Eschweiler: Erster Workshop zu Migration und Integration in Europa

Eschweiler: Erster Workshop zu Migration und Integration in Europa

Wie geht Europa künftig mit den Zuwandererströmen um? Wie können Kommunen das Potenzial nutzen, das mit den Menschen von innerhalb wie außerhalb der Grenzen Europas zu ihnen kommt? Wie lassen sich die Menschen unterschiedlichster Herkunft am besten integrieren?

Mit Fragen wie diesen befassten sich jetzt Vertreter aus acht europäischen Kommunen und sieben Ländern drei Tage lang im Eschweiler Rathaus. Der Workshop war der erste von acht mehrtägigen Treffen im Rahmen des EU-Projekts „Mint“ — Mobilität und Integration in Europa 2020, die unter Federführung der Stadt Eschweiler stattfinden.

Mit dabei: Vertreter aus Verwaltung, Politik, Einrichtungen und Organisationen aus dem benachbarten Stolberg, aus dem belgischen Eupen, dem niederländischen Kerkrade, dem französischen Wattrelos, dem italienischen Ortona, em kroatischen Pasman und dem spanischen Maimona.

Drei spannende Tage

Drei Tage lang tauschen sie Erfahrungen und Ideen aus, erarbeiteten sie Konzepte und Instrumente, wie gerade kleinere und mittelgroße Kommunen die Herausforderungen durch die wachsende Mobilität von Arbeitskräften und eine verstärkte Zuwanderung bewältigen können.

Organisiert hatten den Workshop Dr. Wolfgang Joußen vom Büro für sozialwissenschaftliche Analysen und Planungen in Eschweiler sowie Jürgen Rombach und Peter Toporowski von der Abteilung für Integrationsangelegenheiten der Indestadt. Sie hatten den Teilnehmern nicht nur Gesprächsraum gegeben, sondern ihnen auch die Stadt Eschweiler vorgestellt, mit ihnen Aachen besichtigt und sie Einblicke in den Braunkohletagebau nehmen lassen. Beim abendlichen „Get together“ gab es entsprechend viel Gesprächsstoff.

Am Mittwochnachmittag hieß es Abschied nehmen: Vorläufig: Die nächsten drei der insgesamt acht Workshops sind bereits terminiert: Ende Mai, Mitte September und Ende November werden die Delegationen wieder in Eschweiler zusammenkommen, um die Themen zu vertiefen und im Detail zu bearbeiten.

Ziel: großes, starkes Netzwerk

Nun war Zeit, ein erstes Fazit zu ziehen: „„Es war wunderbar! Wir hoffen auf einen weiteren regen Austausch in der nächsten Runde!“, resümierte Lise Roggo- Delsart aus Wattrelos, deren Delegation gerne bereit zu Experimenten und sehr daran interessiert sei, „alle Möglichkeiten zu erfahren, die uns helfen, Migranten zu integrieren.“ „Schade, dass es schon vorbei ist“, kommentierte eine junge Dame aus Wattrelos.

Cor Chudy aus Kerkrade ist durch die Lage im Dreiländereck mit dem Thema besonders vertraut: „Wir wollen Teil eines strukturierten Netzwerks zum Austausch von Erfahrungen sein, die wir zum Teil schon seit Jahrzehnten haben, und helfen, es zum einem großen Netzwerk auszubauen. Paola Paolini aus Maimona setzt ebenfalls auf Networking: „Wir wollen unsere Wirtschaft stärken und müssen deshalb vieles verbessern.

Für uns gilt es, von den Erfahrungen anderer zu lernen und ein sehr sehr starkes Netzwerk zu bilden.“ Paolini bescheinigte dem Workshop eine „fantastische Atmosphäre unter uns allen; alle haben einen sehr guten Job gemacht!“ Auch Kresimir Cosic aus Pasman gestand, den Erfahrungsaustausch sehr genossen zu haben, ebenso wie Ursula Kreutz-Kullmann („Es ist wichtig, einmal über den Tellerrand hinauszuschauen“) und Carlos da Mota, beide aus Eschweiler („Ich möchte, dass Europa zusammenkommt — nicht nur im Reden, sondern im wirklichen Leben!“).

Das Schlusswort gehörte Eschweilers Bürgermeister Rudi Bertram: „Ich hoffe, dass die Menschen in allen beteiligten Städten von diesen Workshops hören und erkennen, wie wichtig Europa ist. Ich hoffe auch, dass wir Gelegenheit haben werden, uns gegenseitig zu besuchen!“

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