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Eschweiler: Erschreckende Erkenntnisse am Lenkrad

Eschweiler : Erschreckende Erkenntnisse am Lenkrad

Wie so viele kommt auch diese Erfindung aus den USA. Es ist eine Erfindung, die die Augen öffnet, ohne den Blick zu schärfen. Eher das Gegenteil! Mit so genannten Rauschbrillen ausgestattet, lud die Junge Union zur Fahrsicherheitsaktion auf den Drieschplatz.

Für alle, die eine Runde mit dem Auto auf dem Parcours wagten, eine neuartige und lehrreiche Erfahrung.

„Rausch vorbei... die Fahrsicherheitsaktion der Jungen Union” war das Motto. „Vor Jahren gab es von uns bereits eine ähnliche Veranstaltung”, weiß der JU-Vorsitzende Thomas Schlenter. Erst vor einigen Monaten hat sich der Vorstand der Jung-Christdemokraten neu aufgestellt. Ihr Informations- und Erfahrungstag rund um das Thema „Alkohol am Steuer” war ein - bis auf einen unerfreulichen Zwischenfall mit einer aufkreuzenden Sinti- und Roma-Gruppe (wir berichteten) - erfolgreicher Auftakt.

Um auf die Gefahren von Alkoholfahrten im Straßenverkehr hinzuweisen, hatten die Jugendlichen Experten mit ins Boot genommen. Neben den Fahrschulen Seeger und Dahmen zeigte der Ortsverein Dürwiß des Deutschen Roten Kreuzes Erste-Hilfe-Techniken, die Suchberatung des Kreises Aachen informierte zudem über die oft unterschätzten Wirkungen von Bier, Wein oder Alcopops.

Bei Mitarbeiterin Elke Koch konnten auch schon erste Erfahrungen mit den Rauschbrillen gemacht werden. „Wir haben Brillen, die 0,8 und 1,3 Promille simulieren”, erklärt die Diplom-Sozialpädagogin. „Seit einigen Jahren arbeiten alle, die in der Prävantion tätig sind - ob Krankenkassen, Fahrschulen oder die Polizei - mit diesen Brillen, die in den USA entwickelt worden sind”, so Koch.

Wer einmal einen Blick durch das einer Taucherbrille ähnliche Modell wirft, ist erstaunt. Entfernungen können nicht mehr richtig eingeschätzt werden, der Blick ist eingeschränkt, unscharf. Man sieht eine gegenüberstehende Personen doppelt und verzerrt. Eine erschreckende Erkenntnis. Eines wird allen Teilnehmern schnell klar: An ein verantwortungsvolles Führen eines Fahrzeugs ist in diesem Zustand eigentlich nicht mehr zu denken.

Trotzdem gibt es auf dem Drieschplatz die Möglichkeit dazu. „Damit gerade junge Menschen erkennen, wie sehr die Sinneswahrnehmung eingeschränkt ist”, setzt Fahrlehrer Harald Seeger auf die Einsicht. Zunächst geht es im „nüchternen Zustand” auf den Slalomkurs. Danach mussten alle Neugierigen ein enges Tor durchfahren, anschließend rückwärts einparken, um dann durch einen abgesteckten Straßenabschnitt zurück zum Start/Ziel-Bereich zu kommen. Nur zwei Fahrer bewältigten die Aufgabe dabei fehlerfrei, sechs durchquerten den Parcours mit lediglich einer kleinen Berührung. Unter jenen acht Besten wurde Henning Keller schließlich als Sieger ausgelost. Preis: ein Tankgutschein über 20 Euro.