Eschweiler: Erhält die Waldschule das „Berufswahlsiegel“?

Eschweiler: Erhält die Waldschule das „Berufswahlsiegel“?

Der Schulabschluss ist geschafft! Doch wie geht es weiter? Studium oder Berufsausbildung? Und wie soll man sich im Dschungel der Berufswelt eigentlich zurechtfinden? Fragen, mit denen sich Jugendliche lieber früher als später beschäftigen sollten.

Berufs- und Studienberatung wird deshalb auch innerhalb der Schulen immer größer geschrieben. So auch und nicht zuletzt in der Gesamtschule Waldschule, die sich nun um das erstmals innerhalb der Städteregion Aachen zu vergebende „Berufswahlsiegel“ bewirbt, mit dem Schulen, die sich durch „Vorbildliche Berufs- und Studienorientierung“ hervortun, ausgezeichnet werden. Nun besuchte eine fünfköpfige Jury die Bildungseinrichtung am Stadtwald, um sich vor Ort ein Bild von der Angebotspalette in Sachen Berufs- und Studienberatung zu verschaffen.

Dabei war um 9 Uhr die gesamte Schulgemeinschaft zur Präsentation angetreten. Schüler aus allen Jahrgangsstufen, die Berufswahlkoordinatorinnen Andrea Hagel, Ulrike Brings und Annette Lüchow, Teile des Lehrerkollegiums, die Eltern sowie zahlreiche Vertreter der Kooperationspartner standen den Fragen der Kommissionsmitglieder Rede und Antwort. „Gemeinschaftliches Arbeiten ist an dieser Schule tief verankert und steht nicht nur auf dem Papier, sondern wird aktiv mit Leben erfüllt“, begrüßte Schulleiter Joachim Herzog alle Beteiligten.

Dann machten sich Swenja Schiwatsch von der zentralen Studienberatung der RWTH Aachen, Gaby Thedt-Kalf, Abteilungsleiterin des Förderbereichs am Berufskolleg Alsdorf, Marita Gülpen vom Kommunalen Integrationszentrum der Stadt Aachen, Wilhelm Grafen als Vertreter der Handwerkskammer Aachen und Dirk Pullen, Konrektor der Martin-Luther-King-Schule Aachen, als Jurymitglieder auf den Weg, um zahlreiche Gespräche zu führen.

Wobei Letztgenannter vor allem in Richtung der Schüler beruhigende Worte sprach: „Wir sind keine Kontrolleure. Hier findet keine Prüfung mit Notenvergabe statt. Viel mehr wollen wir die Atmosphäre, die an dieser Schule herrscht, zu spüren bekommen“, stellte Dirk Pullen klar. „Wir haben uns im Vorfeld dieses Besuchs bereits intensiv mit der Konzeption des Berufswahlprozesses an dieser Schule auseinandergesetzt und einen sehr guten Eindruck bekommen. Jetzt möchten wir vor Ort erleben, wie das Konzept gelebt und umgesetzt wird“, ergänzte Wilhelm Grafen.

Dieses Konzept sieht eine durchgehende Auseinandersetzung mit dem Thema „Berufs- und Studienorientierung“ während der gesamten Schulzeit an der Gesamtschule Waldschule vor und reicht von der Vorstellung der Berufe durch die Eltern, einer Zukunftswerkstatt sowie der grundsätzlichen Teilnahme am „Girls Day — Boys Day“ in den Jahrgangsstufen fünf bis sieben über die Potenzial- und Berufsbildanalysen, Betriebsbesichtigungen, Bewerbungstraining sowie Berufspraktika in der Mittelstufe bis zur konkreten Berufs- und Studienorientierung oder auch der Teilnahme an den Hochschultagen in der Oberstufe.

Die Entscheidung über die Zertifizierung, für die sich insgesamt zwölf weiterführende Schulen innerhalb der Städteregion Aachen beworben haben, wird von der Gesamtjury, der mehr als 30 Personen angehören, am 31. Mai gefällt. Bei einer negativen Entscheidung haben die Verantwortlichen der nicht zugelassenen Schulen die Möglichkeit, um Rücksprache zu bitten. Die Zertifizierung mit dem „Berufswahlsiegel“ der Städteregion Aachen findet schließlich am 13. Juni statt.

(ran)
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