Eschweiler: Entschleunigt in den nächsten Wahlkampf

Eschweiler: Entschleunigt in den nächsten Wahlkampf

Es ist eine kleine Partei, die sich großen Themen widmet: Ein Grundeinkommen für jedermann, der Kampf gegen Atom- und Kohlekraftwerke sowie das Freihandelsabkommen TTIP, die Abkehr vom Streben nach einem immerwährenden Wirtschaftswachstum sowie das Eintreten für ein „entschleunigtes“ Leben gehören zu den Eckpfeilern des Grundsatzprogramms der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP).

Jüngst kamen die Mitglieder des Kreisverbands Aachen-Düren-Heinsberg im Café-Bistro „Bei Pascal“ am Eschweiler Marktplatz zusammen, um einen neuen Vorstand zu wählen. Dabei wurde der amtierende Vorsitzende Kurt Rieder einstimmig für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt.

Ihm als stellvertretende Vorsitzende zur Seite steht weiterhin Kim Hüttig. Zum Schatzmeister (und Internetbeauftragten) wurde ohne Gegenstimme Simon Roder gewählt. Er tritt die Nachfolge von Arno Kohlert an, der sich aus persönlichen Gründen nicht mehr zur Wahl stellte. Den Vorstand komplettiert Monika Schäfer als Pressesprecherin.

Darüber hinaus standen die Delegiertenwahlen für den Landesparteitag, der am 12. und 13. September im August-Pieper-Haus in Aachen stattfindet, auf der Tagesordnung. Den gastgebenden Kreisverband Aachen-Düren-Heinsberg werden dort Kim Hüttig und Kurt Rieder vertreten. Zu Ersatzdelegierten wurden Hans Kauert und Monika Schäfer bestimmt.

„Auf dem Landesparteitag wird unser Einsatz für ein Grundeinkommen für jedermann zu den wichtigsten Veranstaltungsthemen gehören“, blickte der alte und neue Vorsitzende Kurt Rieder nach vorne. Um dieses Vorhaben den Menschen näherbringen zu können, kooperiere der Kreisverband Aachen-Düren-Heinsberg seit rund einem Jahr mit der „Netzwerkinitiative Grundeinkommen“.

„Unser Ziel ist es, die momentan existierenden zwölf Sozialgesetzbücher zu einer einzigen Sozialleistung, eben dem Grundeinkommen für jedermann, zusammenzufassen. Mit dieser Forderung wollen wir auch in den nächsten Bundestagswahlkampf gehen“, verdeutlichte der Stolberger, dem die Situation am belgischen Atomkraftwerk Tihange große Sorgen bereitet. „Trotz 10.000 Rissen in der Ummantelung berät nun eine Expertenkommission, ob das Kraftwerk wieder an das Netz geht. Unsere Region liegt direkt im Einzugsgebiet und wäre bei einem Atomunfall innerhalb einer Stunde verseucht“, sieht Kurt Rieder im Atomkraftwerk Tihange eine große und unkalkulierbare Gefahr.

Doch auch „im Kleinen“ möchte die ÖDP aktiv sein. „Wir werden in den kommenden Wochen 20 Insektenhotels in der gesamten Städteregion aufstellen. Das Bienensterben geht nämlich weiter und nimmt unmittelbaren Einfluss auf unsere gesamte Umwelt“, verdeutlichte der Vorsitzende.

Auf dem Landesparteitag im September hoffen die Verantwortlichen des Kreisverbands, einen prominenten Gastredner präsentieren zu können, der sich der ÖDP-Forderung nach einer „entschleunigten“ Lebensführung widmen soll. „Das immer schneller, höher, weiter muss ein Ende haben“, ist der Vorsitzende überzeugt. So lautet eine Zukunftsvision der ÖDP, sich vom Zwang eines ständigen Wirtschaftswachstums zu lösen.

(ran)
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