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Eschweiler: An Gutenbergstraße wird Granate entschärft

Rund 350 Anwohner evakuiert : Panzerabwehrgranate in Eschweiler gesprengt

Spielende Kinder hatten am Mittwoch gegen 18 Uhr am Flussbett der Inde eine US-amerikanische Panzerabwehrgranate gefunden. Am Donnerstag gegen 13 Uhr wurde sie gesprengt, weil sie aus Sicherheitsgründen nicht entschärft oder abtransportiert werden konnte.

Für die Sprengung wurde ab etwa 10.30 Uhr das umliegende Wohngebiet mit maximal 350 Menschen evakuiert. Im Radius von 150 Metern hatte der Vorgang etwa zwei Stunden gedauert. Betroffen waren mindestens sechs Mehrfamilienhäuser an der Gutenbergstraße. Die Personen wurden zwischenzeitlich in der Sporthalle an der Jahnstraße untergebracht. Von der Evakuierung glücklicherweise nicht betroffen waren umliegende Kindergärten und ein Pflegeheim. Die L238n musste für die Sprengung gegen 13 Uhr kurzzeitig gesperrt werden.

Die Panzerabwehrgranate wurde nicht an ihrem Fundort unmittelbar an der Inde gesprengt, sondern auf dem angrenzenden Bolzplatz beziehungsweise unter der Erde. „Am Fundort verläuft eine Leitung, die wir nicht zuordnen konnten, wahrscheinlich ist sie auch außer Betrieb“, sagte Michael Effenberg vom Ordnungsamt während der Vorbereitungen. „Aber wir wollen kein Risiko eingehen, deswegen wird sie auf der Wiese kontrolliert gesprengt.“ Die Granate war in einem „zu kritischen Zustand“, als dass der Kampfmittelräumdienst sie hätte entschärfen können.

Leichte Rauchwolke

Die Sprengung war im Umfeld deutlich zu hören und mit einer leichten Rauchwolke auch zu sehen, weil es sich nach Angaben der Kampfmittelräumer um „Spezialsprengstoff“ handelte, weil er eben Panzerstahl durchbrechen sollte. Die gefundene Panzerabwehrrakete ist landläufig bekannt unter dem Namen „Bazooka“. Generell gilt für die Region, dass nie auszuschließen ist, dass immer wieder Kampfmittelüberreste aus dem Zweiten Weltkrieg zum Vorschein kommen.

Ob an der neusten Fundstelle weitere Granaten oder Ähnliches vermutet wird, kann der Kampfmittelräumdienst nicht sagen. Da die Inde und das Flussbett an dieser Stelle stark vermüllt sind, und dort auch Leitungen verlegt seien, hätten die Suchgeräte „keine Chance“, genau zu arbeiten.

Die Kinder hatten am Mittwochabend jedenfalls sehr viel Glück gehabt, dass nichts Schlimmeres passiert ist, als sie die „Bazooka“ mehr oder weniger frei liegend an dem alten Wehr fanden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kinder finden beim Spielen eine Weltkriegsgranate