werden. Dafür ist aber nicht die Deutsche Bahn, sondern die Stadt Eschweiler zuständig.

Wenn der Bahnübergang Jägerspfad geschlossen wird, ergibt sich mit der Unterführung eine neue Rad- und Fußweganbindung zur Innenstadt vor allem für die Bewohner des Neubaugebietes Ringofen. Das heißt gleichzeitig auch, dass Autofahrer neue Routen einschlagen müssen. Dafür ist der Florianweg vorgesehen, der bekanntlich bis Stich verlängert worden ist; und auf der Straße Stich sind neue Linksabbiegespuren Richtung Florianweg angelegt worden.

Die Schienen, die über die neue Unterführung gelegt werden, werden derzeit gefertigt. Foto: ZVA/Carsten Rose

Die Deutsche Bahn legte schon vor Monaten mit einem Gutachten beziehungsweise einer Verkehrszählung dar, dass mit der Schließung des Jägerpfads „keine signifikanten Verlagerungen der Verkehre zu erkennen“ seien. Als aber der Bahnübergang Anfang September über ein Wochenende wegen Bauarbeiten gesperrt gewesen war, haben Schilderungen und Fotos (unten links) eines Bürgers das Gegenteil mindestens angedeutet.

In Fahrtrichtung Stich stauten sich die Autos quasi über den gesamten Florianweg – versperrte Feuerwehrausfahrt inklusive. Eine Ausnahme? Das können nur weitere mögliche, kurzzeitige Sperrungen des Bahnübergangs zeigen – und letztlich die endgültige Schließung.

Stau auf dem Florianweg. Das Foto entstand Anfang September, nach dem der Bahnübergang Jägerspfad gesperrt worden war. Foto: ZVA/Carsten Rose

Die wird nötig, weil die Strecke zwischen Köln und Paris/Brüssel/Amsterdam/London ins Hochgeschwindigkeitsnetz eingegliedert wird. Von Düren bis Eschweiler soll dann Tempo 200 möglich sein, von Eschweiler bis Aachen 160. Bislang sind 110 bis 120 Kilometer pro Stunde das Limit.

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