Entwicklungspartnerschaft: Delegation aus Alta Floresta in Eschweiler

Entwicklungspartnerschaft : Brasilianische Gäste aus Alta Floresta informieren sich über Infrastruktur

Eine Delegation aus dem Amazonasgebiet besucht für eine Woche Eschweiler, um sich über konkrete Projekte in Naturschutz, Nachhaltigkeit und ökologischer Landwirtschaft zu informieren. Es war ein Austausch, von dem beide Seiten profitieren können.

Wassermanagement, Nachhaltigkeit, Renaturierung: Diese und weitere Themen standen nun auf der Agenda im Fach- und Planungsaustausch. Dieser fand im Rahmen der Entwicklungspartnerschaft mit einer Delegation aus der brasilianische Stadt Alta Floresta statt. Sie war für eine Woche in Eschweiler zu Gast und lernte vor allem an praktischen Beispielen.

Zum Beispiel besuchte die vierköpfige Delegation den Hof Hillemacher in Hastenrath. Schwerpunkte in der lokalen Lebensmittelproduktion waren nachhaltige und okölogische Landwirtschaft. Außerdem begutachteten die Brasilianer die renaturierte Inde und schauten sich die Arbeit in der Biologischen Station an. Zusätzlich waren die Tage gefüllt mit Inputvorträgen zum Oberthema grüne und blaue Infrastrukur – also alles rund um Wasser und Wald.

Verschiedene Referenten erklärten zum Beispiel, welche Alternativen es zur Brandrodung gibt und welche Planungsinstrumente denkbar sind. „Das Ziel ist es, sich beim Thema nachhaltiger Stadtbau auf Augenhöhe auszutauschen“, erklärte Jan Schuster, Nachhaltigkeitsmanager bei der Stadt. Beide Seiten sollten von der Partnerschaft profitieren. Finanziell gefördert wird die Maßnahme von der Organisation Engagement Global. Der Austausch vor Ort ist das erste konkrete Projekt, das so realisiert wird.

Die Delegation aus Alta Floresta ist eine Woche in Eschweiler zu Gast gewesen. Foto: ZVA/Caroline Niehus

Gemeinsam sollten die Teilnehmer dabei einen Landschaftsvernetzungsplan erarbeiten und den Umgang mit Planungsinstrumenten erlernen. „Alta Floresta ist sehr nachhaltig engagiert und verfolgt sehr nachhaltige Ziele“, lobte Schuster. Seit einigen Jahren gebe es in der Stadt im Amazonasgebiet ein Umdenken. Nachhaltigen Tourismus nannte er als ein positives Beispiel.

Bürgermeister Rudi Bertram zeigte sich erfreut über den persönlichen Kontakt und Austausch mit Alta Floresta: „Das ist für uns keine klassische Partnerstadt, sondern es gibt eine richtige Arbeitsebene.“ Entstanden ist die Kooperation aus einem Kontakt über Kulturmanager Max Krieger. Ursprünglich wollten sich die interessierten Brasilianer die Müllverbrennungsanlage ansehen. Jetzt gibt es eine Entwicklungspartnerschaft, innerhalb der die Teilnehmer jetzt eine Woche lang Ideen zusammengebracht haben und Probleme angegangen sind. „Da gibt es ein riesiges Potenzial“, lobte Bertram.