Eschweiler: Erfolgsgeschichte: Freundschaft zwischen Waldschule und polnischer Schule

Eschweiler: Erfolgsgeschichte: Freundschaft zwischen Waldschule und polnischer Schule

Sie treffen sich regelmäßig. Mal in Polen, mal in Eschweiler und sie schließen Freundschaften fürs Leben. In der Waldschule ist der Schüleraustausch nach Polen fester Bestandteil und wesentlich für die Entwicklung der Schüler. Seit zehn Jahren fahren einige der Jugendlichen aus den Klassen 9 bis 12 nach Ruda Slaska.

Der Kontakt zur dortigen Schule Zespòl Skol Ogolnokstalcacych kam durch Lehrerin Isolde Steffens zustande, die dort einige Jahre unterrichtete und sich mit Irena Boguslawska anfreundete. So kam es dazu, dass ein reger Schüleraustausch seinen Anfang fand.

Jedes Wort ein Symbol für etwas, das man aus dem Schüleraustausch mitnehmen kann und was ihn zu etwas Besonderem macht. So zeigen die Plakate den deutschen Begriff, die Sterne den zugehörigen polnischen.

Auch in diesem Jahr kamen polnische Jugendliche nach Eschweiler und verbrachten dort eine Woche in Gastfamilien. Zum zehnjährigen Jubiläum veranstaltete die Gesamtschule zum Ende des Austauschs eine große Feier. Nicht nur die Klassen aus denen die Austauschschüler stammen gestalteten das Programm, auch die Fünft- und Siebtklässler trugen zur munteren Feier bei. Den Auftakt machte im wahrsten Sinne des Wortes die Trommlergruppe, die einen spannenden Rhythmus vorlegte. Es folgte eine Darbietung des Schulchors und damit nicht alles so steif war wurden die Gäste mal eben auf die Bühne gebeten um die Schülerinnen und Schüler des Chors bei der polnischen Version von „Freude schöner Götterfunken“ zu unterstützen.

Natürlich soll auch ein Stück Kultur vermittelt werden, und was eignet sich da besser als ein allseits bekanntes deutsches Lied?! Das dachte sich auch Lehrer Heinz Brockes und interpretierte auf besondere Weise den „kleinen grünen Kaktus“.

Das Grußwort sprach anschließend Schulleiter Joachim Herzog. Er begrüßte die polnischen Austauschschüler und deren Betreuer und wies darauf hin dass dieser Austausch ein Teil von Eschweilers Motto „Ort der Vielfalt“ sei. „Wir gehen damit raus, wir gehen auf Menschen zu und nehmen Dinge von ihnen mit.“ Und so bestätigten es nicht nur die Schüler im weiteren Verlauf. Auch Bürgermeister Rudi Bertram betonte, wie wichtig es sei aus solchen Begegnungen etwas mitzunehmen, den anderen anzunehmen und Freundschaften zu pflegen. „Viel wichtiger als Politik ist es, sich zu verstehen. Es ist die Aufgabe der jungen Generation Europa zu pflegen und lebendig zu machen.“ Der Schüleraustausch sei ein Stück Europa und somit sehr wichtig.

Doch nicht nur für Europa und Eschweiler ist der Austausch wichtig. Am wertvollsten sind die Erfahrungen, die persönlichen Erlebnisse und das Gefühl der Verbundenheit, auch wenn vielleicht die eine oder andere Sprachbarriere auftaucht. Um diese zu überwinden führten zwei Schülerinnen durch das Jubiläumsprogramm. Ann-Kathrin Mertens und Marta Blaszczyk leiteten auf deutsch und polnisch durch den Vormittag und sicherten somit, das jeder an den Feierlichkeiten teilhaben konnte. Auch die Talkshow, die zum gegebenen Anlass inszeniert wurde, wurde auf polnisch übersetzt. Die ehemalige Schülerin und Teilnehmerin des Austauschprogramms Daniela Mainka lud die beiden Lehrerinnen Isolde Steffens und Irena Boguslawska auf die Bühne ein und beleuchtete gemeinsam mit ihnen die Anfänge des Austauschs, die Freundschaft und die Erinnerungen und Erlebnisse.

Abwechselnd erzählten Steffens und Boguslawska und im Hintergrund waren Bilder von gemeinsamen Erlebnissen zu sehen. Die Bildpräsentation hatte Henry Schmalen zusammengestellt, der seinerseits ebenfalls einige Jahre beim Austausch dabei war. Auf diese Weise entfaltete sich ein lebendiges Bild vom deutsch-polnischen Schüleraustausch. Deutlich wurde auch, dass nicht nur Wert auf Spaß gelegt wird, sondern dass Kultur und Geschichte im Austauschprogramm eine wesentliche Rolle spielen und dass die Schülerinnen und Schüler auch mit emotionalen Themen konfrontiert werden. So berichteten die Lehrerinnen, dass eine der intensivsten Erinnerungen das Treffen mit einem ehemaligen KZ-Gefangenen gewesen sei. „Es war beeindruckend und ergreifend.“, erinnert sich Boguslawska. Im Anschluss rundete Nils Münstermann dieses bewegende Interview ab, indem am Klavier das Stück „Ziemlich gute Freunde zum Besten gab“.

Munterer wurde der anschließende Verlauf des Programms. Sowohl die 7e als auch die 7d begeisterten mit einem Tanz. Besonders die Mädchen der 7d rissen das Publikum mit und ernteten „Zugabe“-Rufe. Ein wenig sanfter waren die Einlagen von Miriam Augusto, die die Anwesenden mit ihrer Stimme verzauberte und erneut Nils Münstermann der mit seiner Schwester im Duett von Klavier und Querflöte beeindruckte. Einen etwas lustigeren aber durchaus gekonnten Auftritt gab Heinz Brockes zum Besten. Im Rahmen deutscher Kultur trug er mit beeindruckender Mimik und Gestik das Lied vom „Kleinen grünen Kaktus“ vor und erntete tosenden Applaus.

Etwas ernster war der Beitrag der Austauschschüler selbst. Um darauf zurück zu kommen, was ein solcher Austausch bedeutet und was man davon mitnimmt, wurden in Paaren Begriffe erläutert und auf Plakaten festgehalten. Abwechselnd wurden Wörter wie Verständnis, Kommunikation oder Kultur zunächst auf deutsch in den Zusammenhang gebracht und schließlich auf polnisch. So entstanden viele deutsch-polnische Wortpaare, die als Symbol für einen gelungenen Austausch in der Waldschule aufgehängt wurden. Und diese Begriffe bezeichnen nicht nur die Erfahrungen des diesjährigen Austauschs. Sie sind sowohl Symbol für die vergangenen 10 Jahre Schüleraustausch, als auch für die kommenden Jahre in denen Eschweiler Schüler Polen besuchen und umgekehrt.

(kaba)